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Österreicher rechnen mit hoher Pensionslücke
13. Juni 2019

Österreicher rechnen mit hoher Pensionslücke

Nur jeder Zehnte glaubt, von der staatlichen Pension gut leben zu können. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag von Valida Vorsorge Management. Nach wie vor fehle in Österreich aber eine „Kultur der betrieblichen Altersvorsorge“.


Für die Erhebung hat das Marktforschungsinstitut Spectra 2.000 unselbständig Beschäftigte befragt. 92% davon erachten das Thema Vorsorge als wichtig oder sehr wichtig. Zugleich geht nur jeder Zehnte davon aus, später einmal von der staatlichen Pension gut leben zu können. Dabei sind Männer (13%) deutlich zuversichtlicher als Frauen (7%).

Knapp zwei Drittel (65%) können überhaupt nicht einschätzen, welchen Betrag sie in der Pension zur Verfügung haben werden. Jene Befragten, die dazu etwas sagen können, schätzen ihr Einkommen im Ruhestand durchschnittlich auf 1.143 Euro pro Monat. Frauen schätzen ihren verfügbaren Betrag auf 935 Euro, Männer auf 1.334 Euro.

771 Euro monatliche Einbußen

Die befragten Österreicher rechnen mit einer Pensionslücke von durchschnittlich 771 Euro im Monat. Deutlich pessimistischer sind die 18– bis 29-Jährigen, die von 785 Euro ausgehen. Die 30– bis 39-Jährigen schätzen die Lücke sogar auf 904 Euro. „Reformen für die Stärkung der zweiten und dritten Säule, also der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, sind dringend notwendig“, betont Mag. Martin Sardelic, Vorstandsvorsitzender der Valida Holding AG. „Von einer Kultur der betrieblichen Altersvorsorge, wie sie etwa in der Schweiz oder den Niederlanden besteht, ist man in Österreich noch sehr weit entfernt.“

Wissenslücken über Vorsorgemöglichkeiten

Laut Umfrage sind 60% jener Arbeitnehmer, die über eine betriebliche Altersvorsorge verfügen, mit dieser äußerst zufrieden. 83% könnten sich höhere Eigenbeiträge vorstellen, wenn es eine staatliche Förderung dafür gibt. Für 38% wäre ein Recht auf Gehaltsumwandlung ein Anreiz, um zusätzlich in die betriebliche Altersvorsorge einzuzahlen.

72% der Befragten ist das 3-Säulen-Modell des österreichischen Pensionssystems nicht bekannt. Nur vier Prozent nehmen die zweite Säule als wichtigen Faktor für die eigene Pensionsvorsorge wahr. Dass auch die Abfertigung Neu für eine spätere Zusatzpension genützt werden kann, ist 56% der Umfrageteilnehmer bekannt. Fast jeder Vierte will das auch tun. Sardelic: „Vor allem für Erwerbstätige ohne Pensionskassenlösung bietet die Abfertigung Neu eine willkommene Möglichkeit, den Lebensstandard im späteren Ruhestand aufzubessern.“





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