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Jeder Österreicher sollte eine Betriebliche Altersvorsorge haben

Jeder Österreicher sollte eine Betriebliche Altersvorsorge haben

29. Oktober 2021

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6 Min. Lesezeit

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News-Management & Wissen

Sören Obling, Gründer und Geschäftsführer von FINABRO über das 300-Euro-Modell und die Rolle der BAV im Hinblick auf die Gesamtsituation der Altersvorsorge, Marktchance der BAV unter Berücksichtigung der aktuellen Gesundheits- und Umweltkrise sowie die Durchdringung der BAV in Österreich und was man verbessern kann bzw. muss.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 10/29/2021

FINABRO ist in Österreich das führende Startup im Bereich der Betrieblichen Altersvorsorge (BAV). Sören Obling erinnert sich, wie er 2008 von Dänemark nach Österreich gezogen ist und wie verwundert er war, dass ihm von seinem Arbeitgeber keine Betriebliche Altersvorsorge angeboten wurde. „In Dänemark werden nämlich automatisch 10–15% des Gehaltes in einer Betrieblichen Altersvorsorge angespart, und das zusätzlich zu einer bereits großzügigen staatlichen Pension. Für mich ist es daher – wegen meiner Herkunft – eine Selbstverständlichkeit, dass die Betriebliche Altersvorsorge genauso wesentlich sein sollte wie die staatliche Pension.“

300-Euro-Modell und die Rolle der BAV

FINABRO‘s Ziel ist es, jede Österreicherin und jeden Österreicher dabei zu unterstützen, einen angenehmen und sicheren Ruhestand genießen zu können. „Die Betriebliche Altersvorsorge ist hierfür optimal geeignet“, so der Geschäftsführer von FINABRO und informiert weiter: „In Österreich haben wir uns bewusst auf eines der bewährtesten Vorsorgemodelle, das sogenannte 300-Euro-Modell (Steuerfreie Zukunftssicherung) spezialisiert, da es steuerlich sehr attraktiv ist und man über den Arbeitgeber viel mehr Menschen erreicht.“

Die staatliche Pension in der derzeitigen Fassung sei, so Sören Obling, nicht nachhaltig finanzierbar. Es werde daher früher oder später zu einer Reduktion kommen müssen – sei es durch eine Kürzung der Pensionen oder ein Anheben des Pensionsantrittsalters. Wenn die staatlichen Pensionen gekürzt werden, dann bräuchte es eine Kompensation. Vor diesem Hintergrund sei die Betriebliche Altersvorsorge besonders relevant, weil sie rund 90% der Bevölkerung erreicht. „Man braucht nur einen Blick nach Deutschland zu werfen und sich das in 2019 umgesetzte Betriebsrentenstärkungsgesetz näher anzusehen. Ich glaube daran, dass nachdem nun Deutschland, die Schweiz, Holland und Skandinavien alle in eine Richtung ziehen – auch Österreich irgendwann den gleichen Weg einschlagen wird. Es wäre aber natürlich nicht seriös, Schätzungen dazu abzugeben, wann es soweit sein wird.“

Finanzielle Vorsorge hat durch Pandemie an Stellenwert gewonnen

Grundsätzlich schätzt FINABRO die Marktchancen der BAV als positiv ein. Durch die Pandemie habe das Thema Vorsorge weiter an Bedeutung gewonnen. „Zunächst waren Krankenversicherungen im Fokus vieler, doch auch die finanzielle Vorsorge hat an Stellenwert zugenommen. Wenig verwunderlich haben viele Arbeitgeber diesen Bedarf erkannt und nutzen die BAV bereits aktiv als Mitarbeiter-Benefit“, so Obling und sagt weiter: „Bei der Umweltkrise hingegen ist es das erste Mal in unserer Generation, dass die Menschen bereit sind, im großen Stil Geld auszugeben und aktive Entscheidungen zu treffen für eine Zukunft, die noch vermeintlich weit weg ist. Wir beobachten sehr genau, wie man die Mechanismen vom Klimaschutz bzw. die Logik dahinter z.B. auch in der Kommunikation auf das Thema Pensionsvorsorge übertragen kann.“

Die Durchdringung der BAV in Österreich

Nach wie vor habe die Betriebliche Altersvorsorge in Österreich nicht den Stellenwert, den sie eigentlich einnehmen sollte und die Durchdringung liegt bei unter 20%, so Obling. „Im Vergleich dazu beträgt diese in Dänemark ca. 90%. Da ist also noch viel Luft nach oben.“

Ein wichtiger Treiber für Veränderung sei die Regulierung und dabei würden insbesondere zwei Faktoren eine wesentliche Rolle spielen:

  1. Die Höhe der möglichen Beiträge und gewährten Steuervorteile bzw. Zuschüsse: „In Österreich können bei einer Bezugsumwandlung 300 Euro im Jahr angespart werden, wohingegen es in Deutschland ca. 300 Euro pro Monat sind“, erläutert Obling.
  2. automatic enrollment (Automatische Anmeldung): „Sprich, man hat als Arbeitnehmer automatisch eine BAV (wie beispielsweise in Großbritannien, Dänemark oder den Niederlanden) und muss sich aktiv gegen eine Betriebliche Altersvorsorge entscheiden“, erklärt Obling.
„Wir glauben an Zusammenarbeit und Partnerschaften“

FINABRO sieht ein Riesenpotenzial in der BAV. Und dieses Potenzial könne man nur dann heben, wenn die Branche – bestehend aus Versicherungen, Pensionskassen sowie Vermittlern und innovativen neuen Unternehmen wie z. B. FINABRO – zusammenarbeite. „Wir möchten gemeinsam mit unseren Partnern die BAV als einen zentralen Baustein in der Altersvorsorge etablieren. Dadurch wird schließlich auch der Markt größer und die Wahrscheinlichkeit, dass die Rahmenbedingungen verbessert werden, steigt ebenfalls. Aus diesem Grund haben wir beispielsweise auch vergangenes Jahr das BAV Vertriebsforum ins Leben gerufen, das wir Anfang 2022 wiederholen werden. Wir haben ein Branchenevent geschaffen, mit dem Fokus, die BAV näher an den Vertrieb und somit auch näher an die Österreicherinnen und Österreicher zu bringen“, so Obling.

Foto oben: Sören Obling, Gründer und Geschäftsführer von FINABRO
Titelbild: © Erwin Wodicka – wodicka@aon.at – stock.adobe.com

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