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Gewerbe- und Industrie-Forum 2026: Warum Risk Engineering an Bedeutung gewinnt

(Bild: © ArLawKa - stock.adobe.com)

Gewerbe- und Industrie-Forum 2026: Warum Risk Engineering an Bedeutung gewinnt

06. Mai 2026

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8 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Die Anforderungen im Gewerbe- und Industrieversicherungsgeschäft steigen, gleichzeitig wird die Risikobewertung zunehmend komplexer. Dipl.-Ing. Johannes Vogl, General Manager der GrECo Risk Engineering GmbH, und Vortragender beim AssCompact FORUM Gewerbe- und Industrieversicherung 2026, spricht über die Bedeutung strukturierter Risikodaten, unterschiedliche Bewertungslogiken der Versicherer und die Rolle von Risk Engineering für die Versicherbarkeit von Unternehmen.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.05.2026

Die Einschätzung von Risiken hängt stark davon ab, wie Versicherer vorhandene Informationen interpretieren. Laut Johannes Vogl führen unterschiedliche Bewertungsansätze dazu, dass identische Daten zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Gerade im internationalen Umfeld wird diese Problematik besonders sichtbar, da sich Anforderungen und Modelle deutlich unterscheiden. Für Risk Engineers bedeutet das, Daten nicht nur zu sammeln, sondern zielgerichtet aufzubereiten. „Die größte Herausforderung, die wir als Risikospezialisten in der Praxis sehen, liegt weniger in der Verfügbarkeit von Daten als vielmehr in den vielfältigen Anforderungen und Bewertungsstandards der Versicherer. Jeder Versicherer zieht zur Beurteilung der Risikoqualität unserer Klienten unterschiedliche Daten heran. Speziell im internationalen Versicherungsumfeld sind diese Unterschiede eklatant“, erklärt Vogl.

Selektives Marktumfeld erhöht den Druck

Der Markt im Gewerbe- und Industriegeschäft hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Bestimmte Branchen gelten als besonders herausfordernd, was die Platzierung von Risiken betrifft. Vogl verweist darauf, dass einzelne Großschäden die Wahrnehmung ganzer Branchen beeinflussen können. Umso wichtiger wird eine differenzierte Darstellung der tatsächlichen Risikoqualität einzelner Unternehmen: „Branchen wie z.B. Recyling, Lebensmittel, Holzindustrie oder Gießereien zählen schon länger zu unseren „Spezialkandidaten“. Gerade dort ist eine intensive Betreuung im Risk Engineering notwendig, um Deckungen am Markt zu bekommen oder bestehende Deckungen zu erhalten. Einzelne Großschäden prägen den Ruf einer ganzen Branche, auch wenn manche Unternehmen top geschützt sind und ein hohes Risikobewusstsein haben.“

Technische Analyse wird oft nicht ausreichend priorisiert

Eine fundierte Risikoanalyse erfordert Zeit, Know-how und entsprechende Ressourcen. In der Praxis wird dieser Aufwand laut Vogl häufig unterschätzt. Fehlende Budgets oder mangelnde Priorisierung führen dazu, dass Analysen nicht die notwendige Tiefe erreichen. Das wirkt sich unmittelbar auf die Qualität der Risikobewertung und damit auch auf die Versicherbarkeit aus. „Eine fundierte technische Risikoanalyse und speziell die entsprechende Aufbereitung der Informationen für das Underwriting erfordern Zeit, fachliches Know-how und Übersetzungsleistung. Versicherer und Unternehmen sprechen hier oft unterschiedliche Sprachen. Es wird vielfach unterschätzt, dass gute Informationen auch einen entsprechenden Wert haben“, so Vogl.

Werteevaluierung als Basis der Risikoanalyse

Die Bewertung von Unternehmenswerten ist ein zentraler Bestandteil jeder Risikoanalyse. Sie bildet die Grundlage für Versicherungsdeckungen und hat direkte Auswirkungen auf Prämien und Schadenersatzleistungen. Laut Vogl geht es dabei nicht nur um Vollständigkeit, sondern vor allem um Plausibilität und Aktualität der Daten: „Die aktuellen Werte seines Unternehmens zu kennen ist die Grundlage jeder fundierten Risikoanalyse. Unterversicherung kann existenzielle Folgen haben, gleichzeitig ist aber auch der gegenteilige Fall problematisch: Zu hoch angesetzte Werte führen zu unnötig hohen Prämien und sind wirtschaftlich nicht sinnvoll.“

