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Makler fordert „mehr Augenmaß bei Sanierungsfällen“
10. September 2019

Makler fordert „mehr Augenmaß bei Sanierungsfällen“

„Mach mir eine gescheite Versicherung“, hört Makler Wolfgang Doppler von vielen Kunden. Wann er „Blödsinn“ aufklären muss und warum er für einen Verhaltenskodex bei Versicherern plädiert, verrät er im Interview mit AssCompact.


Dass Versichern heute schwieriger sei als zu seinen Anfängen, liege zum einen an den immer komplexeren Bedingungen, so Wolfgang Doppler (im Bild 2.v.l.). „Zum anderen recherchieren Kunden viel im Internet, was ja grundsätzlich nicht schlecht ist, aber doch teilweise zu oberflächlichen Informationen und Fehlinterpretationen führt. Man muss vieles aufklären, was vielleicht Blödsinn ist. Es gibt zwei Kategorien von Kunden: Die einen glauben, sie wissen alles. Die anderen sagen, ‚mach mir eine gescheite Versicherung‘. Da muss ich dann eben rückfragen, was sie unter ‚gescheiter Versicherung‘ verstehen.“

„Da wird ein Drama daraus gemacht“

Von den Versicherern würde Doppler sich „mehr Außenmaß bei Sanierungsfällen“ wünschen. „Uns ist vollkommen klar, dass man bei Kunden, die über Jahre schadensträchtig sind, Maßnahmen setzt. Aber aktuell habe ich wieder einen Fall am Tisch, wo der Vertrag seit 2008 besteht und in den letzten eineinhalb Jahren drei Schäden aufgetreten sind. Da wird ein Drama daraus gemacht, das gefällt mir nicht.“ In so einem Fall müsse man wahrscheinlich umdecken, „aber ob das zielführend ist und welche Optik beim Kunden entsteht, ist eine andere Geschichte“.

Kein Dauerrabatt mehr

Ein zweites „leidiges Thema“ ist für Doppler der Dauerrabatt. „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es für die Versicherer wirtschaftlich sein kann, wenn einer dem anderen den Vertrag quasi abkauft – vom administrativen Aufwand für alle Beteiligten gar nicht zu sprechen. Mein Vorschlag wäre: Für Verbraucher Dreijahresverträge, für Unternehmer Fünfjahresverträge – und das ohne Dauerrabatt.“

„Benimmregeln“ für Versicherer

Nicht zuletzt schlägt er den Versicherern „Benimmregeln oder einen Verhaltenskodex für Telefongespräche“ vor. Denn beim wertschätzenden Umgang zwischen Versicherungsmitarbeitern und Maklern bestehe auf beiden Seiten Aufholbedarf. „Es stört mich, wenn bei einem Telefonat auf mein freundliches ‚Guten Morgen‘ eine Rückmeldung in der Art ‚was wollen Sie‘ kommt. Da hat man das Gefühl, lästig zu erscheinen, und die Stimmung im Gespräch kippt gleich einmal. Grundsätzlich sollte auf Augenhöhe miteinander gesprochen werden.“

Das Maklerporträt lesen Sie in der AssCompact September-Ausgabe.





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