Die Arbeitswelt verändert sich rapide – Fachkräftemangel, gestiegene Anforderungen an Work-Life-Balance und der Wunsch nach flexibleren Karrierewegen fordern neue Führungsmodelle. Co-Leadership bietet eine überzeugende Antwort: Zwei Führungskräfte teilen sich gleichberechtigt eine Rolle und verbinden individuelle Flexibilität mit voller Führungsverantwortung.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 10.12.2025
Durch Co-Leadership werden Karrierewege auch für Teilzeitkräfte geöffnet, die Vielfalt in Führung steigt, und Entscheidungen gewinnen an Qualität. Mitarbeitende erleben Wertschätzung ihrer individuellen Lebenssituationen – was emotionale Bindung und Loyalität deutlich stärkt. Teams, die von divers zusammengesetzten Führungstandems geleitet werden, sind kreativer und resilienter. Co-Leadership ermöglicht flexible Arbeitszeitmodelle und trägt dazu bei, das volle Potenzial aller Mitarbeitenden auszuschöpfen.
Die Einführung von Co-Leadership erfordert klare Strukturen und eine bewusste Haltung. Unternehmen sollten:
- Geeignete Rollen identifizieren, die echtes Teilen ermöglichen, statt Aufgaben künstlich aufzuteilen
- Tandems sorgfältig auswählen, wobei Werte, Kompatibilität und ergänzende Kompetenzen entscheidend sind
- Ein gemeinsames Operating Model entwickeln, in dem Entscheidungswege und Kommunikationsroutinen verbindlich geregelt sind
- Gleiche Bezahlung sicherstellen: Verantwortung wird honoriert – unabhängig vom individuellen Arbeitspensum
- Feste Abstimmungszeiten etablieren, um Verlässlichkeit und Konsistenz zu gewährleisten
- Klare Außenkommunikation gestalten: Beide Tandempartner müssen sichtbar als gleichwertige Führungspersönlichkeiten agieren
Begleitendes Coaching und technische Unterstützung (z.B. gemeinsame Kalender, transparente Informationssysteme) sind weitere Erfolgsfaktoren. Zudem muss Co-Leadership als strategisches Modell positioniert werden – nicht als Notlösung oder Übergangslösung.
Worauf Unternehmen besonders achten müssen:
Co-Leadership verlangt ein echtes Commitment: Halbherzige Lösungen – etwa Führung in Teilzeit ohne volle Verantwortung oder ungleiche Entlohnung – untergraben das Modell und führen zu Frustration. Wichtig ist eine Kultur, die auf Vertrauen, Wertschätzung und Selbstverantwortung setzt.
Besonders tragfähige Modelle entstehen in Organisationen, die ihre Tandems befähigen, selbstständig ihre Zusammenarbeit zu gestalten.
Co-Leadership ist niemals ein Kompromiss – es ist eine zukunftsweisende Strategie. Unternehmen, die flexible Karrierewege für alle ermöglichen wollen, Vielfalt in Führung ernst nehmen und das volle Potenzial ihrer Mitarbeitenden heben möchten, sollten Co-Leadership bewusst fördern. In einer Arbeitswelt, die zunehmend von Vielfalt, Agilität und Fachkräftemangel geprägt ist, kann Co-Leadership zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Co-Leadership zeigt: Geteilte Verantwortung ist doppelte Power und ein echter Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente.
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