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Zielgruppe Trafikanten: „Ein Freund wurde in drei Jahren viermal überfallen!“
09. Juni 2021

Zielgruppe Trafikanten: „Ein Freund wurde in drei Jahren viermal überfallen!“

Wie kommt man zur Zielgruppe Trafikanten? Bei Martin Wienerroither spielte der Zufall Regie. Der Schwechater Versicherungsmakler in der AssCompact Serie „Erfolgreiche Nischen-Player“ über spezielle Risiken und darauf abgestimmte Deckungskonzepte.


Wie ist die Spezialisierung auf Ihre Zielgruppe Trafikanten entstanden?

Eigentlich durch Zufall. Ich wickelte einen Feuerschaden in einer Gemeindewohnung der Stadt Schwechat ab. Als Makler der Stadt hatte ich Info über den Brandschaden und die Geschädigte erhalten, die zu dieser Zeit noch kein Kunde meiner Kanzlei war. Der damalige Haushaltsversicherer wendete den Einwand der „groben Fahrlässigkeit“ an und verweigerte die Zahlung aus der HH. Dies konnten wir letztlich abwenden und die Geschädigte erhielt die Leistung. Diese Dame arbeitete und arbeitet noch immer in einer naheliegenden Trafik, wo auch ich immer wieder einkaufe. Die Betreiberin der Trafik sprach mich auf einen Fall Ihrerseits an und auch dies konnten wir positiv erledigen. Diese Trafikantin ist Obfrau der Wohlfahrtseinrichtung der Tabak-Trafiken und so ergaben sich Gespräche ob einer Versicherungslösung für deren Mitglieder

Was braucht´s für einen professionellen Versicherungsschutz für Trafikanten? Welche Risiken müssen abgedeckt werden?

Primär geht es um Sicherungsauflagen, die wir mit einem Versicherer entsprechend vereinfachen konnten – Stichwort Obliegenheiten. Zusätzlich sind in den uns geprüften Versicherungsverträgen meist zu geringe Barmittel versichert – Zusatzbausteine wie Freizügigkeit in Bezug Barmittel auf der privaten Adresse, reine Vandalismus Schäden an Automaten und Inhalt sind im Rahmenvertrag vereinbart, etc. Dies gelang aufgrund der Masse an Trafiken, sowie wir entsprechende Promillesätze mit dem Versicherer vereinbaren konnten – Stichwort Risikostreuung.

Können Sie kurz einen interessanten Schadenfall schildern?

Da wäre die Liste sehr lange: Vor allem im Bereich Einbruchdiebstähle und Überfalle sind Schäden zu verzeichnen. Die Schadensbelastung ist exorbitant hoch. Ich habe einen guten Freund, der ist in drei Jahren mittlerweile viermal überfallen worden.

Wie gestaltet sich in dieser Nische die Kooperation mit den Versicherern? Arbeiten Sie mit Rahmenverträgen?

Ja, es besteht ein Rahmenvertrag, wodurch eine Risikostreuung entsteht. Grundsätzlich waren am Anfang nur zwei Versicherer zu Gesprächen ob eines Rahmenvertrages bereit und mit diesen die Verhandlungen sehr, sehr schwierig. Der Rest reagierte auf die Anfrage wie üblich mit „danke, dass Sie in diesem Zusammenhang auch an uns denken, jedoch können wir aus unternehmerischen Gründen nicht anbieten.“ Jetzt einige Jahre später und mit herzeigbaren Schadensätzen, sind wir sehr gut aufgestellt und führen stets Nachverhandlungen in Bezug div. Zusätze. Der mit Sicherheit wichtigste Bestandteil des Rahmenvertrages und zum Schutz von einzeln betroffenen Trafiken ist der Verzicht einer Schadenkündigung. Maklerkollegen wird die Möglichkeit zur Kooperation angeboten.

Wie hat sich die Zielgruppenspezialisierung generell auf Ihr Maklerbüro ausgewirkt?

Da wir sehr viele Trafiken im Kundenklientel führen, haben wir auch Erfahrungswerte in der Schadenabwicklung.

Haben Sie Tipps an die Kolleginnen und Kollegen, worauf bei einer Spezialisierung zu achten ist?

Man muss – wie in allen Bereichen – sich dem Thema als Kunde widmen und das Marktumfeld kennen. Und dann braucht es die entsprechende Verbreitung und Kundmachung.

Kanzlei-Wienerroither

Gründungsjahr: 1998
Standort: Schwechat
Mitarbeiterzahl: 5

Foto oben: Martin Wienerroither
Titelbild: ©conartis – stock.adobe.com





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