VSV fordert grundlegende Änderungen im Finanzvertrieb

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VSV fordert grundlegende Änderungen im Finanzvertrieb

21. Oktober 2022

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3 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Der Verbraucherschutzverein (VSV) hat in Kooperation mit fynup hochrangige Vertreter aus Politik und Medien zur aktuellen Situation der 3. Säule informiert, da eine Reihe an Mängeln grundlegende Änderungen des Finanz-Vertriebs im Sinne der Transparenz und des Konsumentenschutzes erfordert.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 10/21/2022

Als Grund für das Engagement des Verbraucherschutzvereins in dieser Sache nennt er: Wenn Probleme vorab so deutlich sind, sei es besser präventiv tätig zu werden und Konsument*innen vor Fehlern zu bewahren als später mit Klagen erlittene Verluste zurückzufordern. Das sei für alle Akteure sinnvoller.

fynup hat in einer Kosten-Studie über 50.000 Vorsorge-Kombinationen analysiert und festgestellt, dass 50% der am Markt erwirtschafteten Rendite bei der Finanz-Industrie hängen bleiben und nur 50% bei Konsument*innen ankommen. Betroffen sind sowohl Versicherungs-Anlageprodukte (Lebensversicherungen) als auch Fonds-Sparen bei Banken. Verursacht werden die hohen Kosten laut Studie durch Provisionen auf zwei Ebenen. Fonds zahlen Provisionen an Banken und Versicherungen, diese bezahlen Provisionen an Berater*innen. Besonders nachteilig wirken sich Provisionen aus, welche zu Beginn der Vorsorge verrechnet werden (Zillmerung), weil dadurch zu Beginn zwangsläufig Verluste entstehen, welche oft erst nach 15 Jahren ausgeglichen werden.

Digitalisierte Honorar-Beratung

Voraussetzung für geringe Kosten sind transparente und vollständige Informationen. Der VSV sieht diese Voraussetzung am besten in einer Honorarberatung erfüllt und will diese Form der Beratung fördern. Konsument*innen zahlen für die Beratungsleistung (wie beim Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater) ein Honorar.

Aufgrund geringerer Kosten sei es möglich, dass die Vorsorge – bei gleichem Risiko – den doppelten Gewinn abwerfen, so der VSV.

Forderungen des VSV an die Politik

  • Die Honorar-Beratung mit Provisions-Beratungsteuerlich gleichstellen und in der Berichterstattung fördern. Honorar-Beratung sorgt für Transparenz im Sinne des Konsumentenschutzes, fördert automatisch die finanzielle Bildung und selbst-bewusstes Handeln.
  • Angebote von Versicherungs-Anlageprodukten müssen verständlicher und transparenter werden. Damit meinen wir nicht mehr Papier, sondern weniger und dafür verständlich. Vor allem die Kosten und Provision sollte auf einem Blatt vollständig und verständlich dargestellt werden. Wir machen gerne Vorschläge zur konkreten Umsetzung.
  • Versicherungen sollen alle relevanten Informationen (verständlich und vollständig) zu aktuellen und bestehenden Versicherungs-Anlageprodukten (sowie zu älteren, welche nicht mehr verkauft werden) online zur Verfügung stellen müssen. Nur so können sich Konsument*innen und Berater*innen „barrierefrei“ informieren. Derzeit erhalten nicht einmal Berater*innen Informationen über aktuell verkaufte Produkte, wenn keine Kooperation besteht, wodurch der gesetzliche Auftrag freier Berater nicht erfüllt werden kann.

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