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Allianz Umfrage: Österreicher wissen nicht, dass ihr Geld Einfluss auf Klima hat
10. März 2020

Allianz Umfrage: Österreicher wissen nicht, dass ihr Geld Einfluss auf Klima hat

80% der Österreicherinnen und Österreicher geben an, dass ihnen ein aktiver Klima- und Umweltschutz wichtig ist. Welche Maßnahmen in dieser Hinsicht allerdings wirklich wirksam sind, da herrscht noch großes Unwissen. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Allianz Gruppe in Österreich mit 1.500 Befragten zum Einfluss von Geld- und Finanzströmen auf den Klimawandel.


Unterschätzter Hebel: Wohin fließt das Geld?

Für den Schutz des Klimas werden Maßnahmen wie das Vermeiden von Plastik von rund 83% der Befragten als besonders wirkungsvoll eingeschätzt. Das Vermeiden von Flugreisen erachtet mehr als die Hälfte und den Verzicht auf Fleisch ein Viertel der Befragten als einflussreich. Im Vergleich mit den tatsächlichen CO2 Einsparungen, zeigt sich aber eine deutliche Diskrepanz zwischen den Annahmen in der Bevölkerung und der Realität. So reduziert man seinen CO2 Ausstoß durch den Verzicht auf Plastiksackerl pro Jahr um nur 2 Kilo. Im Vergleich dazu verursacht ein Kilo heimisches Rindfleisch durchschnittlich 19 Tonnen CO2 und ein Flug von Wien nach Barcelona 267 Tonnen.

An letzter Stelle im Ranking steht klima- und umweltfreundlich angelegtes Geld durch Banken oder Versicherungen: Nur 6% der Österreicherinnen und Österreicher erachten diese Maßnahme als wirkungsvoll. Dass aber gerade die Finanzbranche starke Möglichkeiten hat, viel zu bewegen, wird unterschätzt. Jeder Euro, den Österreicherinnen und Österreicher auf ein Bankkonto legen oder als Prämie an eine Versicherung zahlen, wird am Finanzmarkt weiter veranlagt. Alleine in Österreich beträgt das Finanzvermögen in Summe 715 Mrd. Euro – fast doppelt so viel wie das österreichische Bruttoinlandsprodukt. Aber nur knapp 13% der Investments sind aktuell nach nachhaltigen Kriterien angelegt.

Rémi Vrignaud, CEO der Allianz Gruppe in Österreich, hält in dem Zusammenhang fest: „Bei der Allianz Österreich veranlagen wir jährlich knapp 6 Mrd. Euro an Kundengeldern. Wir haben daher unsere Investmentstrategie bereits 2014 gemeinsam mit dem WWF auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.“

Menschen verbinden ihre persönliche Versicherung nicht mit Investments

Bei der Frage, welche Branchen am wirkungsvollsten zum Klima- und Umweltschutz beitragen können, stehen laut Einschätzung der Befragten die Strom- und Energieversorgung mit 75% an erster Stelle. Fast gleichauf sind Gütertransport und Logistik mit 74%, während öffentlichen Verkehrssystemen von 69% der Österreicherinnen und Österreichern eine große Wirkung am Klimaschutz zugeschrieben wird. An letzter Stelle stehen die Versicherungen – nur 6% der Österreicherinnen und Österreicher vermuten in dieser Branche eine große Wirkung.

Auch in der Frage, was Versicherungen konkret in Sachen Klimaschutz beitragen können, sehen die meisten Befragen den größten Hebel in betriebsökologischen Maßnahmen, wie ein ressourcenschonender Umgang mit Papier, Energiesparmaßnahmen oder Dienstreisen mit dem Zug zu absolvieren. Dass Versicherungen die Prämiengelder ihrer Kundinnen und Kunden am Finanzmarkt investieren und damit Milliardenbeträge in unterschiedliche Bereiche bewegen, ist 38% der Österreicherinnen und Österreicher gar nicht bewusst.

Foto: Khakimullin Aleksandr





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