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Allianz-Studie: Cyber erstmals weltweites Top-Risiko für Unternehmen
14. Januar 2020

Allianz-Studie: Cyber erstmals weltweites Top-Risiko für Unternehmen

Cybervorfälle sind erstmals das wichtigste Geschäftsrisiko für Unternehmen weltweit. Die Betriebsunterbrechung rückt damit im Allianz Risk Barometer 2020 auf den zweiten Platz.


Das Risko einer Betriebsunterbrechung hatte seit 2013 den Spitzenplatz im Ranking inne. Cyber lag damals noch mit sechs Prozent der Antworten auf Platz 15. In der aktuellen Allianz-Erhebung verdrängen IT-Gefahren (39% der Antworten) nun erstmals ganz die Betriebsunterbrechung (37%) auf den zweiten Platz. Die Sorge vor rechtlichen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld (Platz 3 mit 27%), zum Beispiel durch Handelskriege, Zölle oder Wirtschaftssanktionen, und die Folgen des Klimawandels (Platz 7 mit 17%) sind weltweit die größten Aufsteiger in der Rangliste der größten Geschäftsrisiken. 

An der Umfrage, die zum neunten Mal durchgeführt wurde, beteiligten sich rund 2.700 Teilnehmer aus über 100 Ländern, darunter CEOs und Führungskräfte, Risikomanager, Makler und Versicherungsexperten. „Das Allianz Risk Barometer 2020 zeigt, dass Cybergefahren und der Klimawandel die beiden großen Herausforderungen für Unternehmen im neuen Jahrzehnt sind“, sagt Joachim Müller, CEO der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). „Die Vorbereitung auf Cyber- und Klimarisiken ist eine Frage des Wettbewerbsvorteils und der wirtschaftlichen Resilienz in Zeiten der Digitalisierung und globalen Erwärmung.“

Cyber – immer größere Schäden

Ganz an der Spitze stehen Cybervorfälle in Belgien, Frankreich, Indien, Südafrika, Südkorea, Österreich, Schweden, der Schweiz, Spanien, Großbritannien und in den USA. Unternehmen weltweit sehen sich mit immer größeren und teureren Datenskandalen, einer Zunahme von Cybererpressung- und Spoofing-Vorfällen, aber auch mit höheren Bußgeldern aufgrund strengerer Datenschutzbestimmungen und Schadenersatzklagen konfrontiert. Ein schwerer Datendiebstahl – mit mehr als einer Million Datensätzen – kostet heute durchschnittlich 42 Mio. Dollar, was einem Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht (Ponemon Institute). „Cybervorfälle verursachen immer größere Schäden. Ransomware-Angriffe richten sich zunehmend gegen große Unternehmen und die Forderungen bei Erpressungen steigen. Vor fünf Jahren ging es um einige zehntausend Euro, heute fordern Hacker immer öfter Millionenbeträge“, so Jens Krickhahn, Practice Leader Cyber, AGCS Zentral- und Osteuropa. 

Trend zu Betriebsunterbrechungen

Der Trend zu weitreichenden Betriebsunterbrechungen (BU) hält unvermindert an. Die Ursachen hierfür werden immer vielfältiger und reichen von Bränden, Explosionen oder Naturkatastrophen über Ausfälle in digitalen Lieferketten bis hin zu politischer Gewalt. „Heute ermöglichen digitale Lieferketten und Plattformen volle Transparenz und die Rückverfolgbarkeit von Waren. Ein Brand in einem Rechenzentrum, eine technische Panne oder ein Hacker-Angriff können allerdings teure Ausfälle für mehrere Unternehmen gleichzeitig verursachen, die alle ein- und dasselbe System nutzen und nicht schnell zu manuellen Prozessen zurückwechseln können“, sagt Jürgen Wiemann, regionaler Leiter Sachversicherung der AGCS in Zentral- und Osteuropa.

Hemmnisse durch Handelsstreit & Co.

Die Sorge vor rechtlichen Veränderungen im Wirtschaftsumfeld rangiert im Ranking an dritter Stelle. Zölle, Sanktionen, der Brexit und zunehmender Protektionismus werden als zentrale Anliegen der Unternehmen angeführt. Allein in 2019 wurden rund 1.300 neue Handelshemmnisse registriert. Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat den US-amerikanischen Durchschnittszoll auf das Niveau der 70er Jahre befördert. Neue regulatorische Herausforderungen werden sich im nächsten Jahrzehnt auf Umwelteinflüsse, die Dekarbonisierung und den Klimawandel konzentrieren.

Top-Risiko Klimawandel

Der Klimawandel erreicht im Allianz Risk Barometer 2020 erstmals Rang sieben weltweit und gehört unter anderem zu den drei größten Geschäftsrisiken in Australien, Hongkong und Indien. Unternehmen fürchten vor allem eine Zunahme der Sachschäden (49% der Antworten), da der Anstieg des Meeresspiegels, längere Dürrephasen, heftige Stürme und massive Überschwemmungen Fabriken und andere Unternehmensgüter gefährden und weltweit Transport-, Lieferketten- und Energienetzwerke lahmlegen könnten. 





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