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Gesundheitskrise verstärkt Boom der privaten Krankenversicherung – Teil 3
07. Juli 2021

Gesundheitskrise verstärkt Boom der privaten Krankenversicherung – Teil 3

Auszug aus dem Schwerpunkt-Interview der AssCompact Juli-Ausgabe mit Mag. Michael Inthaler (Leitung Gesundheitsversicherung der Merkur Versicherung AG), Herbert Kaiser (Leiter des ExklusivVertriebs der UNIQA Insurance group), Dr. Martin Sturzlbaum (Chief Insurance Officer Leben/Kranken der Generali Versicherung AG) und Mag. Sonja Steßl, (Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung) zum Thema „Gesundheitskrise verstärkt Boom der privaten Krankenversicherung“.


Sind günstige Einstiegsprodukte aus Ihrer Sicht eine Alternative? Ist der Markt dafür da?

Mag. Michael Inthaler: Aus Sicht der Merkur sind Einstiegsprodukte jedenfalls eine Alternative, zumal die Flexibilität unserer Produktwelt grundsätzlich die Möglichkeit eines späteren Produktwechsels leicht möglich macht. Damit kann man sich schon in jungen Jahren und zu attraktiven Prämien sozusagen seinen Gesundheitszustand „einfrieren“ und bleibt später noch flexibel. Produkte mit Ausschnittsdeckungen sind aber jedenfalls als Alternativen in allen Altersgruppen zu sehen und ermöglichen auf die speziellen Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden einzugehen. Darüber hinaus können auch diese Einstiegsprodukte mit zusätzlichen Bausteinen und Modulen sukzessive erweitert werden. Ein Markt für diese Produkte besteht schon jetzt und gehen wir von einem Wachstum dieses Segments aus.

Herbert Kaiser: UNIQA hat bereits vor mehr als 25 Jahren als erste Versicherung die Optionsversicherung entwickelt, um jungen Menschen, die noch in Ausbildung sind oder in der Familien- oder Hausplanung stecken, bereits eine Basisabsicherung in der Sonderklasse zu ermöglichen. Für die Dauer der Optionsversicherung sind Unfälle versichert und es kommen 30% zur Vorschreibung. Gleichzeitig wird für später vorgesorgt: Nach Einlösung der Option besteht Versicherungsschutz auch für Krankheit und Entbindung. Dabei gibt es zwei Vorteile: Beim Wechsel kommt es zu keiner erneuten Gesundheitsprüfung, was bei zunehmendem Alter eine Rolle spielen kann, und die Prämie ist geringer als bei einem Neueinstieg. Dieses Einstiegsprodukt wird gerne genutzt, der Markt ist jedenfalls da.

Dr. Martin Sturzlbaum: Wie bereits erwähnt, sehen wir jedenfalls eine Nachfrage nach günstigen Einstiegsprodukten. Diese bietet die Generali auch für die derzeit besonders stark gefragte Kombination für ambulante und stationäre Heilbehandlung an. Unter dem Namen SmartBeginner können Kund_innen im Alter von 18 bis 35 Jahre bei der Generali aus zwei verschiedenen Paketen, je nach Wunsch und finanziellen Mitteln, wählen. Bestandteil der Pakete sind Optionen auf den Ausbau der Krankenhauskostenversicherung sowie auf den Abschluss einer Privatarztversicherung und einer Pflegegeldversicherung. Für eine 20jährige Person mit ASVG-Versicherung gibt es hier bereits eine leistbare Basis-Vorsorge um ca. 20 bis 30 Euro im Monat.

Mag. Sonja Steßl: Wir beobachten, dass sich immer mehr junge Menschen mit ihrer privaten Vorsorge beschäftigen – der Markt für Einstiegsprodukte ist definitiv vorhanden. Besonders attraktiv bei jungen Einsteigerinnen und Einsteigern mit begrenztem Budget ist die Sonderklasse nach Unfall mit Umstiegsoption – MEDplus Option. Gedeckt sind stationäre Behandlungen aufgrund von Unfällen und bestimmten schweren Erkrankungen; der Umstieg auf einen Sonderklassetarif ist bis zum 40. Geburtstag ohne neuerliche Gesundheitsprüfung und mit Anrechnung der erworbenen Ansprüche möglich. Für eine Basisdeckung im Privatarztbereich bieten wir mit MEDplus Privatarzt SMART Leistungen für ärztliche Konsultationen in der Privatordination im Ausmaß von bis zu 1.200 Euro pro Jahr.

Generell gilt: Es lohnt sich, sich schon in jungen Jahren mit der eigenen Vorsorge zu befassen. Das Einstiegsalter ist maßgeblich: Je jünger man bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger sind die Prämien.

Lesen Sie morgen im 4. Teil der Interviewrunde zum Thema „Gesundheitskrise verstärkt Boom der privaten Krankenversicherung“ über eine mögliche Anhebung der Privat-Krankenversicherungsprämien.

Foto oben v.l.n.r.: Dr. Martin Sturzlbaum (Chief Insurance Officer Leben/Kranken der Generali Versicherung AG), Mag. Michael Inthaler (Leitung Gesundheitsversicherung der Merkur Versicherung AG), Mag. Sonja Steßl, (Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung) und Herbert Kaiser (Leiter des ExklusivVertriebs der UNIQA Insurance group)





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