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Investitionen in die IT im Maklerbüro sichern uns ein Stück Unabhängigkeit
09. Juni 2020

Investitionen in die IT im Maklerbüro sichern uns ein Stück Unabhängigkeit

Eines hat die Corona-Pandemie gezeigt: Investitionen in IT im Vermittlerbüro waren noch nie so wichtig wie aktuell, die digitale Kommunikation mit den Kunden und den Versicherern hat sich während des Verbots des Parteienverkehrs bewährt. Wer hätte gedacht, wie rasch Videokonferenzen in vielen Vermittlerbüros zum Standard geworden sind! Auch viele Kunden haben die unkomplizierte Kommunikation für sich entdeckt.


Von AssCompact Herausgeber Franz Waghubinger

 

Was sich einmal mehr in der Praxis bewährt hat: Der Makler muss die Mischung aus digitaler Effizienz in der Ablauforganisation und persönlichem Kontakt mit dem Kunden schaffen – das ist unser USP und unsere Stärke. Nur so sind wir auch in Zukunft Fintechs überlegen, die teils mit Millionenaufwand den Onlinevertrieb pushen.

 

Das bedingt aber auch, in Software und die digitale Entwicklung des Maklerbüros zu investieren. Ich habe die Sorge, dass die Maklerschaft auf der Strecke bleibt, weil noch immer viele Kolleginnen und Kollegen hier den Sparstift ansetzen. Das führt aber unweigerlich dazu, dass es für Software- und Serviceanbieter schwer wird, wirtschaftlich sinnvoll zu agieren oder sich weiterzuentwickeln. Es ist klar, dass man gewisse Grenzen im Budget hat, aber im Bereich der Digitalisierung sind meiner Meinung nach Investitionen unumgänglich.

In meinem eigenen Maklerbüro UVK war mir jedenfalls sehr wichtig, in den letzten Monaten einige technische Tools zu entwickeln, die uns eine unabhängige digitale Kommunikation mit den Versicherern und den Kunden garantieren.

 

Das heißt nicht, dass die Vermittler nicht die angebotenen digitalen Tools der Versicherer nutzen sollten. Es ist für mich auch nachvollziehbar, dass die Gesellschaften Interesse daran haben, direkt mit den Kunden zu kommunizieren. Die Praxis, dass ein großer österreichischer Versicherer von den Vertriebspartnern die Handy-Nummer und die E-Mail-Adresse des Kunden verlangt und im Schadenfall direkt Ablöseangebote an den Kunden schicken will, wirft aber grundsätzliche Fragen auf, ohne den Versicherern ganz allgemein böse Absichten zu unterstellen: Wer garantiert, dass die Direktansprache nicht darauf hinausläuft, den Makler mehr und mehr auszuschalten? Kann es wirklich im Interesse der Makler sein, die Prüfung der Korrektheit von Schadenszahlungen aus der Hand zu geben und dem Kunden zu überlassen?

 

Mein Standpunkt: Die Maklervollmacht verpflichtet dazu, auf der Seite der Kunden zu stehen – und zwar gesetzlich bestimmt und ohne Kompromisse.



Kommentare

von Peter Winkler am 09.06.2020 um 18:15 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich verstehe Ihre Bedenken und sehe sowohl den Schutz des Kunden als auch die DSGVO und andere Schutzmechanismen. Es muss aber möglich sein, den Kunden zu erreichen um -so wie wir es benötigen- einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Wir informieren, wenn gewünscht natürlich auch den Versicherungsmakler oder Betreuer, aber ein Termin kommt in 98% der Fälle nur mit dem Kunden alleine zustande. Wie sollen wir unsere Service Levels halten, wenn wir keine Kontaktdaten erhalten? Vielleicht auch eine Überlegung wert! Wir haben Lösungen in unserer IT gebaut, darüber muss der Kunde aber auch mal informiert werden. Beste Grüße aus Graz Peter Winkler von der faircheck



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