Risk Engineering als präventiver Ansatz

Unternehmen setzen sich häufig erst dann intensiver mit ihrem Risikoprofil auseinander, wenn Probleme auftreten. Vogl sieht hier einen klaren Nachholbedarf in der frühzeitigen Auseinandersetzung mit Risiken. Risk Engineering kann dazu beitragen, Risiken transparent zu machen und gezielt Maßnahmen abzuleiten, bevor es zu Schäden oder Problemen bei der Platzierung kommt. „Wir sehen in der Praxis leider häufig, dass Unternehmen erst dann anfangen, sich mit ihrem Risikoprofil aus Sicht der Versicherung auseinanderzusetzen, wenn sozusagen ‚der Hut brennt‘. Typischerweise vor Renewals, wenn der Versicherer aussteigt und es schwierig wird, Kapazitäten am Markt zu finden, oder auch nach einem Schaden“, informiert Vogl.

Professionelle Aufbereitung stärkt die Verhandlungsposition

Zwischen Risikoanalyse und Platzierung besteht ein direkter Zusammenhang. Je besser Risiken aufbereitet sind, desto leichter fällt es Versicherern, diese zu bewerten. Das wirkt sich auch auf Verhandlungen aus, insbesondere in Phasen, in denen das Underwriting unter hohem Druck steht. Transparenz und Nachvollziehbarkeit werden dabei zu entscheidenden Faktoren. „Je genauer wir als Risikospezialisten das Risikoprofil unserer Klienten kennen, desto gezielter und transparenter können wir es für den Versicherungsmarkt aufbereiten. Das hilft dem Underwriting, das speziell in Renewalphasen extrem unter Druck steht, die Risikosituation im Unternehmen besser und schneller zu verstehen, und hilft natürlich wesentlich bei den Verhandlungen“, ist Vogl überzeugt.

Johannes Vogl beim AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026

Gewerbe- und Industrie-Forum 2026: Warum Risk Engineering an Bedeutung gewinnt

Dipl.-Ing. Johannes Vogl, General Manager der GrECo Risk Engineering GmbH

Beim AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 am 16. Juni 2026 in der Messe Wels ordnet Johannes Vogl die Rolle von Risk Engineering im aktuellen Marktumfeld ein. Im Mittelpunkt seines Vortrags „Professionelle Risikoaufbereitung: Der Schlüssel zur erfolgreichen Platzierung im Gewerbe- und Industriegeschäft“ steht die Frage, wie technische Risikoanalyse, strukturierte Werteevaluierung und die gezielte Aufbereitung von Risikodaten ineinandergreifen.

Dabei wird aufgezeigt, wie Unternehmen ihre Risikoinformationen so aufbereiten können, dass sie den unterschiedlichen Anforderungen der Versicherer entsprechen und eine realistische Einschätzung der Risikoqualität ermöglichen. Ein weiterer Fokus liegt darauf, welche Auswirkungen eine nachvollziehbare und konsistente Datenbasis auf die Platzierungschancen und die Konditionen am Versicherungsmarkt hat. Auch die Perspektive der Vermittler wird berücksichtigt: Der Vortrag zeigt, wie sie durch strukturierte Risikoaufbereitung ihre Rolle im Beratungsprozess stärken und den Dialog mit Versicherern gezielter führen können. „Speziell werde ich auf die strukturierte Erhebung und die zielgerichtete Aufbereitung von Risikodaten eingehen sowie den Nutzen daraus darstellen, sowohl für das Unternehmen, den Risiko- und Versicherungsberater als auch den Versicherer. Anhand von Beispielen werden die Inhalte praxisnahe dargestellt“, erklärt Vogl.

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AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 – Jetzt anmelden

Gewerbe- und Industrie-Forum 2026: Warum Risk Engineering an Bedeutung gewinnt

Das AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 findet am 16. Juni 2026 in der Messe Wels statt und richtet sich an Vermittler, die im Gewerbe- und Industriegeschäft tätig sind oder in dieses Segment einsteigen möchten. Im Fokus stehen praxisnahe Fachvorträge, die zentrale Fragestellungen rund um Risikoeinschätzung, Platzierung und Spezialisierung im Firmenkundengeschäft aufgreifen.

Das Programm umfasst mehrere unabhängige Vorträge mit klarem Praxisbezug, die aktuelle Entwicklungen, konkrete Risiken und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Neben fachlichen Inhalten bietet die Veranstaltung auch die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Versicherern und spezialisierten Dienstleistern.

Teilnehmer erhalten damit einen strukturierten Überblick über ein anspruchsvolles Marktsegment und konkrete Impulse für die eigene Beratungspraxis.

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