UNIQA streicht 600 Jobs: „Keine negativen Auswirkungen für Makler“

UNIQA streicht 600 Jobs: „Keine negativen Auswirkungen für Makler“

19. November 2020

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4 Min. Lesezeit

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News-Im Blickpunkt

Der Versicherungskonzern UNIQA teilte mit, dass er bis 2022 insgesamt rund 600 angestellte Mitarbeiter in der Gruppe abbauen will – hauptsächlich in Österreich.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 11/19/2020

Der Personalabbau soll durch natürlichen Abgang und einvernehmliche Vertragsauflösungen erreicht werden. Grundlage ist ein weitreichendes Strategieprogramm „UNIQA 3.0“, das neben einem Ausbau der Kundenorientierung auch vorsieht, dass „interne Abläufe einfacher, effizienter und kostengünstiger“ gestaltet werden sollen. Für die betroffenen Mitarbeiter wurde ein Sozialplan vereinbart. UNIQA CEO Andreas Brandstetter (im Bild oben): „Wir sind uns unserer Verantwortung als Arbeitgeber bewusst und werden fair, respektvoll und wertschätzend mit betroffenen MitarbeiterInnen umgehen. Ich muss auch festhalten, dass UNIQA andererseits 100 neue Stellen im Bereich Data und IT besetzen wird.“

Unabhängiger Vertrieb nicht beeinflusst

Andreas Brandstetter hob auf AssCompact Nachfrage hervor, dass der Jobabbau für Versicherungsmakler keine negativen Auswirkungen haben werde. „Die regionale Präsenz bleibt hoch und die Betreuung ist gesichert.“ In der Schadenabwicklung werden laut dem UNIQA CEO aber bestimmt Tätigkeiten wegfallen, die überholt sind bzw. keinen „kundennutzenstiftenden“ Hintergrund haben.

Fast ein Drittel aller Geschäftsstellen werden geschlossen

In der Pressekonferenz wurde festgehalten, dass etwa 30% der Geschäftsstellen in Österreich geschlossen werden. „Dennoch werden wir unsere regionale Präsenz nicht zurückfahren und Generalagenturen weiter pushen. Wir werden sicher sehr guten Mitarbeitern den Schritt in die Selbstständigkeit anbieten – d.h. geschlossene Geschäftsstellen als Generalagenturen weiterzuführen“, so Brandstetter.

Corona hatte weniger Auswirkung auf Bilanz der ersten 3 Quartale 2020 als gedacht - Schwachpunkt Kostenentwicklung

In der Online-Pressekonferenz am heutigen Donnerstag vermeldete UNIQA folgende Ergebnisse für die ersten 9 Monate des Jahres 2020: Die verrechneten Prämien mit 4.091 Mio. Euro und die Combined Ratio mit 95,9% halten sich stabil im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Das versicherungstechnische Ergebnis liegt bei 124,9 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Steuern ist leicht auf 214 Mio. Euro zurückgegangen. Andreas Brandstetter: „Dieses Ergebnis ist besser als im April erwartet – in Österreich sind wir sogar leicht gewachsen. Ein Schwachpunkt ist jedoch die Kostenentwicklung mit einer Kostenquote von 27%“. Hervorgehoben hat Brandstätter die gute Combined Ratio: „Die Combined Ratio von 95,9% ist sehr erfreulich, weil sie trotz 70 Mio. Euro Corona-bedingter Schadenleistungen erreicht wurde.“

Strategieprogramm „UNIQA 3.0“

Der Personalabbau und Wertminderungen auf Firmenwerte würden Einmalaufwendungen im Volumen von rund 210 Millionen Euro verursachen. Weitere 110 Millionen entfielen auf Restrukturierungsmaßnahmen, denen „angestrebte Einsparungen“ von rund 50 Millionen Euro gegenüberstünden. Vorbehaltlich „wesentlicher Änderungen in den Kapitalkostenparametern“ seien im Geschäftsjahr 2020 Wertminderungen auf Firmenwerte in Serbien, Bulgarien und Rumänien in Höhe von etwa 100 Millionen Euro zu erwarten.

Die vier Eckpunkte der Strategie UNIQA 3.0 sind die Forcierung der Digitalisierung, die Einstellung von nicht-kundennutzenstiftenden Aktivitäten, die Optimierung und Automatisierung von Prozessen und die besagte Kostenreduktion am Standort Österreich.

Dividenden werden laut Andreas Brandstetter im Jahr 2020 wegen der Unsicherheit in der COVID19-Situtaion nicht ausbezahlt.

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