Creditreform Rating: Österreich weiterhin mit AA+

Creditreform Rating: Österreich weiterhin mit AA+

12. April 2022

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4 Min. Lesezeit

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News-Finanzen

Die Creditreform Rating AG hat das Länderrating für die Republik Österreich mit „AA+“ bestätigt. Der Ausblick ist stabil. Österreich ist somit weiterhin ein lohnendes Ziel für internationale Investitionen.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 4/12/2022

Die wesentlichen Ratingfaktoren für die Republik Österreich in Kürze:

1. Österreichs sehr wohlhabende, gut diversifizierte und wettbewerbsfähige Wirtschaft wurde von der Pandemie hart getroffen, erholte sich aber im vergangenen Jahr stark. Für 2022 wir ein solides Wachstum erwartet, das durch die negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine beeinträchtigt wird. Während zunehmende Engpässe auf der Angebotsseite und Inflationsdruck die Inlandsnachfrage belasten werden, sollte die Erholung des Tourismus das Wirtschaftswachstum stützen, in Annahme einer nur begrenzten Auswirkung von neuen Covid-Infektionswellen.

2. Mittelfristig dürfte das Wachstum durch die öko-soziale Steuerreform gestützt werden, und die Investitionen und Reformen im Rahmen des Aufbau- und Resilienz-Plans werden das zugrunde liegende Trendwachstum der Wirtschaft wahrscheinlich ankurbeln. Österreichs starke Arbeitsmarktentwicklung und den vergleichsweise niedrigen Verschuldungsgrad des privaten Sektors werden weiterhin als stützende Faktoren angesehen, wohingegen eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung das Potenzialwachstum der Wirtschaft auf längere Sicht zunehmend bremsen dürfte.

3. Der Staat zeichnet sich weiterhin durch sehr gute institutionelle Bedingungen aus, einschließlich der erheblichen Vorteile, die sich aus der EU- bzw. Euroraum-Mitgliedschaft ergeben. Wenngleich die politische Volatilität erheblich zugenommen hat, was sich in drei Bundeskanzlern innerhalb von zwölf Monaten widerspiegelt, wird von politischer Kontinuität und einer gewissenhaften Umsetzung von als nötig erachteten Reformen ausgegangen.

4. Die Risiken für die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen werden für sehr begrenzt gehalten und es wird davon ausgegangen, dass die anhaltende wirtschaftliche Erholung und die Beendigung der Kredithilfen mittelfristig zu einem allmählichen Rückgang der öffentlichen Schuldenquote führen werden. Fiskalische Risiken werden abmildert durch die in hohem Maße erschwingliche Verschuldung sowie ein sehr solides Schuldenmanagement. Eventualverbindlichkeiten und die demografische Entwicklung müssen aus Risikogesichtspunkten weiter beobachtet werden, während der grundsätzlich solide Bankensektor potenziell von Risiken in Zusammenhang mit einer zunehmenden Dynamik auf dem Wohnimmobilienmarkt beeinträchtigt werden könnte.

5. Trotz der verheerenden Auswirkungen der Pandemie auf die österreichische Tourismusindustrie halten sich Risiken über die außenwirtschaftliche Seite in Grenzen, was auch in einer weiterhin positiven Nettoauslandsvermögensposition zum Ausdruck kommt. Trotz der negativen Folgen der Corona-Krise für die österreichische Wirtschaft sehe man das insgesamt starke makroökonomische Profil des Landes weiterhin als wesentliche Stütze für die sehr hohe Kreditwürdigkeit an. Obschon die Bedeutung Russlands für die österreichische Wirtschaft in den letzten zehn Jahren abgenommen hat, werden die Folgen des Krieges gegen die Ukraine die Wirtschaftsleistung Österreichs belasten. Die soliden wirtschaftlichen Fundamentaldaten und der sich allmählich erholende Tourismus werden die Auswirkungen des Ukraine-Krieges jedoch wahrscheinlich bis zu einem gewissen Grad abfedern.

Bild: ©Marco2811 – stock.adobe.com

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