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So viel Abschlusspotenzial steckt in nachhaltigen Versicherungsprodukten
17. Juni 2021

So viel Abschlusspotenzial steckt in nachhaltigen Versicherungsprodukten

Eine aktuelle Studie „Nachhaltige Versicherungsprodukte“ des Marktforschungs- und Beratungsinstituts HEUTE UND MORGEN untersucht, wo genau die Verbraucher nachhaltige Versicherungslösungen erwarten, wie einzelne nachhaltige Leistungen bewertet werden und wie groß die nachhaltigkeitsbezogenen Abschluss- und Wechselpotenziale sind.


Versicherer haben insbesondere in der jüngeren Generation die langfristige Chance, mit nachhaltigen Produkten erfolgreich zu sein. Grundsätzlich können sich heute bereits rund zwei Drittel aller Verbraucher vorstellen, in Zukunft gezielt nachhaltige Versicherungsprodukte abzuschließen; bei den unter 30-Jährigen und den besonders nachhaltigkeitsaffinen Verbrauchern sind es sogar über 80%.

Welche Versicherungsprodukte die Nachhaltigkeitserwartungen der Verbraucher am besten erfüllen können

Die größte Passung einzelner Versicherungsprodukte zum Thema Nachhaltigkeit sehen die Verbraucher derzeit spontan vor allem in der Sachsparte, und hier insbesondere bei Kfz-Versicherungen (64%) und bei Wohngebäudeversicherungen (61%). Aber auch in anderen Sparten und Produktsegmenten, wie etwa Lebens-, Renten- oder Krankenzusatzversicherungen, nimmt bereits mehr als jeder dritte Verbraucher einen guten „Fit“ zu Nachhaltigkeit wahr. In einzelnen Produktsegmenten, wie etwa der Unfallversicherung oder der Berufsunfähigkeitsversicherung, fehlt vielen Verbrauchern bisher jedoch noch die Vorstellungskraft, wie diese konkret nachhaltig zu gestalten sind. Generell gilt: Nachhaltige Versicherungsprodukte sind überwiegend erklärungsbedürftig. Haben die Verbraucher mögliche unterschiedsbildende Nachhaltigkeitsvorteile von Produkten verstanden, wächst zugleich deren Bereitschaft zu Abschluss und Wechsel.

Welche nachhaltigkeitsrelevanten Leistungsmerkmale die Verbraucher am stärksten begeistern

Ausführlich untersucht wurden in der Studie für sieben zentrale Produktsparten (KFZ, Wohngebäude, Hausrat, Krankenzusatz, Unfall, LV / RV, BU) auch zahlreiche einzelne Leistungsmerkmale, die die Verbraucher in puncto Nachhaltigkeit am stärksten begeistern können. Besonders überzeugen können dabei Leistungen, die den Versicherten das Einsparen von Kosten ermöglichen (bspw. Mehrkostenübernahme bei nachhaltigkeitsorientierten Schadenregulierungen, Rabatte für nachhaltigen Lebensstil etc.).

Bei nachhaltigen Kapitalanlagen / Vorsorgeprodukten (Fondsgebundene Versicherungsprodukte etc.) zeigt sich: Produkte, die Nachhaltigkeit über „Einschlusskriterien“ etablieren (bspw. Schutz natürlicher Ressourcen, Invest in erneuerbare Energien etc.) kommen besser an als Produkte, die primär „Ausschlusskriterien“ in den Vordergrund stellen (bspw. Gewährleistung des Ausschlusses von Kinderarbeit, ausdrücklicher Verzicht auf Invests in Waffen / Rüstungsgüter etc.).

Nachhaltigkeitsbezogene Abschluss- und Wechselbereitschaften der Verbraucher

Bei sonst gleichen Konditionen liegt die grundsätzliche Abschluss- und Wechselbereitschaft für nachhaltige Versicherungsprodukte spartenübergreifend aktuell zwischen 30% (Krankenzusatzversicherung) und 42% (Wohngebäudeversicherung). Deutliche Differenzen zeigen sich dabei zwischen unterschiedlich nachhaltigkeitsaffinen Verbrauchersegmenten. Zugleich zeigt sich: Nach der Vorstellung konkreter nachhaltigkeitsbezogener Leistungen einzelner Versicherungsprodukte lässt sich ein Anstieg der Abschlussbereitschaft feststellen.

