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Stabile Entwicklung bei Insolvenzen
22. November 2019

Stabile Entwicklung bei Insolvenzen

Im Kredit- und Versicherungswesen gingen die Insolvenzen in den ersten drei Quartalen stark zurück. Die Privatkonkurse pendeln sich laut Creditrefom Insolvenzstatistik langsam wieder auf ein „normales“ Maß ein.


Eine „Stabilisierung auf niedrigem Niveau“ zeigt sich bei den Firmeninsolvenzen im ersten bis dritten Quartal. So gab es nur um 0,1% mehr Fälle als im Vergleichszeitraum. Die Zahl der eröffneten Verfahren ist dabei minimal um 0,2% auf 2.351 gestiegen. Pro Werktag gab es im Schnitt 21 Insolvenzverfahren. In 1.602 Fällen (+0,1%) wurden die Insolvenzanträge mangels kostendeckenden Vermögens abgewiesen.

Die häufigsten Ursachen für Insolvenz sind Managementfehler, Wettbewerb (Preiskampf, sinkende Margen) und Mangel an Kapital. Mehr als 10.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Die Insolvenzpassiva lagen in Summe bei über 1,1 Mrd. Euro.

Mehr Insolvenzen im Transportwesen

Einen Abwärtstrend der Insolvenzen gibt es in den Branchen „Sachgütererzeugung“ (-1,9%), „Bauwesen“ (-3,0%) und „Handel“ (-7,6%). Das Transportwesen („Verkehr- und Nachrichtenübermittlung“) hat den Bau als Branche mit der größten relativen Insolvenzbetroffenheit abgelöst. Fast 32 von 1.000 Branchenunternehmen werden hier nun insolvent. Im Kredit- und Versicherungswesen sind die Konkurse um 35,1% von 97 Fälle im Vergleichszeitraum 2018 auf 63 zurückgegangen. Österreichweit treten 11 von 1.000 Unternehmen den Gang zum Insolvenzgericht an.

Privatkonkurse sinken weiterhin

Das Insolvenzgeschehen bei Privatpersonen pendle sich im laufenden Jahr auf ein „normales“ Maß ein. 2019 sei laut Creditreform nicht mit dem Vorjahr vergleichbar, weil aufgrund einer Gesetzesänderung Ende 2017 die Insolvenzen zuerst stark zurückgegangen und dann 2018 sprunghaft angestiegen sind.

In den ersten drei Quartalen sind die Privatkonkurse weiter um knapp 7% auf 8.200 Verfahren zurückgegangen. Das sind durchschnittlich 44 Insolvenzverfahren pro Werktag. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist um fast 6% auf rund 7.400 Verfahren gesunken, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzanträge sind sogar um 12,6% auf 809 Fälle zurückgegangen.

12 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig

Den stärksten Rückgang gab es in Vorarlberg (-29,5%), gefolgt von Burgenland (-14,0%) und Tirol (-13,6%). Entgegen dem Trend sind die Insolvenzen in in Salzburg (+4,2%) und in Wien (+1,6%) gestiegen. Mehr als ein Drittel aller Privatinsolvenzen findet in der Bundeshauptstadt statt. Mehr als 21 von 10.000 erwachsene Wiener mussten zum Insolvenzgericht. Österreichweit wurden hingegen 12 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.





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