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FMA-Studie zur Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt
10. Juli 2019

FMA-Studie zur Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt

Wo stehen Versicherungen, Banken & Co. bei der Anwendung neuer Technologien? Das hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) erhoben und die bisher umfassendste Analyse zur Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt vorgelegt.


Für die Studie hat die FMA unter den von ihr beaufsichtigten Unternehmen den derzeitigen Status sowie die mittelfristigen Erwartungen und Planungen in Bezug auf die Digitalisierung abgefragt. In vielen Sektoren wurde eine beinahe vollständige Marktabdeckung erreicht. Damit sei der Bericht die bislang umfassendste Analyse zum digitalen Wandel am österreichischen Finanzmarkt.

Jedes 5. Unternehmen hinkt nach 

Demnach haben die Finanzunternehmen eine grundsätzlich positive Einstellung zum digitalen Wandel und sehen darin eine Chance zur Weiterentwicklung ihres Geschäfts. Beim Stand der Digitalisierung zeigt sich ein gemischteres Bild. Ein Großteil der Unternehmen hat sich organisatorisch und strategisch bereits auf das geänderte Umfeld eingestellt. Etwa jedes fünfte Unternehmen hinkt hier aber hinterher und hat die Digitalisierung kaum oder noch gar nicht in seiner Unternehmensstrategie berücksichtigt.

„Insgesamt sehen wir, dass die Unternehmen sich bereits sehr intensiv mit digitaler Innovation befassen. Der Wettbewerb wird stärker und zunehmend global und die heimischen Unternehmen dürfen den Anschluss nicht verlieren“, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.

Unternehmen rechnen nicht mit Disruption

Die Unternehmen sehen die Digitalisierung eher als evolutionären Prozess und erwarten mittelfristig keine disruptiven Veränderungen am Markt. Im Einsatz digitaler Technologien sieht ein Großteil die Möglichkeit, Unternehmensprozesse effizienter zu machen. Insbesondere im Bankensektor ortet man Potenzial, durch digitale Lösungen besser auf Kundenwünsche eingehen zu können.

Das künftige Marktumfeld wird je nach Sektoren sehr unterschiedlich eingeschätzt. Banken und Versicherungen stellen sich vor allem auf Konkurrenz globaler Technologiekonzerne ein. Im Wertpapierdienstleistungssektor werden dagegen FinTechs als Hauptkonkurrenten um neue Kunden wahrgenommen.

Online-Portale, soziale Medien, Big Data 

Am weitesten verbreitet sind digitale Technologien in den Bereichen Vertrieb und Marketing. Etwa die Hälfte der Unternehmen bietet ihre Dienstleistungen über spezielle Online-Portale für Kunden an, 39% haben dazu Apps für mobile Geräte entwickelt. Die Verwendung von E-Mails wird aus Gründen der Datensicherheit und des Datenschutzes in Zukunft wohl zurückgehen. Kundenkontakt über soziale Medien halten derzeit vor allem Versicherungen (70%). Auffällig ist, dass automatische Beratungssysteme – sogenannte Robo-Advisors – kaum von den etablierten Unternehmen entwickelt werden, sondern überwiegend von FinTech Unternehmen.

Bereits die Hälfte der Institute (48%) setzt auf Cloud-Services für die Bereitstellung von IT-Infrastruktur und IT-Leistungen. Bis 2021 werden es der Studie zufolge zwei Drittel sein. Komplexere Technologien zur Datenanalyse sind derzeit vor allem bei Banken und Versicherungen ein Thema. In den kommenden zwei Jahren will etwa die Hälfte der Versicherer (46%) und Banken (55%) Machine Learning in ihren Produktivsystemen einsetzen. Die Anwendung von künstlicher Intelligenz und Blockchain-Technologie beschränkt sich gegenwärtig noch auf vereinzelte Anwendungsfälle.

„Call for Input“ bis 10. Oktober

Für die FMA ist diese Studie ein Zwischenstand. „Wir sehen diese Studie als Grundlage für eine intensive Diskussion zum digitalen Wandel am österreichischen Finanzmarkt“, so Ettl und Kumpfmüller. Bis 10. Oktober 2019 können Interessierte im Rahmen eines Calls for Input Anmerkungen und Anregungen an die FMA formlos an digitalisierung@fma.gv.at senden.

Die Studie kann auf der FMA-Website heruntergeladen werden. 





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