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Allianz Risk Barometer 2026: Cyber bleibt größtes Unternehmensrisiko, KI rückt stark nach

Allianz Risk Barometer 2026: Cyber bleibt größtes Unternehmensrisiko, KI rückt stark nach

14. Januar 2026

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5 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Das Allianz Risk Barometer 2026 zeigt weltweit wie auch in Österreich eine deutliche Verschiebung der Risikowahrnehmung: Cyberangriffe bleiben das größte Unternehmensrisiko, während Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung gewinnt.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 14.01.2026

Cybervorfälle sind 2026 zum fünften Mal in Folge das weltweit größte Unternehmensrisiko. 42% der weltweit Befragten nennen Cyberangriffe, insbesondere Ransomware, als Top-Risiko. Damit erreicht Cyber den höchsten jemals gemessenen Wert im Allianz Risk Barometer und liegt zehn Prozentpunkte vor dem zweitplatzierten Risiko. Cyberrisiken stehen in allen Weltregionen – Amerika, Europa, Asien-Pazifik sowie Afrika und Naher Osten – an erster Stelle. Die zunehmende Abhängigkeit von digitalen Technologien sowie ein dynamisches geopolitisches und regulatorisches Umfeld verschärfen die Bedrohungslage, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen mit begrenzten Sicherheitsressourcen.

Michael Bruch, Global Head of Risk Consulting Advisory Services bei Allianz Commercial:

"Die Investitionen großer Unternehmen in Cybersicherheit und Resilienz haben sich ausgezahlt und sorgen dafür, dass sie Angriffe frühzeitig erkennen und darauf reagieren können. Allerdings entwickeln sich Cyberrisiken ständig weiter. Unternehmen sind zunehmend auf Drittanbieter für kritische Daten und Dienste angewiesen, während KI die Bedrohungen verstärkt, die Angriffsfläche vergrößert und bestehende Schwachstellen noch verschärft."

KI-Risiken mit größtem Sprung im Ranking

Künstliche Intelligenz ist 2026 weltweit auf Platz 2 der größten Unternehmensrisiken vorgerückt. 32% der Befragten bewerten KI als hohes branchenübergreifendes Risiko. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Sprung von Platz 10 auf Platz 2 – der größte Anstieg im aktuellen Ranking. KI zählt in allen Regionen zu den Top-Risiken und liegt in Amerika, Asien-Pazifik sowie Afrika und Nahost jeweils auf Platz 2, in Europa auf Platz 3. Fast die Hälfte der Befragten sieht in KI mehr Vorteile als Risiken, während rund ein Fünftel überwiegend Risiken erkennt. Gleichzeitig wächst die Sorge über Haftungsfragen, Reputationsschäden und operative Abhängigkeiten.

Ludovic Subran, Chefökonom der Allianz:

"Unternehmen sehen KI zunehmend nicht nur als eine leistungsstarke strategische Chance, sondern auch als eine komplexe Quelle für operative, rechtliche und Reputationsrisiken. In vielen Fällen schreitet die Einführung schneller voran, als Governance, Regulierung und Unternehmenskultur mithalten können."

Österreich: KI erstmals größtes Geschäftsrisiko

In Österreich zeigt sich ein noch deutlicherer Fokus auf KI. 44% der heimischen Befragten nennen Künstliche Intelligenz als größtes Geschäftsrisiko für 2026, gefolgt von Cyberangriffen mit 32%. Betriebsunterbrechungen, regulatorische Änderungen und der Klimawandel teilen sich mit jeweils 26% den dritten Platz. Naturkatastrophen fallen im österreichischen Ranking auf Platz 7 zurück und werden nur noch von 21% als zentrales Risiko genannt. Das entspricht einem Rückgang von 22%punkten gegenüber dem Vorjahr.

Daniel Matić, CEO der Allianz in Österreich:

"Das Jahrhunderthochwasser 2024 prägte ganz klar das letztjährige Risk Barometer für Österreich. Da die Lage 2025 etwas gemäßigter war, rückt auch die Gefahr durch Naturkatastrophen wieder in den Hintergrund. Stattdessen wird Künstliche Intelligenz von österreichischen Unternehmen als zunehmendes Risiko empfunden – von Datenabfluss und Manipulation bis zu Haftungs- und Reputationsschäden birgt der Einsatz von KI viele Fallstricke. Wer sich schützen will, braucht klare Governance, sichere Daten- und Zugriffsmodelle sowie laufende Risiko-Checks."

Betriebsunterbrechungen und geopolitische Risiken eng verknüpft

Betriebsunterbrechungen sind 2026 weltweit auf Platz 3 der größten Unternehmensrisiken zurückgefallen, bleiben jedoch eng mit anderen Risiken verknüpft. 29% der Befragten sehen sie als größte Gefahr. Geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und protektionistische Maßnahmen setzen globale Lieferketten unter Druck. Nur drei% der Studienteilnehmer schätzen ihre Lieferketten als sehr resilient ein. Handelsbeschränkungen haben sich im vergangenen Jahr verdreifacht und betreffen Waren im Wert von rund 2,7 Billionen US-Dollar, was nahezu 20% der weltweiten Importe entspricht. Politische Risiken und Gewalt steigen im Ranking auf Platz 7 und erreichen damit die höchste Platzierung seit Bestehen des Risk Barometers. Weltweit halten 51% der Befragten eine massive Störung globaler Lieferketten infolge geopolitischer Konflikte für das wahrscheinlichste „Black-Swan“-Szenario der kommenden fünf Jahre.

Das Allianz Risk Barometer 2026 basiert auf den Einschätzungen von 3.338 Risikoexperten aus 97 Ländern und wird zum 15. Mal veröffentlicht.

Foto oben: Daniel Matić, CEO der Allianz in Österreich

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