Geringe Bereitschaft, Mehrkosten oder Leistungseinschränkungen zu akzeptieren

Zugleich macht die Studie deutlich: Aktuell sind im Versicherungsbereich nur wenige Verbraucher bereit, für nachhaltige Versicherungsprodukte höhere Kosten bzw. schlechtere Konditionen in Kauf zu nehmen. Ist dies bei Produktangeboten der Fall, sinkt die Abschluss- und Wechselbereitschaft sehr deutlich und je nach Produktart auf zwischen vier und acht Prozent.

Mehr Information erwünscht – Zusammenarbeit mit neutralen „Bürgen“ sinnvoll

Noch besteht unter den Verbrauchern eine signifikante Unsicherheit und Skepsis bezüglich der Frage, ob als nachhaltig beworbene Produkte und deren Produktgeber „wirklich“ nachhaltig sind. Dies trifft auch die Anbieter von Versicherungsprodukten – umso mehr, je lauter und breiter mit dem Label „nachhaltig“ kommuniziert wird. Generell begrüßen die meisten Verbraucher (73%) verstärkte Informationen der Versicherer zur Nachhaltigkeit. Zumal das Thema im Verbraucherbewusstsein kein kurzfristiges Modethema darstellt.

Sogar die nachhaltigkeitskritischen Verbraucher wünschen zu 43% zusätzliche Informationen der Versicherer. Zu nachhaltigen Produkten informiert werden wollen die Verbraucher am liebsten von ihren persönlichen Ansprechpartnern für Versicherungsangelegenheiten; wahlweise per E-Mail oder auch im persönlichen Beratungsgespräch. Parallel legen die Verbraucher aber auch großen Wert auf eigene Recherchen im Internet und auf Informationen von unabhängiger Seite.

Übergreifend gilt: Für die Fundierung der Nachhaltigkeit von Versicherungsprodukten – wie auch des nachhaltigen Handelns der Produktgeber insgesamt – reicht allein der Claim, nachhaltige Lösungen zu bieten, nicht aus. Neben glaubwürdiger, transparenter und verständlicher eigener Information, braucht es für eine stärkere Positionierung daher auch „neutrale“ Bürgschaften und Garantien. Dabei kann es sich beispielsweise um im Bereich der Nachhaltigkeit glaubwürdige Testimonials handeln; nicht zuletzt aber auch um die Zusammenarbeit der Anbieter mit Institutionen und Verbänden, die Nachhaltigkeitsaktivitäten und entsprechende Produktangebote seriös prüfen und bestätigen. Zumal Labelings wie „nachhaltig“, „ökologisch“, „bio“ oder „fair“ aktuell noch weitgehend ungeschützt und beliebig sind – und daher aus Verbrauchersicht leicht auch irreführend oder missbräuchlich verwendet werden können.

Insgesamt erweist sich das Thema Nachhaltigkeit für die Versicherungen der HEUTE-UND-MORGEN-Studie als große Chance, die zugleich mit vielfältigen neuen Erwartungen, Anforderungen und Risiken verbunden ist. Versicherer haben zahlreiche Möglichkeiten, die Kunden mit organisch zu verschiedenen Produktgruppen passenden nachhaltigen Leistungsbausteinen zu begeistern. „Angeklebte“ und fragwürdige Produktargumentationen, etwa nach dem vollmundigen Marketing-Motto: „Kaufe fünf Tafeln Schokolade und Du pflanzt dafür einen neuen Baum“, eignen sich im Versicherungsbereich hingegen wenig für eine nachhaltige Positionierung der Anbieter im Wettbewerb.

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier …

Quelle: Heute und Morgen Studie „Nachhaltige Versicherungsprodukte“ und AssCompact Deutschland, bearbeitet von AssCompact Österreich.

Bild: ©kurapy – stock.adobe.com





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