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Allianz Green Transition Tracker: Österreich fällt auf Rang 19 zurück

(Bild: © lovelyday12 - stock.adobe.com)

Allianz Green Transition Tracker: Österreich fällt auf Rang 19 zurück

05. November 2026

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5 Min. Lesezeit

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Studien

Allianz Research hat für die zweite Ausgabe des „Green Transition Tracker“ die Fortschritte von 65 Volkswirtschaften seit 2015 auf dem Weg zur Klimaneutralität bewertet. Österreich verbesserte zwar seine Punktzahl, fiel im Ranking aber auf Platz 19 zurück. Weltweit wird Netto-Null beim derzeitigen Tempo laut der Analyse erst 2064 erreicht.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 05.11.2026

Österreichs Punktzahl stieg um 1,0 auf 30,7 Punkte. Damit lag der Zuwachs unter dem weltweiten Durchschnitt von 2,0 und dem EU-Schnitt von 2,2 Punkten. Im Ranking liegt Österreich hinter Deutschland auf Platz 12, Schweden auf Platz 15 und Spanien auf Platz 17. Tschechien folgt auf Platz 20, Italien auf Platz 22.

Fortschritte verzeichnete Österreich insbesondere bei der Energieeffizienz und den verbrauchsbezogenen Pro-Kopf-Emissionen. Der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen stieg 2025 von 24% auf 31%. Gleichzeitig gingen die Subventionen für fossile Brennstoffe von 3,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 2,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 zurück.

Die erneuerbare Stromproduktion sank 2025 hingegen um 9,5%, obwohl die Solarstromerzeugung um 26,6% zulegte. Der Anteil CO₂-armer Energien am Strommix fiel von 86,2% auf 83,6%. Bei diesem Tempo würde Österreich seine Netto-Null-Ziele laut Allianz Research erst deutlich nach 2050 erreichen.

Katharina Utermöhl, Leiterin des Bereichs Thematic and Policy Research bei Allianz Research, sagt:

"Österreich macht ermutigende Fortschritte bei der Energieeffizienz und Elektromobilität. Auch die verbrauchsbezogenen Pro-Kopf-Emissionen gehen zurück. Der jüngste Rückgang der erneuerbaren Stromerzeugung zeigt jedoch, dass selbst ein weitgehend klimafreundlicher Strommix nicht vor Rückschlägen gefeit ist. Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien und eine widerstandsfähigere Stromversorgung sind entscheidend, um die Fortschritte auf dem Weg zur Klimaneutralität dauerhaft zu sichern."

Nur ein Drittel der Länder auf Paris-Kurs

Auf die 65 untersuchten Volkswirtschaften entfallen zusammen 81% der weltweiten Treibhausgasemissionen. In diesem Jahr verbesserten sich 56 Länder um durchschnittlich zwei Punkte. Laut Allianz Research befindet sich jedoch nur rund ein Drittel auf einem Kurs, der mit dem Pariser Abkommen vereinbar ist.

An der Spitze des Rankings stehen Luxemburg, Dänemark und Estland. Alle zehn führenden Länder kommen aus Europa. Kolumbien erzielte mit 16,5 zusätzlichen Punkten den größten Sprung, während die Ölstaaten am Golf weiterhin das Schlusslicht bilden.

Patrick Hoffmann, ESG-Ökonom bei Allianz Research:

"Fast jedes Land bewegt sich in die richtige Richtung. Das Problem ist das Tempo. Bei dem jetzigen Fortschritt wird die Netto-Null erst im Jahr 2064 erreicht werden – 14 Jahre später als geplant. Und die klimapolitische Kluft vergrößert sich: Die Spitzenreiter ziehen weiter davon, während die Nachzügler Mühe haben, Schritt zu halten."

Die obere Hälfte der Rangliste legte mit durchschnittlich 2,6 Punkten fast doppelt so stark zu wie die untere Hälfte mit 1,3 Punkten. Die EU führt das Ranking weiterhin an, ihre Emissionen sanken 2025 jedoch nur noch um 0,2%. Bei diesem Tempo würde sie ihre Ziele laut Allianz Research erst 2057 erreichen.

Erneuerbare überholen Kohle

Erneuerbare Energien waren 2025 mit einem Anteil von 33,5% erstmals seit mehr als einem Jahrhundert die größte Stromquelle weltweit. Sie überholten damit Kohle, deren Anteil bei 33,2% lag. Das globale Emissionswachstum verlangsamte sich von 1,5% auf 0,7%.

Zugleich werden Technologien zur Energiewende günstiger: Die jährlich neu installierte Batteriespeicherkapazität stieg von rund 2 Gigawattstunden im Jahr 2015 auf 307 Gigawattstunden im Jahr 2025. Die Installationskosten sanken im selben Zeitraum um 91%. Für 2026 erwartet Allianz Research einen Anstieg der Investitionen in saubere Energie um 6,5% auf 2,2 Billionen US-Dollar.

Ludovic Subran, Chefökonom und Chief Investment Officer bei der Allianz:

"Die CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen könnten in diesem Jahr um 0,5% sinken, während die Wirtschaft solide wächst, doch das ist eher auf günstige saubere Technologien und teures Öl zurückzuführen als auf eine strengere Klimapolitik. Ein Preisschock ist keine Strategie. Regierungen sollten der Versuchung widerstehen, ihn durch neue Subventionen für fossile Brennstoffe abzufedern, und stattdessen den Wandel durch eine vorhersehbare CO₂-Bepreisung und schnellere Investitionen in Netze und Speicherkapazitäten festigen."

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