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So verändert das Smartphone die private Geldanlage
30. April 2021

So verändert das Smartphone die private Geldanlage

Der Aktienhandel via Mobiltelefon floriert und birgt dabei auch Gefahren: Laut einer aktuellen Analyse des Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE neigen die Nutzer von Broker-Apps zu einem erhöhten Risikoverhalten. Wenn es um die Abwicklung ihrer Wertpapiergeschäfte geht, neigen sie gar zum Zocken.


Mobiltelefone erleichtern private Investitionen in Wertpapiere erheblich. Gerade mit den neuen und besonders günstigen Neobrokern hat sich der Boom der Aktiengeschäfte über das Smartphone noch einmal verstärkt. Das Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung SAFE hat sich in einem Working Paper nun mit den Folgen dieser Entwicklung beschäftigt.

Mobile Broker-App-User: Anlageverhalten ändert sich langfristig

Der Untersuchung zufolge wählen Personen bei Transaktionen über mobile Apps eher risikoreiche Wertpapiere mit stark schwankenden Kursen oder kaufen Wertpapiere, die in der Vergangenheit hohe Renditen erzielten, was laut SAFE aber für die künftige Renditeentwicklung kein geeigneter Indikator ist. „Die gestiegene Risikobereitschaft ist nicht durch eine anfängliche, vorübergehende Begeisterung zu erklären, sondern ist Ausdruck einer langfristig geänderten Anlagestrategie“, sagt Andreas Hackethal, Leiter der Forschungsabteilung Household Finance bei SAFE und einer der Autoren des Forschungspapiers.

Erhöhte Risikobereitschaft überträgt sich auch auf andere Transaktionswege

Nachdem Anleger begonnen haben, einen Teil ihrer Wertpapiergeschäfte via App per Smartphone zu erledigen, neigen sie dem SAFE-Paper zufolge nicht nur bei diesen Transaktionen dazu, in riskantere Wertpapiere zu investieren oder Aktientrends nachzujagen. Vielmehr überträgt sich das Verhalten auch auf Transaktionen, die sie über andere Geräte tätigen, etwa an ihrem Computer.

Emotionsgetriebene Käufe

Für ihre Analyse haben die Wissenschaftler mehrere Einflussfaktoren untersucht, die zu risikobereiterem Anlageverhalten beitragen. So ermöglichen es etwa mobile Apps den Anlegern auch außerhalb der Börsenhandelszeiten Wertpapiere zu kaufen und verkaufen. In „Feierabendlaune“ getroffene Entscheidungen könnten dabei eher emotionsgetrieben sein als Entscheidungen, die im Büro in nüchterner Atmosphäre getroffen werden. Weiterhin präsentieren Apps oftmals Anreize in Form von Ranglisten der Top-Aktien der jüngsten Vergangenheit. „Langfristig kann diese Verhaltensänderung zu einer geringeren Effizienz des eigenen Portfolios führen“, so Hackethal weiter. Diese Art Investition gleiche dann eher einem Lottospiel.

Quelle: AssCompact Deutschland, bearbeitet von AssCompact Österreich.

Bild: ©peshkova – stock.adobe.com





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