CORUM und AssCompact luden zum Roundtable „Investieren in unsicheren Zeiten“

(Bild: Corum)

CORUM und AssCompact luden zum Roundtable „Investieren in unsicheren Zeiten“

13. Oktober 2022

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8 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Welche Herausforderungen gibt es für Berater im aktuellen wirtschaftlichen und politischen Umfeld? Darüber diskutierte eine hochkarätige Expertenrunde auf Einladung des Immobilieninvestment-Spezialisten CORUM im AssCompact Mediencenter Gasometer in Wien.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 10/13/2022

Nach der Begrüßung der Runde durch AssCompact Vertriebsleiter Ernst Vallant, stellte Gastgeber Patrick Ortner, Head of Austria, CORUM vor und ortete gute Chancen für Immobilieninvestments: „Kunden und auch die Vermittler sehen uns mittlerweile als gute Alternative in der Asset allocation. Unser Vorteil ist, dass unsere Investition sehr einfach erklärbar und für die Kunden verständlich ist. Unsere Immobilien-Investments sind zwar langfristig, aber dennoch bieten wir Flexibilität. Wir sind eine Generation der Erben. Das bedeutet: Geld ist da. Daher sehen wir trotz schwieriger Zeiten gute Chancen am Markt.“ Christian Wagner, Head of Productmanagement HDI Leben, unterstrich Ortners Expertise mit aktuellen Daten des Wirtschaftsforschungsinstituts: „WIFO hat erst vor kurzem bestätigt, dass durch das vermeintliche Angstsparen während Corona die Österreicher auf einem Geldbetrag sitzen, den man für die Zukunft veranlagen sollte. Deswegen sehen wir hier einen doch guten Markt.“ Bei HDI Leben sei eine Veränderung von den konservativen Produkten hin zur Fondsgebundenen Lebensversicherung bemerkbar.

Werner Holzhauser, Geschäftsführer Valued ASSET Consulting- und Vertriebsservice GmbH, verwies auf die hohe Volatilität: „Die Welt hat sich in den letzten zehn Jahren massiv geändert und mit ihr der Kapitalmarkt. Ich glaube aber nicht, dass der Kunde schon gelernt hat, mit dem Thema Volatilität zu leben. Die gesamte Branche hat plötzlich umgeschichtet. Und wir als Unternehmen haben uns daher zu 100% darauf fokussiert: Wenn wir in die Kapitalveranlagung gehen, dann müssen es derzeit Sachwerte sein.“ Die vergangenen zwei Jahre seien für Valued ASSET die erfolgreichsten Jahre der Geschichte gewesen: „Die Kunden haben Geld. Die Kunden suchen aber nicht mehr nach Veranlagungen, wo sie 8 bis 9% Rendite bekommen, sondern den Kaufkrafterhalt sichern können. Und dort muss der Fokus sein.“

Hannes Dolzer, Obmann des Fachverbands der Finanzdienstleister, plädierte für breite Streuung: „Es geht um Diversifikation, um eine Streuung des Vermögens in verschiedene Anlageklassen. Etwas, das gerade jetzt ganz besonders wichtig ist, weil viele Österreicher sehr viel Geld auf der Seite haben. Aber die meisten Österreicher sind sehr risikoavers. Das Gebot der Stunde für den Berater ist, zu schauen, dass man die Portfolios weiter streut, eventuell andere Anteile reduziert, Aktienanteile oder Fondsanteile entsprechend erhöht und Investitionen dazu nimmt. Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass die Kunden vermehrt nach Titeln mit laufenden Ausschüttungen fragen. Kunden wollen regelmäßiger Geld erhalten – zumindest einmal im Jahr oder wie bei Corum einmal im Monat.“

Die Rolle des Vermögensberaters: „Besonders wichtig ist hohes persönliches Engagement“

Angeregt diskutiert wurde auch über die Rolle des Beraters. Vermögensberaterin Marianne Breithut, SwissLife Select, plädierte für eine Kombination zwischen persönlicher und digitaler Beratung: „Ich war gegen Digitalisierung. Ich bin mit der persönlichen Beratung groß geworden. Allerdings wollen die Jungen sich nicht mehr die Zeit nehmen, um ins Büro zu fahren. Mittlerweile mache ich beides – persönliche und Online-Beratung. So berate ich vor allem in der Anlage und in der Finanzierung ausschließlich persönlich. Im Versicherungsgeschäft mache ich vieles online.“ Besonders wichtig sei hohes persönliches Engagement: „Die Menschen haben aufgrund der hohen Inflation und der wirtschaftlichen Lage große Angst, alles zu verlieren. Gerade jetzt ist die persönliche Beratung noch wichtiger geworden, um dem Kunden zu zeigen, dass man für ihn da ist und sich um ihn kümmert.“

