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FMA-Aufruf: Was Stakeholder von der Digitalisierung erwarten
06. Februar 2020

FMA-Aufruf: Was Stakeholder von der Digitalisierung erwarten

Angesichts neuer Mitbewerber müssen Finanzdienstleister digitaler werden und ihre Geschäftsmodelle anpassen. Davon gehen von der Finanzmarktaufsicht (FMA) befragte Stakeholder aus – und fordern mehr Möglichkeiten für digitale Abwicklung.


Im Sommer 2019 wurde die Studie „Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt“ veröffentlicht. Danach folgte ein „Call for Input“ an die Stakeholder – Investoren, Sparer, Versicherungsnehmer und Verbraucher, öffentliche Institutionen – um ihre Meinungen und Anregungen. Elf Stakeholder sind der Aufforderung gefolgt, die Ergebnisse hat die FMA nun bekannt gegeben.

Demnach „teilen und bekräftigen“ die teilnehmenden Stakeholder die Schlussfolgerungen der Studie. Insgesamt werden die Auswirkungen der Digitalisierung als positiv eingeschätzt, da sie dabei helfen würden, Kunden besser zu verstehen und Geschäftsmodelle sowie Produkte besser auf deren Bedürfnisse auszurichten. Auch wenn die Teilnehmer kurzfristig keine Disruption im Kerngeschäft erwarten, rechnen sie damit, dass die beaufsichtigten Unternehmen ihre Geschäftsmodelle langfristig anpassen müssen.

Neue Mitbewerber nicht nur Konkurrenz

Hindernisse für die Digitalisierung werden nicht nur in der Regulierung gesehen, sondern auch in der teilweise fragmentierten und veralteten IT-Landschaft, der Unternehmenskultur und der digitalen Kompetenz der Kunden. Die teilnehmenden Stakeholder gehen davon aus, dass neue digitale Mitbewerber bestehende Unternehmen zu einer laufenden Weiterentwicklung drängen werden. Die größten Veränderungen werden dabei in den Bereichen Retail, Zahlungsverkehr, Anlageberatung und Self-Service erwartet. Gleichzeitig werden neue digitale Mitbewerber aber nicht nur als Konkurrenten, sondern auch als potenzielle Kooperationspartner betrachtet.

Digitale und analoge Vertriebsformen

Produktgestaltung und Vertrieb sehen die teilnehmenden Stakeholder von zwei Seiten: Einerseits plädieren sie dafür, dass die Regulierung eine rein digitale Geschäftsabwicklung ermöglichen sollte. Andererseits wird auch der Sicherstellung traditioneller Kommunikationsformen und Vertriebskanäle ein hoher Stellenwert eingeräumt, sodass Kunden mit einer geringeren digitalen Kompetenz nicht den Anschluss verlieren.

„Level Playing Field“

Nach Ansicht der Stakeholder sollte der digitale Transformationsprozess von der FMA begleitet werden. Die Rolle der FMA wird vor allem darin gesehen, ein „Level Playing Field“ zu gewährleisten, ohne dabei wettbewerbsregulierend einzugreifen. Anklang findet das Konzept der „Sandbox“, das Unternehmen ermöglicht, neue Geschäftsmodelle zu erproben und einen Überblick über regulatorische Vorgaben zu erhalten. Erwartet wird von der FMA außerdem, auch künftig tiefgehende Analysen der Chancen und Risiken der Digitalisierung für den Finanzmarkt durchzuführen.

Die Studie „Digitalisierung am österreichischen Finanzmarkt. Stand, Ausblick, Call for Input“ und der gesamte Bericht zu den Ergebnissen des Call for Input sind auf der FMA-Website abrufbar.





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