Lukas Grandits setzt in der Immobilien- und Gewerbeversicherung konsequent auf Spezialisierung, strukturierte Risikoanalyse und langfristige Planung. Unter der Marke „Versicherungsdoc“ beschreibt er, warum fachliche Tiefe, saubere Prozesse und realistische Erwartungshaltungen aus seiner Sicht entscheidend für nachhaltigen Erfolg im Vermittlermarkt sind.
Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 19.02.2026
Dass Versicherungen in seiner Familie seit Langem präsent sind, verschweigt Lukas Grandits nicht. Sein Vater Horst Grandits ist Fachverbandsobmann der Versicherungsagenten. Das habe ihm früh Einblick in Verantwortung, Marktmechaniken und unternehmerisches Denken gegeben. Gleichzeitig betont er klar: Dieses Umfeld war kein fertiger Weg, sondern ein Rahmen.
Inhaltlich entschied er sich bewusst für eine andere Ausrichtung. Während sein Vater schwerpunktmäßig im Bereich der privaten Krankenversicherung – insbesondere bei spezialisierten Gruppenlösungen – tätig war, baute Lukas Grandits seine Positionierung in der Immobilien- und Gewerbeversicherung auf. Ein Markt mit anderen Kundentypen, anderen Risiken und deutlich höherer Komplexität.
Bestehende Strukturen oder Bestände aus dem familiären Umfeld habe es dabei nicht gegeben. Spezialisierung, Kundenstamm und organisatorische Strukturen seien organisch entstanden – durch eigenes Lernen, eigene Fehler und die bewusste Übernahme von Verantwortung. Das familiäre Umfeld, so Grandits, habe den Anspruch an Qualität erhöht, aber den Weg nicht verkürzt.
Der „Versicherungsdoc“: Marke mit inhaltlichem Anspruch
Die Marke „Versicherungsdoc“ ist als Personal Brand konzipiert – bewusst sichtbar, aber nicht oberflächlich. Der dahinterliegende Gedanke ist einfach: Menschen kommen mit Unsicherheit, offenen Fragen und Risiken – ähnlich wie Patientinnen und Patienten mit Beschwerden zum Arzt.
Ein Arzt stehe für Kompetenz, Ruhe und Orientierung, erklärt Grandits. Man fühle sich ernst genommen, verstanden und verlasse die Ordination mit einem klaren Befund und einem Plan. Genau dieses Gefühl wolle er auf die Versicherungsberatung übertragen. Nicht der Abschluss stehe im Mittelpunkt, sondern die Diagnose, die saubere Einordnung und eine Lösung, deren Logik nachvollziehbar sei.
Die Botschaft dahinter: Versicherungen müssen nicht kompliziert oder angstgetrieben sein. Sie müssen verständlich erklärt, strukturiert aufgebaut und verantwortungsvoll eingesetzt werden. Wer zu ihm kommt, soll nicht nur versichert sein, sondern wissen, warum – und mit Sicherheit gehen, nicht mit Unsicherheit.
Als Jungunternehmer arbeitet Lukas Grandits stark unternehmerisch. Sein Unternehmen ist in einer Holdingstruktur organisiert, Skalierung, Prozessoptimierung und Automatisierung sind feste Bestandteile des Geschäftsmodells. Auch Social Media und der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz spielen eine zentrale Rolle – nicht als Selbstzweck, sondern zur Steigerung von Effizienz und Beratungsqualität.
Gerade im betrieblichen Kundensegment sieht er darin einen klaren Mehrwert. Unternehmen erwarten heute strukturierte, transparente und zeitgemäße Abläufe. Beratung endet nicht beim Vertragsabschluss, sondern begleitet Betriebe über Jahre hinweg. Moderne Systeme ermöglichen es, administrativen Aufwand zu reduzieren und gleichzeitig mehr Zeit für inhaltliche Beratung zu schaffen.
Immobilienfokus: Wo Deckungslücken teuer werden
Einen klaren fachlichen Schwerpunkt setzt Grandits im Immobilienbereich: Wohnungseigentümergemeinschaften, Zinshäuser, Gewerbeimmobilien und Sonderrisiken. In der Praxis begegnet ihm dabei immer wieder ein zentrales Thema: Unterversicherung – kombiniert mit fehlenden oder unzureichenden Klauseln.
Gerade bei nicht spezialisierten Vermittlern fehlen häufig Deckungen, die im Schadenfall entscheidend sind: Muffenversatz, Regenabläufe, Ventile, Fugen oder umfassende Naturkatastrophendeckungen. Diese Lücken werden oft erst sichtbar, wenn der Schaden bereits eingetreten ist – mit entsprechend gravierenden Folgen für Eigentümer und Verwalter.
Für die kommenden Jahre erwartet Grandits eine weitere Zuspitzung. Naturkatastrophen und Sonderrisiken werden massiv an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig verschärfen Versicherer ihre Annahmerichtlinien, da Schadenquoten heute deutlich granularer analysiert werden. Jahrelang zu günstige Kalkulationen wirken nach, Konditionen werden restriktiver, Platzierungen anspruchsvoller. Für Vermittler bedeutet das: Fachliche Tiefe und saubere Risikoaufbereitung werden noch wichtiger – ebenso wie realistische Erwartungshaltungen gegenüber Kunden.
Netzwerk als strategischer Faktor: der Bauträgersalon
Mit dem Bauträgersalon hat Grandits 2021 eine eigene Netzwerkplattform ins Leben gerufen. In Spitzenzeiten nahmen bis zu 150 Personen teil, insgesamt zählt das Netzwerk rund 350 Mitglieder. Viele seiner heutigen Kunden sind daraus entstanden.
Für ihn ist klar: Jeder erfolgreiche Unternehmer braucht ein eigenes Netzwerk, in dem er sichtbar ist, Vertrauen aufbaut und Exklusivität lebt. Netzwerk ist kein Zufallsprodukt, sondern strategische Arbeit.
Blick nach vorne: Wachstum mit Struktur
Die strategische Planung seines Unternehmens ist langfristig angelegt. Grandits arbeitet mit klar definierten Zielbildern, Zeitachsen und Meilensteinen. Bis 2040 strebt er ein Prämienvolumen von 100 Mio. Euro an – mit dem Anspruch, in Österreich zur „obersten Liga“ zu gehören. Parallel werden internationale Beziehungen aufgebaut, um perspektivisch über den heimischen Markt hinaus tätig zu sein.
Ein zentraler Hebel bleibt Technologie. Ziel ist es, die Schere zwischen Bestandsvolumen und Mitarbeiterzahl bewusst zu vergrößern: mehr Volumen, ohne proportional mehr Personal – ermöglicht durch Digitalisierung, Automatisierung und KI.
Sein berufliches Leitmotiv hingegen formuliert er klar und ohne Pathos: Struktur, Konsequenz und langfristige Planung. Sein Weg ist nicht spontan, sondern präzise organisiert – mit definierten Zielen, Zeitachsen und klarer Verantwortungsübernahme. Erfolg entsteht für ihn nicht zufällig, sondern durch konsequentes Arbeiten entlang eines Plans.
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Foto oben: Lukas Grandits (Mitte) mit seinem Team
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