Dass Christian Sandig in der Versicherungsbranche landen würde, war nicht geplant. Als Informatikstudent kam er durch einen Freund erstmals mit dem Thema Vorsorge in Berührung. Was er zunächst für ein Softwarethema hielt, entpuppte sich als Vorsorgesparen. Nach anfänglicher Skepsis besuchte er ein Basisseminar – mit Folgen: „Dann war ich infiziert“, erinnert sich Sandig.
Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 07.10.2026
Was zunächst neben dem Informatikstudium begonnen hatte, nahm immer mehr Zeit in Anspruch. Rund zwei Jahre lang war Sandig, wie er es selbst bezeichnet, als „versicherungsberatender Informatikstudent“ unterwegs. Irgendwann wurde die Doppelbelastung zu groß und er musste sich entscheiden, welcher Tätigkeit er sich künftig ganz widmen wollte. Die Wahl fiel auf die Versicherungsbranche. „Ich habe mich für die Versicherungsbranche entschieden, was ich bis heute nicht bereue.“
Der Reiz des Vergleichens
Was ihn an der neuen Tätigkeit besonders reizte, war einerseits die Möglichkeit, unterschiedliche Produkte zu vergleichen und Kunden damit Geld zu ersparen. Andererseits gefielen ihm die Eigenverantwortlichkeit und die fachliche Herausforderung. Sandig entwickelte den Anspruch, Versicherungen möglichst genau zu verstehen. „Der innere Ansporn, Versicherungen bis ins letzte Detail zu verstehen“, sei für ihn von Beginn an ein wesentlicher Reiz des Berufs gewesen.
2004 folgte gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Mitstreiter Mag. Erwin Weintraud der Schritt in die Selbstständigkeit: Die beiden gründeten die Sandig und Weintraud Versicherungsmakler und Vermögensberatung GmbH.
Komplexes einfach erklären
Bei der Betreuung seiner Kundinnen und Kunden legt Christian Sandig großen Wert darauf, dass diese zumindest ein gewisses Grundverständnis für das jeweilige Versicherungsthema entwickeln.
Auch seine Vorstellung von guter Beratung folgt diesem Grundsatz. Kunden sollen die notwendigen Informationen erhalten und sowohl Vor- als auch Nachteile kennen, um auf dieser Basis eine überlegte Entscheidung treffen zu können. Die Erwartungen an einen Versicherungsmakler seien dabei hoch und vermutlich überall ähnlich: Die Betreuung soll schnell, günstig und umfassend sein – und natürlich mit einer möglichst guten Schadenabwicklung verbunden werden.
Eine Branche wird exakter und kurzlebiger
Seit Sandigs Einstieg hat sich die Versicherungsbranche deutlich verändert. Er beobachtet vor allem, dass vieles exakter geworden ist – und diese Entwicklung werde sich weiter fortsetzen. Das habe zwei Seiten: Einerseits vereinfache die zunehmende Genauigkeit manche Abläufe, andererseits mache sie vieles komplizierter. Insbesondere die technischen Systeme setzen dabei klare Grenzen. „Was nicht in der IT darstellbar ist, geht einfach nicht.“
Am stärksten beeinflusst haben seinen Berufsalltag nach eigener Einschätzung die technischen Neuerungen. Gerade die Digitalisierung beurteilt er grundsätzlich sehr positiv, auch wenn er zu jener Generation gehört, die den gesamten Wandel von analog zu digital mit allen damit verbundenen Problemen begleitet hat.
Für die kommenden Jahre hat er sich vorgenommen, mithilfe Künstlicher Intelligenz insbesondere „lästige, zeitraubende Prozesse“ auszulagern. Auch hier steht für ihn vor allem der gewonnene Freiraum im Vordergrund: Die dadurch eingesparte Zeit soll wieder verstärkt in die Kundenberatung fließen.
Die Digitalisierung und insbesondere Künstliche Intelligenz stellen den Maklerberuf aus Sandigs Sicht aber auch vor neue Herausforderungen. Das Online-Angebot in den Massensparten werde immer stärker forciert und Kunden könnten bereits heute mithilfe von KI sehr viel selbst recherchieren. Für die Maklerschaft werde es daher umso wichtiger, ihre eigenen Stärken klar zu positionieren.
Besonderes Potenzial sieht Sandig dabei in der Schadenabwicklung, aber auch in der langjährigen Erfahrung in der Beratung. Diese Bereiche werden seiner Einschätzung nach künftig noch stärker in den Vordergrund rücken. Auf die Frage, wo er den Versicherungsmaklerberuf in zehn Jahren sieht, antwortet er entsprechend: „Ich denke, wir Makler wären gut beraten, uns in der Schadenabwicklung noch besser zu positionieren – das wird aller Voraussicht nach unser Schwerpunkt sein in zehn Jahren. Die Deckungen und Prämien wird die KI vergleichen.“
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Foto oben: Christian Sandig
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