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Golfversicherung – zahlt sich das aus?
16. Juli 2021

Golfversicherung – zahlt sich das aus?

Die Coronazahlen sinken, die Golfplätze sind wieder geöffnet, Turniere finden wieder statt. Auch Golfreisen in ferne Länder werden wieder angeboten. So weit, so gut! Wie sieht es aber mit dem Schutz meiner teuren Golfausrüstung aus? Welche Haftung habe ich bei verschuldeten Schäden gegenüber Dritten?


Von Alfred Binder, ÖVM Vorstand (Foto)

Beim Amateurgolf kommt es sehr oft vor, dass ein Ball nicht in die Richtung fliegt die eigentlich geplant war. Ich selbst war live dabei, wie der Ball auf Grund eines missglückten kurzen Schlages (Chip) seinen Weg auf die Schläfe eines Mitspielers gefunden hat. Die Folge war Bewusstlosigkeit, Spital, Gehirnerschütterung. Aber auch ein Sachschaden liegt im Bereich der Möglichkeit.

Bei Vorliegen der schadenersatzrechtlichen Voraussetzungen haftet jeder Golfspieler betraglich unbegrenzt, insbesondere nach den Vorschriften des ABGB.

Meist ist bei einer Golfversicherung eine Haftpflichtversicherung integriert. Aber auch eine Privathaftpflichtversicherung inkludiert in einer Haushaltsversicherung würde schon helfen.

Golfversicherung bietet Schutz bei folgenden Gefahren:

Hat man sein spielerisches Niveau mit der Zeit gesteigert so passt man auch die Golfausrüstung an sein erworbenes Können an. Hochwertige Golfausrüstungen, damit sind nicht nur die Schläger gemeint, sind teuer und können ohneweiters einen Wert von 10.000 Euro erreichen. Wechselt der E-Trolley ungewollt seinen Besitzer, infolge von einfachem Diebstahl oder Einbruchdiebstahl, kann das einen Verlust von 4.000 Euro oder mehr verursachen.

Bei der Produktauswahl ist darauf zu achten, für welche „Behältnisse“ der Deckungsschutz gilt.

Caddyräume sind meist mit der Möglichkeit ausgestattet, Batterien der E-Trolleys aufzuladen. Ein erhöhtes Risiko für einen Brandschaden ist dadurch gegeben und sollte im Rahmen einer derartigen Versicherungsdeckung Feuerschäden mit eingeschlossen sein.

Ein Bruch des Schlägerschaftes kann schnell passieren und Kosten zwischen 200 Euro bis 1.000 Euro verursachen.

Nachdem Golfer eine reisefreudige Spezies sind, kann es natürlich vorkommen, dass bei einer Reise die Ausrüstung beschädigt oder gestohlen wird.

Und zum Schluss….das Hole-in- one! Das größte Glück eines Golfers. Statistisch gesehen liegt dafür die Chance bei einem Amateurgolfer bei 1 zu 12.750. Sollte dieser „Glückstreffer“ doch einmal bei einem Turnier gelingen wird aus diesem Glückstreffer eine teure Angelegenheit. Die Etikette sieht nämlich vor, dass alle Mitspieler eines Turnieres auf einen Drink einzuladen sind. Das kann Kosten bis zu 500 Euro oder mehr verursachen.

Eine Golfversicherung bietet Schutz für die genannten Gefahren und wird von einigen Versicherern in Österreich, z.B. Städtische, Nürnberger oder Donau angeboten.

Mein Tipp: Ja, es zahlt sich aus!

Wenn Ihre Kunden viele Golfrunden spielen und mit der Golfausrüstung oft auf Reisen gehen, ist der Abschluss einer Golfversicherung anzuraten.

Verschiedene Höchsthaftungssummen und Selbstbehalte beeinflussen den Versicherungsschutz und sind demnach zu berücksichtigen. Vergleichen sie daher die Produkte der Anbieter hinsichtlich Bedingungen und Leistungsgrenzen.

In diesem Sinne “schönes Spiel“!

Den Beitrag lesen Sie auch in der AssCompact Juli-Ausgabe

Titelbild: ©pakorn khantiyaporn/EyeEm – stock.adobe.com





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