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ACREDIA: Nahostkrieg belastet Konjunkturausblick – Österreich besonders betroffen

(Bild: © Acredia)

ACREDIA: Nahostkrieg belastet Konjunkturausblick – Österreich besonders betroffen

02. April 2026

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3 Min. Lesezeit

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Studien

Der Krieg im Nahen Osten verschlechtert laut ACREDIA und Allianz Research die globalen Wirtschaftsaussichten für 2026 und 2027. Für Österreich als exportorientierte Volkswirtschaft ergeben sich daraus erhöhte Risiken.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 02.04.2026

Schwächeres Wachstum trifft exportorientierte Volkswirtschaften

Die globale Konjunktur gerät laut Einschätzung der ACREDIA Group in Zusammenarbeit mit Allianz Research zunehmend unter Druck. Der Krieg im Nahen Osten verstärkt bestehende strukturelle Schwächen und führt zu einer Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten für 2026 und 2027.

Im Basisszenario wird für 2026 ein globales Wirtschaftswachstum von +2,6% erwartet, um 0,5 Prozentpunkte weniger als vor der jüngsten Eskalation. Für die USA wird ein Wachstum von +2,1% prognostiziert, für die Eurozone lediglich +0,8%. Gleichzeitig steigt der Inflationsdruck auf 3,2% in den USA und 3,0% in der Eurozone.

Michael Kolb, Vorstand der ACREDIA Group:

"Die geopolitische Eskalation trifft auf eine ohnehin fragile Weltwirtschaft. Der aktuelle Schock verstärkt bestehende strukturelle Schwächen – von hohen Staatsdefiziten bis zu anfälligen Lieferketten."

Österreichs Wirtschaft besonders exponiert

Für Österreich fallen die Auswirkungen besonders ins Gewicht. Als stark exportorientierte Volkswirtschaft ist das Land direkt von globaler Nachfrage, stabilen Lieferketten und verlässlichen Handelsströmen abhängig. Schwächeres Wachstum im internationalen Umfeld wirkt sich damit unmittelbar auf die heimische Wirtschaft aus.

Gleichzeitig erhöht sich der Druck auf Unternehmen. Steigende Preise für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte treffen auf eine schwächere Nachfrage und restriktivere Finanzierungsbedingungen. Besonders betroffen sind energieintensive Branchen, Industrie, Transport sowie konsumnahe Sektoren.

Die ACREDIA Group erwartet in diesem Umfeld einen weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Für die Eurozone wird 2026 ein Plus von 2,5% prognostiziert, für die USA ein Anstieg um 8,6%.

Energiepreise als zentraler Unsicherheitsfaktor

Ein wesentlicher Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung sind die Energiepreise. Rund 25% der weltweiten Öl- und Gasströme passieren die Straße von Hormus. Im Basisszenario wird erwartet, dass sich der Ölpreis bis Ende 2026 bei rund 80 USD pro Barrel stabilisiert.

Bei einer weiteren Eskalation könnten Ölpreise von bis zu 180 USD pro Barrel sowie deutlich steigende Gaspreise auftreten. In diesem Fall würde die Eurozone in eine technische Rezession rutschen, während sich auch die US-Wirtschaft deutlich abschwächen könnte. Gleichzeitig wäre ein Anstieg der Inflation auf deutlich über 4% möglich.

Welthandel und Märkte unter Druck

Auch der globale Warenhandel dürfte 2026 nur noch um +1,5% wachsen. Bei einer weiteren Eskalation könnte sich das Wachstum auf +0,5% reduzieren, im Extremfall wäre auch ein Rückgang möglich.

An den Finanzmärkten zeigen sich bereits Anpassungen an das veränderte Umfeld. Renditen steigen, Aktienmärkte geraten unter Druck und sichere Anlagen gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig stehen Notenbanken vor der Herausforderung, zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsstützung abzuwägen.

Foto oben: Michael Kolb, Vorstand der ACREDIA Group

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