Anton Cermak, Managing Partner Beacon Invest, unterstrich den Stellenwert von Sachwerten: „Wir können vor allem von den Vermögenden viel lernen. Die Großen tendieren grundsätzlich dazu, immer über einen wesentlichen Sachwert-Bereich zu verfügen, in welcher Form auch immer. Egal ob man in einem Produkt oder in einer Direkt-Beteiligung drinnen ist – es gibt auch etliche Produkte, bei denen ich auch mit kleinen Beträgen direkt im Sachwert dabei bin.“ Gute Qualifikation in der Beratung müsse einen hohen Stellenwert haben: „Wir benötigen Berater, die gut ausgebildet sind. Ausbildung bei den Finanzdienstleistern ist wesentlich, um Kunden ordentlich zu beraten. Das Know-how vieler Kunden ist mehr als mangelhaft, deswegen ist eine Beratung oft schwierig, da viele Kunden manchmal nicht einmal über ein Grundwissen im Finanzwesen verfügen. Auch digitale Beratung im Finanzwesen ist wichtig, weil das vor allem die Jungen wollen.“

Gerhard Danler, Partner bei Moser Danler Betriebliche Vorsorge, ortet neue Trends in der betrieblichen Vorsorge: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden – auch wenn der Betrieb sehr klein ist – bei einem stabilen Umsatz und wenn ein Gewinn ersichtlich ist, auf kurze Laufzeiten auf die fondsgebundenen Investments gehen.“ Wegen sich aktuell abflachender Renten werden – so Danler – die Entnahme-Pläne in der Fonds- und Vorsorge-Welt in den Vordergrund rücken: „Eigentlich müsste der Versicherer in der Lage sein, seine Auszahlungen der Renten-Formen auf einen Entnahme-Plan umzumünzen. Dann kann er dieses Thema mit gewissen Komponenten, beispielsweise Ablebenskomponenten etc., sogar noch in der Pensionsphase abbilden und hier eine Alternative bieten.“ Auch er unterstrich den hohen Stellenwert professioneller Beratung: „Im Grunde genommen geht es immer um das Gleiche: erklären, begleiten und idealerweise mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Online-Beratung kann persönliche Beratung nicht ersetzen

Einig war sich die Runde, dass Online-Beratung den persönlichen Berater mittelfristig nicht ersetzen kann. Hannes Dolzer: „Kollegen aus ganz Europa bestätigen, dass es mittlerweile ein gewisses Klientel gibt, das seine Vermögens-Veranlagungen bzw. Versicherungen online bzw. vollkommen automatisiert macht. Doch die Versicherer bzw. Produktanbieter müssen online Texte und Vertragsbedingungen aufstellen, die juristisch halten. Und wie schafft es der Durchschnitts-Österreicher, juristisch formulierte Texte wirklich zu verstehen? Daher wird eine große Klientel auch weiterhin Berater benötigen.“

Ähnlich sieht das Werner Holzhauser: „Ich glaube persönlich, dass der Österreicher aufgrund seiner Mentalität jemanden braucht, der ihn ein wenig an der Hand nimmt. Wir reden ja von Anspar-Produkten, bei denen man dem Retail-Kunden auf lange Zeit Geld wegnimmt.“ Deswegen benötige der Kunde immer jemanden, der ihm das Produkt „verkauft“. Spar-Produkte ohne Verkaufsprozess und ohne Berater werden auch in den nächsten zehn Jahren nicht funktionieren. Christian Wagner verwies auf das steigende Ausbildungsniveau der Berater, das aber noch immer im starken Gegensatz zum Finanzwissen der Kunden stehe: „Gerade bei komplexen Vorsorgelösungen ist ein weitreichendes Verständnis über die Funktion von Finanzmärkten bzw. -produkten eine wichtige Voraussetzung. Das ist auch ein Appell, dass an Schulen deutlich mehr wirtschaftliche Bildung bzw. Finanzbildung unterrichtet werden muss.“

Die gesamte Diskussion zum Roundtable „Investieren in unsicheren Zeiten“ lesen Sie in der AssCompact Oktober-Ausgabe!

Foto oben: Die Expertenrunde von links: Christian Wagner, Patrick Ortner, Gerhard Danler, Hannes Dolzer, Anton Cermak, Ernst Vallant, Ulla Arias-Raab, Werner Holzauser und Marianne Breithut.

Die Expertenrunde des Roundtables zum Thema "Investieren in unsicheren Zeiten"

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