„Die Covid-Pandemie hat den Zusammenhalt bei UNIQA deutlich gestärkt“

„Die Covid-Pandemie hat den Zusammenhalt bei UNIQA deutlich gestärkt“

06. Mai 2022

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6 Min. Lesezeit

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News-Im Blickpunkt

Dr. Andreas Brandstetter, CEO der UNIQA Insurance Group AG und der UNIQA Österreich Versicherungen AG, spricht im Interview über herausfordernde Zeiten, seine vordringlichsten Ziele als Präsident des Dachverbands der europäischen Versicherer „Insurance Europe“ und das neue Strategieprogramm „UNIQA 3.0 – Seeding the Future".

Mag. Peter Kalab

Redakteur/in: Mag. Peter Kalab - Veröffentlicht am 5/6/2022

Dr. Andreas Brandstetter ist vor 25 Jahren in die heutige UNIQA Gruppe eingetreten und steht seit 2011 an der Spitze des Konzerns. Aktuell erlebt auch die UNIQA Gruppe herausfordernde Zeiten – Stichwort Ukraine-Krieg. So ist die UNIQA Group seit vielen Jahren sowohl in Russland als auch in der Ukraine aktiv. „Wir sind das zweitgrößte Versicherungsunternehmen am Markt – in den 2000er Jahren aufgebaut. Viele Städte, die jetzt verwüstet sind – Mykolajiw, Charkiw, Donezk – sind uns vertraut, wir kennen dort viele Menschen. Der Grad der Betroffenheit in unserem Unternehmen ist höher als bei allen anderen Krisen, die ich in den letzten 25 Jahren bei UNIQA erlebt habe, da wir mit diesen Menschen in der Ukraine, unseren Kolleginnen und Kollegen und deren Familien, so intensiv mitfühlen. Dieser Krieg ist durch nichts gerechtfertigt. Die Konsequenzen dieses Krieges sind aus meiner Sicht noch nicht absehbar, doch ich bin mir sicher, dass uns die Folgen noch viele Jahre global begleiten werden“, so Brandstetter.

„Die Geschwindigkeit, in der diese Veränderungen stattfinden, ist atemberaubend“

Aber nicht nur aufgrund des verheerenden Krieges im Osten erlebt die UNIQA Gruppe gerade herausfordernde Zeiten. „Es sind die Summe von Veränderungen, die unsere Branche gerade durchlebt“, so Brandstetter. „Die Digitalisierung, ein anderes Kundenverhalten und Megatrends, wie etwa die Urbanisierung. Die Geschwindigkeit, in der diese Veränderungen stattfinden, ist atemberaubend.“

Aus der Corona-Pandemie wiederum ziehe UNIQA vor allem drei Konsequenzen, so Brandstetter: „Erstens: Wie rasch wir als Industrie in der Lage waren, ausgehend von wenigen Daten, komplett auf digitalen Betrieb umzustellen. Das wäre in normalen Zeiten schwer möglich gewesen. Zweitens eine große Nachfrage nach Gesundheitsprodukten. Und drittens ein sehr hohes Maß an Zusammenhalt im Unternehmen – getreu dem Motto: „Jetzt erst recht. Diese Krise schaffen wir. Davon lassen wir uns nicht unterkriegen!“

Konzernergebnisse 2021 trotz Corona-Pandemie sehr gut

Die Corona-Pandemie scheint der UNIQA Konzern auch gut überstanden zu haben. So verzeichnete UNIQA 2021 ein Prämienplus von mehr als 14% und ein Plus im Konzernergebnis von fast 315 Mio. Euro. „Es sind zwei Faktoren: Zum einen kommen wir in Österreich bei der Umsetzung des Strategieprogramms ‚UNIQA 3.0‘ sehr gut voran, zum anderen hatten wir das Glück, dass wir die AXA-Akquisition, die für unsere Verhältnisse sehr viel Geld gekostet hat, rund 1 Mrd. Euro, bereits im ersten Jahr in beiden geographischen Märkten – Österreich und Osteuropa – voll umsetzen konnten und nun insgesamt knapp 16 Millionen Kundinnen und Kunden betreuen“, erläutert Brandstetter.

„Zwei Drittel der Schäden aus Naturkatastrophen sind nicht versichert“

Im Juni 2021 ist Dr. Andreas Brandstetter für weitere drei Jahre zum Präsidenten des Dachverbands der europäischen Versicherer „Insurance Europe“ gewählt worden. Seine vordringlichsten Ziele dabei sind der Kampf gegen die Unterversicherung bei Naturkatastrophen und Pensionsvorsorgen: „Zwei Drittel der globalen Schäden aus Naturkatastrophen sind nicht versichert. Das ist kein Phänomen der dritten Welt. Wenn man an das berühmte Erdbeben von L‘Aquila in Italien im Jahr 2009 denkt, sieht man, dass das auch in Europa der Fall ist – zwei Drittel sind nicht versichert“, informiert Brandstetter und sagt weiter: „Beim Thema Pensionsvorsorge ist mir immer noch unverständlich, warum der österreichische Staat und fast jede Regierung in Europa das Gefühl vermitteln, die staatliche Pension genüge und ermögliche ein Altern in Würde. Das sehen wir definitiv nicht so. Es gibt zu wenig Initiative bei der privaten Pensionsvorsorge – in ganz Europa und auch in Österreich. Betrachtet man das Thema Female Gender Pension Gap, dass eine Frau in Österreich im Schnitt 500 Euro weniger Pension bekommt als ein Mann – rund 1.500 versus 1.000 Euro, ist das für eine zivilisierte Gesellschaft doch eigentlich unglaublich.“

„Die Toleranz-Bereitschaft der Kundinnen und Kunden sinkt fast täglich“

UNIQA Österreich hat Ende 2020 das neue Strategieprogramm „UNIQA 3.0 – Seeding the Future“ vorgestellt – u.a. mit einer Standardisierung der bestehenden Geschäftsmodelle, dem Einstieg in neue Geschäftsfelder, hohe Investitionen in die IT, Stellenabbau und Standortreduktion. Laut Brandstetter wurde bereits im ersten Jahr sehr viel davon umgesetzt, wobei die unbedingte Kundenzentrierung im Mittelpunkt stehe. „Es ist einer der großen Megatrends, dass die Qualität, die unsere Kundinnen und Kunden von uns erwarten, nicht mehr in Relation allein zum Mitbewerb zu sehen ist, sondern in Relation zu Dienstleistern im Tourismus, in der Gastronomie, im digitalen Bereich – Spotify, Amazon, Google usw.“, erklärt Brandstetter. „Die Toleranz-Bereitschaft der Kundinnen und Kunden sinkt fast täglich. Der Spagat, den wir zu gehen haben, ist einerseits diese Toleranz durch positive Dinge wie Künstliche Intelligenz, Big Data, Kundenqualität zu erhöhen und gleichzeitig die Profitabilität und die Kosteneffizienz zu stärken. In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns. Und da haben wir noch einiges vor uns.“

Das gesamte Interview lesen Sie in der AssCompact Mai-Ausgabe!

Foto oben: Dr. Andreas Brandstetter im Gespräch mit AssCompact Herausgeber Franz Waghubinger

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