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Umfrage: „Stimmungstief“ unter Österreichs Finanzchefs
21. November 2019

Umfrage: „Stimmungstief“ unter Österreichs Finanzchefs

Klimawandel, Brexit und Fachkräftemangel – unter europäischen Finanzchefs steigt laut einer aktuellen Studie die Unsicherheit. Auch in Österreich zeigen sich die CFOs „deutlich pessimistischer“.


„Die Stimmung trübt sich europaweit ein“, lautet das Fazit einer Befragung unter 1.400 Finanzchefs, die das Beratungsunternehmen Deloitte durchgeführt hat. So ist durchschnittlich mehr als ein Drittel der befragten Finanzvorstände weniger optimistisch, was die finanzielle Entwicklung ihres Unternehmens angeht. Das aktuelle Unsicherheitsniveau im ökonomischen und finanziellen Umfeld schätzen 62% als hoch ein. „Die heimischen Finanzchefs sind deutlich pessimistischer als noch zu Jahresbeginn. Acht von zehn Befragten wollen jetzt keine neuen Risiken eingehen“, sagt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Fachkräftemangel, Wirtschaft und politische Risiken

Vor allem die aktuelle Arbeitsmarktsituation bereitet dem Großteil der österreichischen Befragten nach wie vor Kopfzerbrechen: 68% sehen im Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ein sehr großes Risiko für die Geschäftsentwicklung. In den schlechten Konjunkturaussichten sehen 64% einen erheblichen Risikofaktor. „Gepaart mit politischen Instabilitäten wie Regierungswechseln, Handelskriegen oder Brexit wirken sich externe Risikofaktoren wie Fachkräftemangel und laue Konjunkturprognosen zunehmen bremsend auf die reale Wirtschaftsentwicklung aus“, so Marterbauer.

Risikofaktor Klimawandel

Neben dem sich abzeichnenden wirtschaftlichen Abschwung beschäftigt die CFOs vor allem der Klimawandel. Dieser sei mittlerweile ein klares Thema der Chefetage und Unternehmen seien gefordert, hier Verantwortung zu übernehmen. Laut Studie üben nicht nur die Zivilgesellschaft, sondern auch Kunden, Aktionäre und Stakeholder Druck auf die heimischen Unternehmen aus, entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz zu setzen. Der Fokus der Unternehmen liegt dabei in erster Line auf der Effizienzsteigerung bei der Energieverwendung und auf dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. 15% der Befragten haben bisher noch gar keine Schritte gegen den Klimawandel geplant.

„Trotz allem gewisse Zuversicht“

Entsprechend der verhaltenen Grundstimmung wollen die meisten Finanzchefs derzeit auch keine strategischen Risiken eingehen. Daher stehen in erster Linie Wachstum im Kerngeschäft, organisches Wachstum sowie Kostensenkungen hoch im Kurs. An Expansionspläne oder Akquisitionen wird hingegen deutlich seltener gedacht. „Die Führungskräfte reagieren auf das instabile, risikobehaftete Umfeld. Viele bewahren sich aber trotz allem eine gewisse Zuversicht für die eigene Unternehmensentwicklung“, meint Marterbauer. So erwartet immerhin fast die Hälfte der österreichischen CFOs in den kommenden Monaten einen Umsatzanstieg für das eigene Unternehmen.





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