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Nicht schon wieder….
28. November 2019

Nicht schon wieder….

…. denken sich viele in unserer Branche, wenn sie das Schlagwort „Digitalisierung“ hören. Kunde und Produkt scheinen in den Hintergrund zu treten und alle beten das neue goldene Kalb der Digitalisierung an. Nur wissen wir eigentlich genau, was wir wollen?


Von Mag. Helmut Geil, Chief Development Officer bei netinsurer, HKR GmbH

In Gesprächen mit selbst ernannten Marktführern in der Digitalisierung fällt eines leider auf: Die Konzentration auf die Praxis wird am Altar der „Innovationsführerschaft“ geopfert. Dabei wird sehr oft auf die Grundregeln einer erfolgreichen digitalen Strategie vergessen:

  • Fokussierung auf den Kunden: Klingt logisch (ist es auch) aber umso holpriger ist dann die Umsetzung. Nur der Anbieter am Markt wird erfolgreich sein, der den Kunden nicht in den Vordergrund, sondern in den Mittelpunkt stellt und konsequent die Sicht des Kunden einnimmt. Denn ohne sichtbaren Nutzen wird der Versicherte sehr schnell die tolle App des Versicherers (oder Maklers) wieder von seinem Smartphone löschen.
  • Kulturwandel im eigenen Haus: Wie sollen denn dem Kunden die digitalen Leistungen Ihres Hauses schmackhaft gemacht werden, wenn Ihre eigenen Mitarbeiter den Wandel durch Digitalisierung nicht unterstützen. Erst wenn die digitalen Fähigkeiten im eigenen Haus ausgebaut werden und dadurch ein Kulturwandel bei allen Mitarbeitern stattfindet, können Sie anfangen, auch digital in der Außenwelt in Erscheinung zu treten. Digitalisierung muss von den eigenen Leuten nicht als Gefahr, Störung oder „Hipster-Geschwätz“ gesehen werden, sondern als Bereicherung, Arbeitserleichterung und -verbesserung.
  • Konzentration auf werthaltige Prozesse: „…und dann lass mir halt schnell mal eine App programmieren“ ist meist der Satz, der am Anfang des Endes einer „Digitalisierungsstrategie“ steht. So wie das Klischee des Turnschuh- und T-Shirt-tragenden Nerds in seiner Start-up-Bude schon längst überholt ist, so überholt ist der Glaube, dass eine App alles löst.

Leider ist für viele in unserer Branche „Digitalisierung“ und „App für den Online-Abschluss“ noch immer ein und dasselbe. Die Erfolgreichen haben aber erkannt, dass sie noch erfolgreicher werden, wenn sie laufend Ausschau nach den neuesten Technologien halten, die ihre Wettbewerbsposition stärken und sich hierbei aber auf die werthaltigen Anwendungen konzentrieren.

Lassen Sie sich nicht verrückt machen von den selbst ernannten Digitalisierungsprofis, die landauf landab alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen wollen. Analysieren Sie ihre gesamte Wertschöpfungskette von A (wie Angebot) bis Z (wie Zahlung im Schaden) und wenn Sie Lust auf Zukunft haben – sprechen Sie mit uns.

Der Artikel erscheint auch in der AssCompact Dezember-Ausgabe.





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