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ÖGVS-Test ortet „deutliche Unterschiede“ bei Rechtsschutz-Prämien
25. Februar 2020

ÖGVS-Test ortet „deutliche Unterschiede“ bei Rechtsschutz-Prämien

Erhebliche Unterschiede und Mängel im Kundendienst ortet die ÖGVS – Gesellschaft für Verbraucherstudien in einer aktuellen Analyse von Rechtsschutzversicherungen. Testsieger sind zwei Gesellschaften der Zurich.


Die ÖGVS hat in Kooperation mit dem Magazin trend und dem Tarifvergleichsportal durchblicker.at 15 Rechtsschutzversicherer getestet. Zu beachten ist, dass einige wesentliche Gesellschaften nicht in den Test miteinbezogen wurden. Das Ergebnis setzt sich aus den Leistungen der Versicherer in drei Hauptkategorien zusammen: Tarife (60% des Gesamtwertes), Transparenz & Komfort (20%) und Kundendienst (20%).

Bis zu 75% Prämiendifferenz

In der Kategorie „Tarife“ wurden sowohl Prämien als auch Versicherungsleistungen untersucht. Dazu wurden eine Kfz-Rechtsschutzversicherung (Single, ein Kfz) und eine Privatrechtsschutzversicherung (Paar mit zwei Kindern) jeweils mit und ohne Selbstbehalt angefragt. Das Resultat seien „deutliche Unterschiede“ in den Prämienhöhen, lautet das Testurteil. So lassen sich durch einen Wechsel in den günstigsten Tarif im Privatrechtsschutz bis zu 74%, im Kfz-Rechtsschutz bis zu 75% sparen.

Leistungen unterschiedlich

Gleichzeitig wird aber auch betont: Wer sich für einen günstigeren Tarif entscheidet, sollte auch das Leistungsspektrum im Blick haben. Auch wenn nicht alle billigeren Produkte automatisch mit geringeren Leistungen verbunden seien, werden oft nicht alle Eventualitäten abgedeckt. So fehlte etwa im Kfz-Rechtsschutz in einigen Tarifen der Lenker-Rechtsschutz. Unterschiede finden sich auch in der Versicherungssumme, die von maximal 100.000 bis 275.000 Euro reicht.

Im Privatrechtsschutz werden beispielsweise die Kosten für eine Mediation nur von zehn der 15 getesteten Versicherer übernommen. Die Versicherungssummen variieren hier zwischen 80.000 und 275.000 Euro. Die besten Tarife mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis fanden die Tester bei der Zurich Connect gefolgt von der Zurich und der Wüstenrot.

Oft wenig Transparenz auf Webseiten

Nachholbedarf orten die Tester in der Kategorie „Transparenz & Komfort“. So bieten die Webseiten der Unternehmen häufig „nur recht spärliche“ Informationen an. Neun der 15 getesteten Versicherer stellen online einen Prämienrechner zur Verfügung. Die detaillierten Bedingungen zu den angebotenen Tarifen finden sich nur bei gut der Hälfte der Anbieter verlinkt. Positiv sei hingegen, dass nahezu alle Anbieter die in ihren Produkten enthaltenen Leistungen ausführlich aufführten und verständlich anhand von Beispielen erklären. Führend im Bereich Transparenz & Komfort zeigte sich die Zurich Connect. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die ARAG und die VAV.

Kundendienst mangelhaft

Der Kundendienst wurde per Telefon bezüglich Erreichbarkeit, Freundlichkeit und Kompetenz getestet. Mängel zeigten sich hier vor allem bei der Kompetenz der Kundendienst-Mitarbeiter. Nachdem immerhin in 95% der Fälle spätestens beim zweiten Anruf-Versuch ein Mitarbeiter erreicht werden konnte, gaben die Gesprächspartner nicht immer eine Antwort auf die gestellte Frage. Bei Erhalt einer eindeutigen Antwort war diese zwar meistens korrekt, fiel allerdings häufig nur sehr knapp und wenig ausführlich aus. Den besten Kundendienst erfuhren die Tester bei der UNIQA. Aber auch ROLAND Rechtsschutz und die HDI auf den Plätzen zwei und drei agierten überdurchschnittlich in dieser Teilkategorie.

Das Gesamtergebnis
Anbieter Zielerreichung
Zurich Connect 84,2%
2,1 | Gut
Zurich 81,3%
2,2 | Gut
ARAG 81,0%
2,3 | Gut
VAV 80,3%
2,3 | Gut
UNIQA 78,8%
2,4 | Gut
HDI 76,3%
2,6 | Befriedigend
D.A.S. Rechtsschutz 75,0%
2,7 | Befriedigend
Helvetia 74,9%
2,7 | Befriedigend
Wüstenrot 73,8%
2,7 | Befriedigend
Grazer Wechselseitige 72,2%
2,9 | Befriedigend
Merkur 71,0%
2,9 | Befriedigend
ÖAMTC 69,7%
3,0 | Befriedigend
ROLAND Rechtsschutz 68,7%
3,1 | Befriedigend
Oberösterreichische Versicherung 68,1%
3,1 | Befriedigend
Kärntner Landesversicherung 67,7%
3,2 | Befriedigend 

 



Kommentare

von Stephan Pestitschek am 25.02.2020 um 13:26 Uhr
Bei den Massensparten in der RS sind die Unterschiede oft nicht so arg, denn ich nehme an, daß die Rabatte nur teilweise berücksichtigt wurden. Da ist der Vergleich für Makler und Agenten auch leichter möglich. Problematisch ist es beim RS wenn man individuelle Deckungen braucht - z.B. Vermieter-RS wenn man mehrere Wohneinheiten vermietet. Da lehnen die meisten Versicherer ohne Prüfung des Risikos ab. Ähnlich ist es in der Haftpflicht, wo gewisse Risken von vornherein abgelehnt werden. Da wäre eine Datenbank mit den Versicherern von Vorteil, wo man die Bereitschaft für ausgefallene Risken herauslesen kann. Mir hat die Allianz ein Haft-Risiko abgelehnt und die Daten wurden an einen deutschen Makler weitergegeben - was natürlich niemand war... Der dt. Makler hat dann die Versicherung abgeschlossen - bei der WIener ALlianz, die es vorher abgelehnt hat. Die Allianz, die mir eine Lösung zugesagt hat, hat dann geblockt - trotz VOllmacht vom Kunden und anfänglichen Zusagen. Zuerst wurde alles abgestritten - bis ich ihnen ihre eigene Polizze geschickt habe. Dann haben sie mir nicht geantwortet.



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