zurück zur Übersicht

Statistik Austria Gesundheitsbefragung: Depressive Symptome bei Jüngeren mehr als verdoppelt

(Bild: © shahrilkhmd - stock.adobe.com)

Statistik Austria Gesundheitsbefragung: Depressive Symptome bei Jüngeren mehr als verdoppelt

04. November 2026

|

3 Min. Lesezeit

|

Studien

Für die Österreichische Gesundheitsbefragung 2025 befragte die Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und der Bundesgesundheitsagentur Menschen ab 15 Jahren zu ihrer Gesundheit. Die Ergebnisse zeigen: Knapp drei Viertel schätzten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Zugleich sind depressive Symptome und Adipositas seit 2019 häufiger geworden.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 04.11.2026

Im Vergleich zur Befragung 2019 bewerteten vor allem jüngere Menschen ihre Gesundheit kritischer. Bei den 15- bis 44-Jährigen sank der Anteil jener, die ihren Gesundheitszustand als sehr gut einschätzten, um 11,5 Prozentpunkte. Ältere Personen beurteilten ihre Gesundheit hingegen positiver als bei der vorangegangenen Befragung.

Auch bei den gesunden Lebensjahren zeigen sich Unterschiede nach Alter: Bei der Geburt konnten Männer im Jahr 2025 im Durchschnitt 62,7 Jahre in Gesundheit erwarten, Frauen 64,7 Jahre. Für 65-Jährige stieg die weitere Lebenserwartung in Gesundheit gegenüber 2019 um 1,3 Jahre auf 10,6 Jahre bei Männern und um 1,4 Jahre auf 11,6 Jahre bei Frauen.

Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, fasst zusammen:

"Die Gesundheitsbefragung 2025 zeigt, dass sich die große Mehrheit der Menschen in Österreich weiterhin gesund fühlt: 72,5% bewerten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Positiv ist auch, dass ältere Menschen heute mehr gesunde Lebensjahre erwarten können. Gleichzeitig machen die Ergebnisse auf wichtige Herausforderungen aufmerksam: 7 von 10 Personen leben mit zumindest einem chronischen Gesundheitsproblem, und der Anteil der Menschen mit depressiver Symptomatik ist seit 2019 deutlich gestiegen."

Chronische Beschwerden und depressive Symptome

Chronische Gesundheitsprobleme nehmen mit dem Alter zu. Während 58,7% der 15- bis 44-Jährigen betroffen waren, lag der Anteil bei den 45- bis 59-Jährigen bei 76,6%. Unter den Personen ab 60 Jahren lebten 87,7% mit mindestens einer chronischen Erkrankung oder einem Gesundheitsproblem.

Chronische Rücken- und Nackenschmerzen zählen in nahezu allen Altersgruppen zu den häufigsten Beschwerden. Rund 2,5 Millionen Menschen berichteten, innerhalb der vergangenen zwölf Monate davon betroffen gewesen zu sein. Bei jüngeren Menschen gehören zudem Allergien und psychische Beschwerden zu den häufigsten Gesundheitsproblemen. Im höheren Alter gewinnen Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Arthrose an Bedeutung.

Anzeichen einer depressiven Symptomatik wiesen 2025 insgesamt 9,3% der Befragten auf. 2019 waren es 5,6% gewesen. Frauen waren mit 10,7% häufiger betroffen als Männer mit 7,9%. Unter den 15- bis 44-Jährigen stieg der Anteil von 4,2% im Jahr 2019 auf 10,1% im Jahr 2025.

Adipositas und neue Nikotinprodukte

Auch Adipositas ist seit 2019 häufiger geworden. Im Jahr 2025 waren 18,7% der Männer und 17,0% der Frauen stark übergewichtig. Besonders häufig trat Adipositas im mittleren Lebensalter auf: Bei den 45- bis 59-Jährigen war nahezu jede vierte Person betroffen.

Der tägliche Konsum herkömmlicher Tabakprodukte ist weiterhin rückläufig. 2025 rauchten 19,1% der Männer und 14,9% der Frauen ab 15 Jahren täglich. Werden E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel mitgezählt, konsumierten 23,3% der Männer und 17,3% der Frauen täglich mindestens ein Nikotinprodukt. Besonders deutlich war der Unterschied bei jungen Männern: Unter Berücksichtigung aller Nikotinprodukte lag ihr Anteil bei 26,7% und damit um neun Prozentpunkte höher als bei alleiniger Betrachtung herkömmlicher Tabakprodukte.

zurück zur Übersicht

sharing is caring

Das könnte Sie auch interessieren


Ihnen gefällt dieser Beitrag?

Dann hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

(Klicken um Kommentar zu verfassen)