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Berufsschule Rohrbach war zu Gast beim Beratertag in Wels

Berufsschule Rohrbach war zu Gast beim Beratertag in Wels

20. April 2026

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5 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Branchenevents werden in der Ausbildung zunehmend als Ergänzung zum Unterricht genutzt. Eine Klasse der Berufsschule Rohrbach war am 9. April beim AssCompact Beratertag in Wels zu Gast. Berufsschullehrer Günther Gierlinger, BEd, beschreibt, welche Einblicke die Schülerinnen und Schüler dort erhielten und welche Rolle solche Veranstaltungen für Ausbildung und Berufsorientierung spielen.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 20.04.2026

Der Besuch eines Branchenevents ermöglicht aus Sicht von Gierlinger einen praxisnahen Zugang zu Inhalten, die im Unterricht zunächst theoretisch vermittelt werden. Beratungssituationen, Produktlösungen und rechtliche Rahmenbedingungen werden dabei anschaulicher. Auch der Austausch mit Branchenvertretern sowie Einblicke in aktuelle Entwicklungen wie Digitalisierung oder veränderte Kundenbedürfnisse tragen dazu bei, die Ausbildung näher an der Praxis auszurichten und soziale sowie kommunikative Kompetenzen zu stärken.

„Aus meiner Sicht als Berufsschullehrer bietet der Besuch des AssCompact Beratertages in Wels einen sehr konkreten und praxisnahen Mehrwert für meine Schülerinnen und Schüler. Zum einen erhalten die Jugendlichen einen direkten Einblick in die aktuelle Berufspraxis der Versicherungs- und Finanzbranche. Inhalte, die wir im Unterricht theoretisch erarbeiten – etwa Beratungsgespräche, Produktlösungen oder rechtliche Rahmenbedingungen – werden hier greifbar und anschaulich vermittelt. Das fördert ein deutlich besseres Verständnis für die Anforderungen im späteren Berufsalltag“, erklärt Gierlinger.

Vom Klassenzimmer in die Praxis

Im Vergleich zum Unterricht im Klassenzimmer beschreibt Gierlinger einen klaren Perspektivwechsel. Während Inhalte dort strukturiert und teilweise abstrakt vermittelt werden, erleben die Schülerinnen und Schüler auf dem Event die Branche in einem realen Umfeld. Dabei werden Dynamik, unterschiedliche Kommunikationsstile und die Bedeutung von Soft Skills unmittelbar sichtbar.

„Ein besonders prägender Eindruck ist die Dynamik: Die Lernenden merken schnell, dass die Branche weit mehr ist als trockene Vertragsanalyse. Themen wie Digitalisierung, Kundenorientierung oder Spezialisierung werden greifbar, weil sie von Praktikern vorgestellt und diskutiert werden. Gleichzeitig erleben sie unterschiedliche Persönlichkeiten und Kommunikationsstile – etwas, das im Unterricht nur begrenzt simuliert werden kann. Im Vergleich zum Klassenzimmer entsteht auf dem Event oft ein Perspektivwechsel: Aus „Lernstoff“ wird „gelebte Realität““, so Gierlinger.

Orientierung durch direkten Austausch

Für die Berufsorientierung spielt der direkte Kontakt mit der Branche eine zentrale Rolle. Gierlinger zufolge erhalten die Schülerinnen und Schüler dadurch ein realistischeres Bild vom Berufsalltag und können unterschiedliche Karrierewege besser einschätzen. Gerade zu Beginn der Ausbildung ist diese Orientierung häufig noch nicht klar ausgeprägt.

„Aus meiner Sicht ist der direkte Kontakt zu Versicherern und Maklern für die Ausbildung und Berufsorientierung der angehenden Versicherungskaufleute von zentraler Bedeutung – ich würde sogar sagen: unverzichtbar. Der direkte Austausch mit Praktikern bringt eine andere Qualität hinein: Die Schülerinnen und Schüler erleben authentische Einblicke in den Berufsalltag. Das schafft Orientierung und ein deutlich realistischeres Berufsbild. Gerade für die Berufsfindung ist dieser Kontakt enorm wichtig“, führt Gierlinger aus.

Interesse an der Branche entwickelt sich unterschiedlich

Im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel zeigt sich aus Sicht von Gierlinger ein differenziertes Bild. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler bringt bereits zu Beginn ein klares Interesse an der Branche mit, während sich dieses bei anderen erst im Laufe der Ausbildung entwickelt. Dabei spielen Praxiserfahrungen, persönliche Kontakte und veränderte Erwartungen an Arbeitsumfeld und Entwicklungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.

„Die Frage nach dem Fachkräftemangel kann ich aus schulischer Perspektive durchaus differenziert beantworten: Ja, wir erleben Interesse – aber es ist nicht selbstverständlich und auch nicht bei allen gleichermaßen ausgeprägt. Ein Teil der Schülerinnen und Schüler entscheidet sich ganz bewusst für die Versicherungsbranche und bringt von Anfang an ein klares Interesse an einer langfristigen Karriere mit. Gleichzeitig gibt es aber auch viele, für die die Ausbildung zunächst eher eine „solide Option“ ist – weniger eine echte Berufung“, erläutert Gierlinger.

Foto oben: Schülerrinnen und Schüler der Berufsschule Rohrbach zur Gast beim AssCompact Beratertag in Wels (Vierter von links vorne: Berufsschullehrer Günther Gierlinger, BEd)

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