20 Jahre ÖVT: Konzentration auf die eigenen Stärken als Credo

20 Jahre ÖVT: Konzentration auf die eigenen Stärken als Credo

31. Mai 2022

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5 Min. Lesezeit

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News-Im Blickpunkt

Der Verband der österreichischen Versicherungstreuhänder (ÖVT) feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. ÖVT-Präsidentin Anna-Maria Taudes spricht im Interview über die größten Meilensteine und Herausforderungen in dieser Zeit, die Zukunft der Maklerschaft und den Stellenwert des ÖVT bei den Gesellschaften.

Mag. Peter Kalab

Redakteur/in: Mag. Peter Kalab - Veröffentlicht am 5/31/2022

Zu den größten Herausforderungen und Meilensteinen in den letzten 20 Jahren zählt die ÖVT-Präsidentin Anna-Maria Taudes unter anderem die Selbstregulierungskraft: „Was meine ich damit? Es geht um die Kraft, aus der vollen Gewerbeberechtigung heraus zu arbeiten und die Konzentration auf die Rechte, die sich daraus ergeben. Ich bin stolz darauf, dass wir es schaffen, aus 'lästigen Pflichten' eigene Stärken zu entwickeln.“

Ein weiterer großer Meilenstein war, so Taudes, die Implementierung der Fremdschadenregulierungsmethode: „Was hat das jetzt mit ‚Selbstregulierung‘ zu tun? Immer dann, wenn der Markt es nicht schafft, ein brauchbares, faires Regulativ für die eigene Dienstleistung zu entwickeln, greift der Gesetzgeber am Wiener Stubenring oder in Brüssel ein. Lange bevor die EU überhaupt über Sorgfalt & Weiterbildung nachdachte, war Berufsethik bereits 2002 in der ÖVT-Verfassung in Stein gemeißelt.“

„Ordentliche Entlohnung für ordentliche Arbeit“

Anna-Maria Taudes ist seit Beginn an beim ÖVT an Bord. Seit 2010 ist sie Präsidentin. Ihr Credo lautet: Ordentliche Entlohnung für ordentliche Arbeit. „Jede neue Idee wird zuerst einmal negiert, dann bekämpft und letztlich haben es immer schon alle gewusst, wie es geht! Jetzt nach 20 Jahren ist tatsächlich die Anerkennung, der Respekt, die Wertschätzung da, die sich die Versicherungstreuhänder verdienen. Dazwischen gab es zweifellos aber auch Stunden der Enttäuschung, der Selbstkritik oder des Unverständnisses“, so Taudes.

„Klar, einfach, prägnant und aussagekräftig“

Die ÖVT-Präsidentin beschreibt die Sprache des ÖVT als „klar, einfach, prägnant und aussagekräftig“. Das bedeutet, so Taudes, komplexe Themen nicht kompliziert, sondern einfach zu erklären: „Wir neigen besonders in unserer Branche dazu, zu viel und zu umständlich zu reden. ‚Wer fragt, der führt!‘ Nicht nur in diesem Segment orientieren wir uns stark am Sachverständigenverband. Auch hier haben wir enormes Entwicklungspotenzial.“

Interessenwahrung, Unabhängigkeit, Eigenverantwortung

Die größten Vorteile für Mitglieder des ÖVT-Netzwerkes beruhen laut Taudes auf drei Säulen: Interessenwahrung, Unabhängigkeit, Eigenverantwortung:

  • Berufsordnung = das Auftragsverhältnis (klar – sauber – abgegrenzt). Oder vereinfacht gesagt: Wie gehen wir miteinander um?
  • Honorarwesen = Leistungs- und Kalkulationsrichtlinie (vorweg – schriftlich – ausdrücklich – im Einzelnen) festgehalten in der ÖVT-Präambel.
  • Sachverständigenwesen mit Brief & Siegel im ÖVT-Sachverständigeneid. In Kurzfassung: ehrlich – redlich – sorgfältig

„Wer sich weiterentwickeln und/oder verändern möchte, dabei nicht nur an den Produktionslisten der Partner gemessen werden möchte, sondern auch ein deutliches Mehr an Lebensqualität gewinnen möchte, dem empfehle ich unseren Diplomlehrgang“, so Taudes weiter.

„Das Zusammenwirken mit heimischen Versicherern ist ähnlich einem Ländermatch“

Das Zusammenwirken mit den heimischen Versicherern und dem ÖVT, der mittlerweile an die 100 Mitglieder zählt, vergleicht Taudes mit einem Ländermatch: „Mal kennt man den Gegner, mal unterschätzt man ihn. Das nächste Mal wird man vielleicht für die eigene Arroganz bestraft. Und manchmal schlägt die fehlende Kondition unbarmherzig zu, wenn in der Rapid-Viertelstunde die Luft ausgeht. Vor allem, wenn man in der Vorbereitung schlampig war.“

„Konzentration auf die eigenen Stärken“

Für die Zukunft der Maklerschaft sieht die ÖVT-Präsidentin einen starken Konzentrationswettbewerb in allen Bereichen: „Bei kleinen, mittleren und großen Betrieben. Erfolgreich sind diejenigen, die ihre Ware erfolgreich verkaufen. Ein kleiner Seitenblick dazu: Ist die kleine Gastronomie, mit Freundlichkeit und regionaler Qualität ihrer Lebensmittel in einer harmonischen, liebevoll eingerichteten Stube zum Sterben verurteilt und es überleben nur die großen Ketten? Was heißt das für unsere Branche? Konzentration auf die eigenen Stärken! Das ist ein zentrales Thema beim Diplomlehrgang. Wir helfen dabei.“

Das gesamte Interview lesen Sie in der AssCompact Juni-Ausgabe!

Foto oben: Anna-Maria Taudes, Präsidentin des Verbandes der österreichischen Versicherungstreuhänder
Titelbild: ©snowing12 – stock.adobe.com

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