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Die 10 größten Insolvenzen im ersten Halbjahr
11. Juli 2019

Die 10 größten Insolvenzen im ersten Halbjahr

In Österreich haben im ersten Halbjahr 2019 weniger Firmen und Privatpersonen Insolvenz angemeldet. Einen starken Rückgang gab es im Kredit- und Versicherungswesen.


Die Firmeninsolvenzen sind seit Jahresbeginn weiter um rund ein Prozent zurückgegangen. Die eröffneten Verfahren sind um 0,8% auf 1.565 gesunken, die mangels Vermögen abgewiesenen Insolvenzen um 1,4% auf 1.091. Insgesamt waren bei allen Insolvenzverfahren in Österreich rund 7.000 Arbeitsplätze und 27.800 Gläubiger betroffen. Die Insolvenzverbindlichkeiten werden auf ca. 700 Mio. Euro geschätzt.

Rund 7 Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen 

Die größten Rückgänge an Insolvenzen meldeten Kärnten (-18,3%), die Steiermark (-16,4%) und Wien (-5,4%). Einen Anstieg verzeichneten hingegen Tirol (+31,5%), Salzburg (+21,3%) und Burgenland (+9,5%). Die verhältnismäßig meisten Fälle gab es in Wien mit knapp elf Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen. Jeder dritte Konkurs wurde in der Bundeshauptstadt gemeldet. Österreichweit waren es etwas mehr als sieben Insolvenzen pro 1.000 Unternehmen.

In absoluten Zahlen gab es die meisten Insolvenzverfahren bei unternehmensbezogenen Dienstleistungen (490), gefolgt vom Handel (464) und dem Bauwesen (436). Den größten Anstieg verbuchte die Verkehr- und Nachrichtenübermittlung (Transportwesen) mit einem Plus von 20,8%. Stark rückläufig waren die Insolvenzen im Kredit- und Versicherungswesen mit einem Minus von 41,4%.

Top 10 - Insolvenzen 1. Halbjahr 2019 (nach Arbeitnehmern) 
1 Charles Vögele (Austria) GmbH Steiermark 394
2 mister*lady GmbH & Co K Wien 170
3 Ruptert Fertinger GmbH Niederösterreich 169
4 Alufix-Folienverarbeitungsgesellschaft m.b.H. Niederösterreich 167
5 a. zoppoth haustechnik gmbh Kärnten 165
6 Oberndorfer Druckerei GmbH Salzburg 160
7 Borckenstein GmbH Steiermark 124
8 1A Personal GmbH Wien 122
9 ALGE ELASTIC GmbH Tirol 120
10 Gabor Kugler, Reinigungsunternehmen Salzburg 100
 
Trendumkehr bei Privatinsolvenzen

Bei den Privatinsolvenzen hat sich der Trend aus dem ersten Quartal fortgesetzt. Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist um 5,8% auf rund 5.200 zurückgegangen. Die Welle an Insolvenzanträgen, die nach der Novelle der Insolvenzordnung Ende 2017 einsetzte, ist nun wieder verebbt.

Im österreichischen Durchschnitt sind rund neun von 10.000 Erwachsene zahlungsunfähig. Die stärksten Rückgänge an Privatkonkursen verzeichnen Vorarlberg (-32,4%), Tirol (-18,3%) und Niederösterreich (-13,3%). Ausreißer in dieser Entwicklung sind Salzburg (+1,6%) und Wien (+1,4%). Mit fast 16 von 10.000 erwachsenen Personen sind die Wiener am stärksten von einer Insolvenz betroffen. 37% aller Insolvenzen finden in der Bundeshauptstadt statt.

Infografik: Creditreform





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