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Drei Viertel der Österreicherinnen werden von ihrer Pension nicht gut leben können

Drei Viertel der Österreicherinnen werden von ihrer Pension nicht gut leben können

26. Juli 2021

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3 Min. Lesezeit

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News-Im Blickpunkt

Doppelt so viele Frauen wie Männer geben an, künftig weniger als 1.000 Euro Pension pro Monat zur Verfügung zu haben. 73% der Frauen können nicht abschätzen, wie viel sie in ihrer Pension zur Verfügung haben werden. Dabei liegt der geschätzte, durchschnittliche Pensions-Betrag für Frauen bei 979 Euro. Das sind die Ergebnisse einer im November 2020 vom Marktforschungsinstitut Spectra durchgeführten Studie im Auftrag von Valida.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 7/26/2021

Für Valida CEO Martin Sardelic besteht akuter Handlungsbedarf, um Altersarmut vorzubeugen: „Wir wissen, dass der Gender-Pay-Gap in Österreich sehr hoch ist, mit direkten Auswirkungen auf die spätere staatliche Pension von Frauen. Es braucht einen breiteren Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge.“ Darüber hinaus würden öffentliche Förderungen für Eigenbeiträge von Arbeitnehmern mit Gehältern unter der Einkommenssteuer-Grenze besonders wenig verdienenden Menschen eine Möglichkeit bieten, später eine Zusatzpension zu erhalten, so Sardelic weiter. Konkret setzt sich der Valida CEO für eine sozial gestaffelte Prämie auf Eigenbeiträge von Arbeitnehmern mit niedrigen Einkommen ein. Der Zuschlag sollte deutlich über dem für das EUR 1.000 Prämienmodell liegen.

Laut Studie liegt der geschätzte verfügbare Betrag für die Pension im Durchschnitt bei 1.244 Euro und ist für Männer mit 1.421 Euro deutlich höher als für Frauen mit nur 979 Euro.

Wissen über Altersvorsorge gering

Alarmierend sei laut Spectra-Studie auch die geringe Anzahl der Frauen, die angibt ihre Pension einschätzen zu können, so der Valida CEO. Gleich 73% (im Vergleich 67% der Männer) geben an, das nicht tun zu können. Auch das Wissen um das 3-Säulen-Modell der Pensionsvorsorge (1. staatliche Pension, 2. betriebliche Altersvorsorge, 3. private Altersvorsorge) ist bei Frauen signifikant weniger vorhanden als bei Männern. Im Vergleich zu vorliegenden Daten aus 2018 ging das Wissen darüber bei Frauen deutlich zurück, während es bei Männern stieg (Frauen 17% 2020 vs. 21% 2018; Männer 38% 2020 vs. 35% 2018).

Es bedarf hier einer Bewusstseinsbildung, so die Forderung von Valida. Schon junge Menschen, insbesondere auch Frauen, müssen mit dem Thema Altersvorsorge und der Langfristigkeit des Themas vertraut sein. Im Rahmen einer verpflichtenden Finanzbildung an Schulen soll auch das Thema Altersvorsorge ins Zentrum jüngerer Generationen rücken, fordert Sardelic.

Abfertigung Neu durch längere Liegedauer und mehr Flexibilität stärken

Viele Arbeitnehmer und Selbstständige lassen sich ihre Abfertigung Neu leider vorzeitig ausbezahlen. Das passiert sehr oft auch deshalb, weil die Menschen gar nicht wissen, dass man die Abfertigung als lebenslange, steuerfreie Zusatzpension sinnvoll verwenden kann. Um Pensionslücken zumindest teilweise zu schließen, sollten die Guthaben der Arbeitnehmer und Selbstständigen im Idealfall bis zum Pensionsantritt in der Vorsorgekasse liegen bleiben und im Anschluss in eine Pensionskasse oder Pensionszusatzversicherung übertragen werden. Im Gegensatz dazu unterstützt Valida die Forderung von Arbeitnehmervertretern, dass bei Arbeitslosigkeit die Abfertigung noch rascher und unkomplizierter ausbezahlt werden soll, um Menschen in schwierigen Situationen besser zu helfen.

Bild: @TA NU -stock.adobe.com

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