Peter Humer: „Kombi aus klassischem Vertrieb und Digitalvertrieb ist die Zukunft!“

Peter Humer: „Kombi aus klassischem Vertrieb und Digitalvertrieb ist die Zukunft!“

17. Juni 2021

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6 Min. Lesezeit

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News-Management & Wissen

Dr. Peter Humer, Vorstand Kunde & Markt Österreich der UNIQA Österreich Versicherungen AG, über die stetig voranschreitende Digitalisierung im Vertrieb, das Strategieprogramm „UNIQA 3.0“ und welche Sparten in Zukunft das meiste Potenzial mit sich bringen.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 6/17/2021

Dr. Peter Humer hat bei der UNIQA als Vertriebstrainer begonnen und war mehr als zehn Jahre Landesdirektor in Salzburg. Am 01.01.2020 übernahm er schließlich im Vorstand von UNIQA Österreich in einer schwierigen Zeit den Bereich „Kunde & Markt“.

„Mit 01.01.2020 haben wir uns neu aufgestellt mit dem Ziel einer End-to-End-Verantwortung“, erzählt Dr. Humer. „Das Ressort Kunde & Markt beschäftigt sich unter anderem mit Kunden- und Vertriebsthemen, Digitalisierung sowie der Versicherungstechnik. Mit der Coronakrise mussten wir uns auch im Vertrieb Herausforderungen stellen, die sonst nie Thema gewesen wären“, so Dr. Humer und erzählt weiter: „Aufgrund der Kontaktbeschränkungen haben wir gelernt, dass wir Besprechungen und Meetings inhaltlich viel effizienter abhalten können. Zudem hat sich die Kommunikation mit den Kundinnen und Kunden verändert. Sie sind bereit, digital zu unterschreiben oder über Video zu kommunizieren. Prozesse können schneller, automatisierter und standardisierter abgewickelt werden. Dennoch ist und bleibt die persönliche Beratung sehr wichtig, vor allem wenn es zum Beispiel um Personenversicherung geht.“

„Gemeinsame digitale Abwicklungsmöglichkeiten finden, um effizienter und schneller zu werden“

Den größten Aufholbedarf bei der Zusammenarbeit und den Prozessen mit den Versicherungsmaklern sieht Dr. Humer, im Finden gemeinsamer Abwicklungsmöglichkeiten, um effizienter und schneller zu werden. „Die Versicherungsmakler denken mittlerweile daran, vieles in ihren Abläufen und Prozessen selbst zu automatisieren und standardisieren. Einerseits um Fehler zu reduzieren, andererseits um schneller und effizienter zu arbeiten. Am Ende geht es darum, den gemeinsamen Kunden ausgezeichnet zu servicieren. Hier merken wir, dass das Interesse an der direkten Kommunikation und Abwicklung steigt, sei es die elektronische Unterschrift oder auch die OMDS 3 Schnittstelle. Neben den Themen der Digitalisierung geht es um Kompetenz und Schnelligkeit“, erklärt Dr. Humer. „Im Retail Geschäftsfeld (i.e. Privatkunden und einfaches Firmenkundengeschäft) sind die Produkte meist sehr standardisiert. Deshalb müssen wir die Chance nutzen gemeinsame Abwicklungsmöglichkeiten zu finden, um effizienter und schneller zu werden. Es gibt mittlerweile unterschiedliche Standards (BiPRO, OMDS 3) – diese zu nutzen ist das Um und Auf, um in der Zukunft bestehen zu können. UNIQA hat sich für OMDS 3 entschieden.“

„UNIQA 3.0 besteht nicht bloß aus einer Kosteneinsparung“

UNIQA hat im November 2020 einen rigorosen Sparkurs inklusive Abbau von 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Österreich angekündigt. Auch für Dr. Humer‘s Ressort Kunde & Markt Österreich bedeutet die neue Strategie UNIQA 3.0 sich neu aufzustellen. „In meinem Ressort, Kunde & Markt Österreich, beschäftigen wir uns mit Themen rund um Kunden, Geschäftspartner, Kooperationen und unsere neun Landesdirektionen. Daher war es für uns besonders herausfordernd, Maßnahmen zu setzen und gleichzeitig die hohe Servicequalität, für die UNIQA steht, zu halten,“ erläutert Dr. Humer und betont: „Das Strategieprogramm UNIQA 3.0 besteht nicht bloß aus einer Kosteneinsparung, sondern beschäftigt sich vielmehr mit der zukünftigen Ausrichtung von UNIQA. Das Ziel ist, uns selbst zukunftsfit zu machen, um auf die Herausforderungen der Megatrends richtig vorbereitet zu sein. „Betreffend der Maklerschaft haben wir das neue Partnerservice zusammengefasst, regional verankert bzw. steht ein persönlicher Ansprechpartner bereit. Für das Corporate Geschäft (i.e. Firmen- und Individualgeschäft) können unsere top ausgebildeten Accountmanager die Anliegen direkt bearbeiten“, so Dr. Humer.

Potenzial für die Zukunft

Potenzial für die Zukunft sieht Dr. Humer grundsätzlich in allen Sparten, da er der Meinung ist, dass durch die Corona-Krise das Risikobewusstsein einerseits und das Sicherheitsbedürfnis andererseits gestiegen sind. „Selbstverständlich ist die Versicherungsdichte in den einzelnen Sparten unterschiedlich hoch – besonders im Bereich der Vorsorge gibt es in Österreich Nachholbedarf. Vor allem das Gesundheits- und Altersthema ist sehr wichtig“, informiert Dr. Humer und erklärt weiter: „Blicken wir auf das vergangene Jahr zurück, ist das Thema Gesundheit noch mehr in den Mittelpunkt gerückt. Hier bieten wir auch einige Services und Leistungen über Privatspitäler bzw. SanusX an. Was wir auch beobachten ist, dass Selbständige und Unternehmen sich zunehmend mit Versicherungen auseinandersetzen, um ihr eigenes Angebot für ihre Kundinnen und Kunden zu erweitern. Wir haben laufend Anfragen zu Affinity-Produkten, also passenden Zusatzversicherungen zu den eigentlichen Produkten von Unternehmen. Das werden wir weiter ausbauen, da wir ein großes Marktpotential wahrnehmen. Darüber hinaus beobachten wir eine stark steigende Präsenz von Cyberkriminalität – gleichzeitig wird dieses Risiko noch immens unterschätzt.“

Das gesamte Vorstandsinterview lesen Sie in der AssCompact Juni-Ausgabe!

Foto oben: Franz Waghubinger (li.) im Gespräch mit Dr. Peter Humer, UNIQA

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