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Aon: Trotz herausfordernder Marktentwicklung gibt es Grund zu Optimismus
12. Juli 2021

Aon: Trotz herausfordernder Marktentwicklung gibt es Grund zu Optimismus

Eine längere Phase der Portfoliosanierung ist anstelle reiner Wachstumsziele der Versicherer getreten. Die bisherigen COVID-19-Schäden sind nicht wie erwartet eingetreten und neue Kapazitäten strömen weiterhin in den Markt. Das sind die Ergebnisse des Aon Marktreports zum österreichischen Versicherungsmarkt „Aon Austria Market Insights 2021“.


2020 erwies sich als eines der herausforderndsten Jahre in der modernen Geschichte. COVID-19, die stärkste globale Pandemie seit der Influenza im Jahr 1918, wirkte sich in unterschiedlichen Ausmaßen auf sämtliche Unternehmen und Branchen aus, inklusive dem globalen Versicherungsmarkt. Wie der Rest der Welt, hat Österreich im Jahr 2021 weiterhin mit den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen: Die substanziellen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben zu erheblichen menschlichen und fiskalischen Folgen geführt, die noch über Jahre hinweg zu spüren sein werden.

Schäden durch Naturkatastrophen steigen an

Im Jahr 2020 stiegen die weltweiten wirtschaftlichen und versicherten Schäden aus Naturkatastrophen gegenüber 2019 an (obwohl es kein Rekordjahr war). Die am meisten verbreiteten und berichtenswerten Ereignisse wurden in den Vereinigten Staaten von Amerika verzeichnet; 76% der globalen versicherten Schäden stammen weiterhin aus dieser Region. Neben einer überdurchschnittlichen Hurricane-Saison stellte die teuerste Gefahr in diesem Jahr die sogenannte „Severe Convective Storm (SCS)“ dar. Seit geraumer Zeit lässt sich ein besorgniserregenden Shift von den „Primary Perils“ (tropische Zyklone, Erdbeben) hin zu „Secondary Perils“ (SCS, Flut, Wildfire etc.) feststellen.

Prämien bleiben auf hohem Niveau

Der sich in den letzten 24 bis 36 Monaten stark verhärtende Markt, der auf jahrelange Kernverluste im Underwriting zurückzuführen ist und sämtliche Versicherer dazu veranlasst hat, ihre Bücher zu sanieren, scheint sich nun zu stabilisieren. Es gibt allerdings einige Bereiche, die sich weiterhin als schwierig erweisen. Die Prämien werden auf einem hohen Niveau bleiben, allerdings gibt es auch erste Anzeichen dafür, dass sich die Preisentwicklung in einigen Bereichen abschwächen könnte. Die Versicherungsbedingungen stehen im Mittelpunkt, damit die Versicherer unerwartete Verluste vermeiden.

Sachversicherungen, D&O Versicherungen und Cyber-Versicherungen

In Bezug auf Sachversicherungen gestaltet sich die Deckung von Naturkatastrophen und Branchen, die risikoreiche Materialien verwenden, weiterhin komplex. Zu den Herausforderungen des Haftpflichtmarktes gehören die Haftpflichtversicherung für Geschäftsführer und leitende Angestellte (D&O Versicherung). Diese Versicherungslösung wird bestimmt von reduzierten Kapazitäten, einer geringeren Risikobereitschaft und einer wahrgenommenen Exponiertheit der Versicherer gegenüber „ereignisgesteuerten“ Schadensfällen (wie Cybervorfällen) sowie einem sich entwickelnden Umfeld für Sammelklagen. Cyber-Vorfälle dominieren nach wie vor die Schlagzeilen in den globalen und lokalen Medien, als Beispiel kann hier der Microsoft-Exchange-Hack Anfang des Jahres angeführt werden. Die zunehmende Häufigkeit und Schwere von Cyber-Schäden hat dazu geführt, dass sich die Marktbedingungen für Cyber-Versicherungen, mit einer bemerkenswerten Beschleunigung im ersten Quartal 2021, gefestigt haben.

„Gerade in dieser Zeit ist eine eng abgestimmte Strategie die größte Herausforderung bei der Platzierung von Risiken am Versicherungsmarkt. Unser Aon United Broking Ansatz im Zusammenwirken mit unseren Kundenberatern, Fachabteilungen, Risikoingenieuren sowie den Aon Data Analytics Experten, führt dabei zu einem spürbaren, deutlichen Mehrwert für unsere Kunden“, erläutert Oliver Fuss, Managing Director Aon Austria. „Dieses Risikoverständnis mit einer damit einhergehenden, klaren Platzierungsstrategie ist unser Leistungsversprechen – ein bestmögliches und individuelles Ergebnis für unsere Kunden steht damit im Vordergrund“, ergänzt er.

Schlüsselthemen

Wenn sich die Wirtschaft im Jahr 2021 mit der Einführung der COVID-19-Impfstoffe erholt, werden sich die traditionellen Risiko- und Exposure-Variablen wahrscheinlich ebenfalls normalisieren. Folgende längerfristige Schlüsselthemen werden in den Appetit- und Ratingmodellen der Versicherer an Bedeutung gewinnen:

  • Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen (z. B. Diversity & Inclusion, Klimawandel);
  • Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und der verstärkte Fokus auf die lokale Beschaffung von strategisch wichtigen Produkten und Waren;
  • Die Zunahme der Häufigkeit und Schwere von wetterbedingten Ereignissen; und
  • Akquisitionszweckunternehmen bzw. Mantelgesellschaften.

„Unternehmen und insbesondere deren Entscheidungsträger finden sich in einem stark veränderten Risikoumfeld wieder und erwarten zu Recht eine Beratung die auf deren individuelle Bedürfnisse eingeht. Als Sparringpartner, Innovator und Navigator verfolgen wir bei Aon das klare Ziel, das bestmögliche Ergebnis mit und für unsere Kunden zu erreichen. Zusammen agieren wir „United“ und bieten in den unterschiedlichsten Bereichen Sonderlösungen und umfassende Beratung an – sei es im klassischen Versicherungsgeschäft, bei M&As, IPs oder Investments“, so René Besenbäck, Managing Director Retail & Sales.

Hier geht’s zum Aon Marktreport zum österreichischen Versicherungsmarkt …

Foto oben v.l.n.r.: Oliver Fuss, Managing Director Aon Austria und René Besenbäck, Managing Director Retail & Sales





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