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Wie junge Familien in Österreich vorsorgen
15. Mai 2019

Wie junge Familien in Österreich vorsorgen

Die durchschnittliche Jungfamilie in Österreich hat rund vier Versicherungen bei zwei bis drei Anbietern abgeschlossen. Dabei ist die Lebensversicherung überraschend beliebt, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Helvetia Österreich zeigt.


In der durchschnittlichen „Jungfamilie“ leben Mutter, Vater und statistisch 1,5 Kinder auf 129 Quadratmetern Wohnfläche, besitzen 1,6 Autos und machen 1,8 Urlaubsreisen pro Jahr. Welche Versicherungen abgeschlossen werden und wie es um die Vorsorge in den Familien steht, wollte das Marktforschungsinstitut TripleM für Helvetia Österreich in einer repräsentativen Online-Befragung von rund 500 Personen wissen, die in österreichischen Haushalten mit Kind(ern) unter 14 Jahren leben und in Finanz- und Vorsorgefragen zumindest mitentscheiden.

Monatlich 155 Euro für Vorsorge

Neun von zehn Befragten geben an, mit ihrem Einkommen gut auszukommen. 40% erwarten sich eine Verbesserung ihrer finanziellen Situation in den nächsten zwei bis drei Jahren. „Nichtsdestotrotz haben 13% der Jungfamilien ein schlechtes Auskommen und damit keine Möglichkeit, zu sparen und vorzusorgen“, sagte Christina Matzka, Geschäftsführerin von TripleM, bei der Präsentation der Studie.

Der größte Anteil an Ausgaben entfällt auf Wohnen (36%), gefolgt von Lebenserhaltungskosten (23%). 73% der befragten Familien geben an, Geld auf die Seite zu legen. Damit liegt die Sparquote mit 6,9% der Ausgaben bei Jungfamilien leicht über dem Durchschnitt in Österreich (6,4%). Jungfamilien, die sparen können, investieren derzeit durchschnittlich 155 Euro pro Monat in die Zukunftsvorsorge.

Lebensversicherung in 7 von 10 Haushalten

Die befragten Familien haben durchschnittlich 4,2 Versicherungen bei 2,4 Versicherungsinstituten abgeschlossen. Am stärksten verbreitet sind Haushalts-/Eigenheim- und Kfz-Versicherungen, die jeweils 85% der befragten Familien abgeschlossen haben. 71% besitzen laut eigenen Angaben eine Lebens- und Pensionsvorsorge – ein überraschend hoher Anteil für Werner Panhauser, Helvetia-Vorstand für Marketing und Vertrieb. „Immerhin gilt Österreich noch immer als Land der Bausparer. Junge Familien wissen offenbar, dass die Lebensversicherung gut als Pensionsvorsorge und steuerschonende Sparform genutzt werden kann.“

Zwei Drittel (66%) der Befragten haben eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. „Es wird so viel gestritten wie noch nie. Deshalb wird das Thema immer populärer und geht mittlerweile weit über den Kfz-Rechtsschutz hinaus“, so Thomas Neusiedler, Vorstand für Schaden-Unfall bei Helvetia Österreich. Eine private Unfallversicherung findet sich bei 60% der Familien im Polizzenordner – hier sei laut Christina Matzka noch „mehr Bewusstsein“ notwendig. 37% haben eine private Krankenversicherung und 15% eine Haustierversicherung – wobei hier auch die Hundehalter-Haftpflicht mitgezählt werden dürfte. Gering verbreitet sind E-Bike- und Cyberversicherung (je 2%).

Vorsorge für die meisten sehr wichtig

„Vorsorge“ ist für den Großteil der befragten (76%) gleichbedeutend mit Altersvorsorge. Das Thema hat für 25% der Befragten einen „sehr hohen“, für weitere 56% einen „eher hohen“ Stellenwert. Dabei zeige sich, dass Helvetia Kunden – repräsentativ etwa acht Prozent der Befragten – der Vorsorge tendenziell mehr Bedeutung zumessen als der Durchschnitt. Der Annahme, „ohne private Altersvorsorge wird das Einkommen in der Pension nicht ausreichen“, stimmen 36% voll und 44% aller Umfrageteilnehmer eher zu. Dem staatlichen Pensionssystem vertrauen 45% der Befragten. Den Versicherungsinstituten schreiben 68% eine hohe Verantwortung im Bereich Vorsorge zu. Ein knappes Viertel (24%) hält es momentan nicht für notwendig, Vorsorge zu betreiben.

Lebensversicherung und Sparbuch liegen vorne

Die am häufigsten genutzte Vorsorgeform ist laut Umfrage die Lebensversicherung, die in 66% der Haushalte besteht und damit gleichauf mit dem klassischen Sparbuch liegt (66%). Sieben Prozent planen aktuell und weitere sieben Prozent längerfristig den Abschluss einer Lebensversicherung. 57% haben in einen Bausparer und 36% in Immobilien investiert. Im Portfolio der Jungfamilien folgen die Pensionsvorsorge mit staatlicher Förderung (29%), Aktien und Anleihen (22%) sowie Investmentfonds (16).

Kinder-Vorsorge: Trend zur Fondsgebundenen

Einen Schwerpunkt legt die Studie auf die Vorsorge für Kinder. 86% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass „man nicht früh genug mit Vorsorge anfangen kann“. Mehr als ein Drittel (37%) der Sparausgaben – das sind 75 Euro im Monat – ist speziell für den eigenen Nachwuchs vorgesehen. Am beliebtesten sind dabei der Bausparvertrag (58%) und das klassische Sparbuch (55%). Knapp jeder Fünfte (19%) hat eine Lebensversicherung für die Kinder abgeschlossen, 18% in Immobilien angelegt. Hier ortet Panhauser Aufklärungsbedarf: „Uns erstaunt, dass bei der Vorsorge für Kinder eher auf konservativere Modelle gesetzt wird, zumal es attraktivere Vorsorgemodelle gibt“. Hier weisen die Helvetia-Vorstände auf eine spezielle Kindervorsorge hin. Panhauser: „Aktuell machen Kinder unter 15 Jahren rund 3,5% unserer Kunden aus, davon haben über die Hälfte ein Kinderprodukt.“ Hier sei ein Trend zur fondsgebundenen Lebensversicherung erkennbar, deren Anteil bei knapp 83% bei den Kinderprodukten liege.

Foto (v.l.): Werner Panhauser, Christina Matzka, Thomas Neusiedler





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