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WKO-Konjunkturbericht: Versicherungsmakler vergleichsweise gut davongekommen

WKO-Konjunkturbericht: Versicherungsmakler vergleichsweise gut davongekommen

18. Mai 2021

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6 Min. Lesezeit

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News-Studien

Die im Auftrag der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) durchgeführte Konjunkturerhebung spiegelt für das Jahr 2020 den negativen Einfluss der Corona-Pandemie wider. Für Versicherungsmakler und Finanzdienstleister waren die negativen Auswirkungen vergleichsweise mit anderen Sparten geringer.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 5/18/2021

Die Ergebnisse der Konjunkturbeobachtung der Sparte „Information und Consulting“ für das Jahr 2020 inkl. der Vorschau für 2021 basieren auf den Meldungen von mehr als 3.300 Betrieben mit rd. 12.400 Beschäftigten. Im Gesamtdurchschnitt „Information und Consulting“ sind folgende Fachverbände beinhaltet: Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, Finanzdienstleister, Werbung und Marktkommunikation, Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie, Ingenieurbüros, Druck, Immobilien- und Vermögenstreuhänder, Buch- und Medienwirtschaft, Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten sowie Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen.

10,3% mehr Beschäftigte bei den Finanzdienstleistern

Die rund 110.400 Unternehmen der Sparte „Information und Consulting“ beschäftigten im Jahresdurchschnitt 2020 rund 243.700 unselbstständig Beschäftigte (inkl. geringfügig Beschäftigter). Dies bedeutet ein leichtes Beschäftigtenplus von 0,7 % gegenüber 2019.

Während es in den von der Corona-Krise besonders stark betroffenen Branchen Werbung (-8,3%), Druck (-7,3%) sowie Buch- und Medienwirtschaft (-3,9%) zu (deutlichen) Rückgängen gekommen ist, waren insbesondere bei den Finanzdienstleistern (+10,3%)und Versicherungsmakler (+0,2%) im Jahr 2020 mehr Beschäftigte tätig als 2019.

Umsatzplus bei Versicherungsmakler und Finanzdienstleister

2020 mussten 46% der Betriebe im Vergleich zum Vorjahr Umsatzrückgänge hinnehmen, 24% meldeten stabile Umsätze und 30% konnten ihre Umsätze steigern. Im Gesamtdurchschnitt ist der Umsatz der Sparte Information und Consulting nominell um 5,4% zurückgegangen. Zum Vergleich: Der nominelle Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukts lag bei 5,5%. Der nominelle Umsatz der Ein-Personen-Unternehmen ist 2020 verglichen mit 2019 um 7% zurückgegangen. Damit war die Entwicklung schwächer als im Gesamtdurchschnitt.

Bei den Fachverbänden zeigen sich deutliche Unterschiede. Besonders deutlich ist das Minus im Druck (-14,1%) und der Werbung (-13,8%) ausgefallen. Umsatzzuwächse verzeichneten lediglich die Finanzdienstleister (+1,4%) sowie die Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (+1,2 %).

Auftragslage: Finanzdienstleister und Versicherungsmakler überdurchschnittlich zufrieden

Die Auftragslage wurde zu Jahresbeginn 2020 (Stand Februar/Mitte März 2021) im Durchschnitt der Sparte Information und Consulting mit der Note 2,5 und damit als „befriedigend“ beurteilt. Die Bewertung fiel damit geprägt von der Corona-Krise deutlich schlechter als in den Vorjahren aus. Ein-Personen-Unternehmen stuften die Auftragslage mit 2,8 schlechter ein als der Gesamtdurchschnitt.

Die Finanzdienstleister (2,1), und die Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (2,1) sind mit der Auftragslage überdurchschnittlich zufrieden. Am schlechtesten fällt die Bewertung in der Werbung (3,2) sowie in der Buch- und Medienwirtschaft (3,4) aus.

Finanzdienstleister erwarten ein Umsatzwachstum von 7,5%

Für das Jahr 2021 erwarten die Unternehmen ein Umsatzwachstum von 5,2% gegenüber 2020. 45% der Betriebe rechnen mit im Vergleich zum Vorjahr steigenden Umsätzen, 35% erwarten stabile Umsätze und 20 % der Unternehmen befürchten Umsatzeinbußen gegenüber 2020. Die Ein-Personen-Unternehmen erwarten für 2020 einen Umsatzanstieg von 6,8%.

Alle Fachverbände prognostizieren Umsatzsteigerungen für 2021. Die Finanzdienstleister (+7,5%), sind besonders optimistisch.

Versicherungsmakler und Finanzdienstleister planen eine Investitionssteigerung von mehr als 20%

Für das Jahr 2021 wird seitens der Unternehmen – ausgehend vom sehr niedrigen Niveau 2020 – eine Erhöhung der Investitionen um 14,7% prognostiziert. 44 % der Betriebe beabsichtigen zu investieren: 24% planen eine Erhöhung ihrer Investitionen, 6 % eine Verringerung und 14% gleichbleibende Investitionen. Die Ein-Personen-Unternehmen rechnen für das Jahr 2021 mit einem Plus bei den Investitionen von 23,3%.

Die Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (+25,5%), die Finanzdienstleister (+21,6 %) sowie der Fachverband Buch- und Medienwirtschaft (+20,8%) planen eine Steigerung der Investitionen gegenüber dem Vorjahr von mehr als 20%.

Bei den Versicherungsmaklern sind die Gewinne im Vergleich zu 2019 um 0,7% gesunken. Lediglich bei den Finanzdienstleistern sind die Gewinne 2020 (voraussichtlich) geringfügig höher ausgefallen als 2019.

Mehrheit der Versicherungsmakler und Finanzdienstleister haben Kundenkontakt online durchgeführt

Die Unternehmen der Sparte Information und Consulting haben mit spezifischen Maßnahmen auf die Corona-Pandemie reagiert. Dabei ist verstärkt auf Online-Kundenkontakt gesetzt worden. Die am häufigsten gesetzte Maßnahme waren vermehrte Online Besprechungen mit Kunden (71% der Befragten). Danach folgen die vermehrte Leistungserbringung an Kunden online (59%) und die vermehrte Geschäftsanbahnung mit Kunden online (48%). 45% der Unternehmen haben neue Arten von Leistungen und Produkten angeboten.

Einen vermehrten Einsatz von Online Besprechungen mit Kunden gab es am häufigsten bei den Finanzdienstleistern (77% der Befragten). Insbesondere die Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (77%) sowie die Finanzdienstleister (76 %) haben die Leistungserbringung an Kunden auf Grund der Corona-Pandemie vermehrt online durchgeführt.

Hier geht’s zum detaillierten WKO-Konjunkturbericht 2021 …

Bild: ©nateejindakum – stock.adobe.com

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