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Warum brauche ich als Versicherungsmakler keine künstliche Intelligenz?
12. Oktober 2020

Warum brauche ich als Versicherungsmakler keine künstliche Intelligenz?

Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind in aller Munde, man hat schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn man noch keine künstliche Intelligenz antrainiert oder seine Verträge noch nicht auf der Blockchain schließt. Die Megatrends sind in aller Munde und doch noch nicht so richtig im Arbeitsalltag angekommen. Hat man etwa einen Trend verschlafen und riskiert die wirtschaftliche Zukunft?


Beitrag von Markus Waghubinger (Foto), AssCompact Österreich & hallosophia.com und Christopher Helm, konfuzio.com

Als künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet man Software die menschliches Denken, Entscheiden und Handeln imitiert. Software kann also durch Training erlernen, wie sich die “natürliche Intelligenz” Mensch üblicherweise verhält. Das basiert auf Daten aus denen Muster abgeleitet werden und gewisse Wahrscheinlichkeiten für weitere Entscheidungen errechnet werden. Daten können mittlerweile auf unterschiedlichsten Wegen Eingang in ein System finden, Textdokumente, Fotos, Videos, Gesprächsaufzeichnungen, Datentabellen, Internetquellen, alles was digital verfügbar ist, kann mehr oder weniger einfach analysiert werden. Entscheidungen von Menschen und somit die Ergebnisse menschlichen Denkens, Entscheiden und Handelns werden anhand von Wahrscheinlichkeiten imitiert.

KI pflegt keine Beziehungen

Wenn ein Makler seine Zeit damit verbringt, Beziehungen zu seinen Mandanten aufzubauen und zu pflegen, kann KI diese Tätigkeit nicht ersetzen. So wie Jana Weiss sich vergeblich versucht hat, sich in einen Chatbot zu verlieben (vgl. Der Tagesspiegel, 6.2.2020, “Wie ich versucht habe, mich in einen Chatbot zu verlieben”), bleibt die Mandantenpflege und der Vertrauensaufbau mit KI wohl noch lange eine vergebliche Liebesmühe der Software.

KI ersetzt keine kreativen Querdenker

Denken “Outside the Box” ist ein Denken außerhalb der gewohnten Denkmuster. Die Fähigkeit daraus auszubrechen bleibt heute noch den Versicherungsmaklern vorbehalten. KI ist ein guter “Inside the Box”-Denker, sie erlernt Denkmuster und wendet diese an. Eine KI kann nicht von sich aus etwas Neues erzeugen. Dadurch, dass sich die KI ausschließlich an der Vergangenheit orientiert, kommt immer etwas Menschliches heraus. Bei Kreativität denken viele vermutlich an Malerei und Kunsthandwerk, tatsächlich ist vieles, was Vertriebs- und Führungskräfte heute im Arbeitsalltag machen, jedoch Kreativarbeit. Die neue Vertriebsstrategie, das neue Logo, wie man dem Kunden das neueste Produkt erklärt: das alles fällt in die Kategorie Kreativität und kann nicht von der Maschine erlernt werden.

KI hilft allerdings bei der Maximierung der Nettomarktzeit

Wo Technologie allerdings Maklern gewaltig unter die Arme greifen kann, ist die Beschleunigung von Vertriebsunterstützungsprozessen. Über Plattformlösungen kann der Aufwand für Erstgespräch und Akquise drastisch minimiert werden. Aber auch künstliche Intelligenz entfaltet genau in der Vertriebsunterstützung sein volles Potenzial, in dem KI Vertriebsansätze im Datenpool identifizieren kann, um somit die Kontaktliste für eine Vertriebskampagne vorzubereiten.

Man braucht keine KI, aber nützlich ist sie trotzdem

Man braucht also als Versicherungsmakler keine künstliche Intelligenz und auch keine Plattformen, es sei denn man möchte noch mehr Zeit mit der Kernkompetenz der “natürlichen”, langjährig-erarbeiteten Intelligenz, nämlich der menschlichen Expertise beim Kunden, verbringen. Dann ist Technologie bestens geeignet die Nettomarktzeit so zu erhöhen, dass aus der bestehenden Arbeitszeit mehr Kundenkontakt und somit mehr Geschäft generiert werden kann. Der Lockdown hat uns eines klar gezeigt: Menschen brauchen Menschen, aber Technik macht diese Interaktionen bequemer, effizienter und verfügbarer und nach einigen Monaten im Home Office haben nun wohl auch die meisten Kunden die Scheu vor Online Meetings verloren und wer möchte den nicht gerne die Vertriebsansätze durch die KI aufbereitet haben, die Meetings online von zuhause machen um dadurch mehr Zeit mit der Familie zu verbringen ohne dabei Geschäft liegen zu lassen?

Den gesamten Artikel Lesen Sie in der AssCompact Oktober-Ausgabe!





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