BU-Vorsorge: Der Staat ist in der Pflicht!

BU-Vorsorge: Der Staat ist in der Pflicht!

14. Juli 2022

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8 Min. Lesezeit

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News-Im Blickpunkt

Vielen Menschen fehlt das Wissen, was Berufsunfähigkeit ist, wie es dazu kommen kann und dass unser Staat bei der Rehabilitation versagt. Mag. Jürgen E. Holzinger ist Vortragender bei den AssCompact Trendtagen 2022, wo er zum Thema Berufsunfähigkeit referiert und dabei aufzeigt, wie hart das staatliche System im Versicherungsfall der geminderten Arbeitsfähigkeit tatsächlich ist und welche Möglichkeiten es für Menschen gibt, um eine gewisse Vorsorge zu treffen. (powered by HDI LEBEN)

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 7/14/2022

Mehr Informationen zu den AssCompact Trendtagen 2022 sowie den Anmeldungsmöglichkeiten erhalten Sie hier ...

Für die meisten Menschen bildet das Erwerbseinkommen nach wie vor die wichtigste Einkommensquelle und ihr Humankapital den Großteil ihres eigenen Vermögens. Dem entsprechend umfangreich sind die Auswirkungen eines unerwarteten Verlustes der physischen oder psychischen Fähigkeiten zur Ausübung einer Erwerbsarbeit. Mit einer Berufsunfähigkeit ist in Österreich ein dauernder Einkommensverlust für die gesamte Restlebenszeit verbunden und dies, obwohl alle Erwerbstätigen in der öffentlichen Pensionsversicherung gegen Berufsunfähigkeit pflichtversichert sind und damit ein sogenanntes Sicherheitsnetz vorhanden wäre. Dieses Sicherheitsnetz greift unter Umständen, wenn gewisse Voraussetzungen, wie beispielsweise Mindestbeitragszeiten, erfüllt sind. Der größte Einkommensverlust entsteht bei Eintritt der Berufsunfähigkeit am Anfang der Erwerbskarriere. Gerade diese Menschen brauchen eine private Absicherung. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Einkommenslücke auf Grund von Berufsunfähigkeit dann langsam ab, jedoch auch hier zeigen Studien massive Einkommensverluste, welche auch im höheren Alter schnell existenzbedrohend sein können. Zu diesem späteren Zeitpunkt ist das Risiko groß, bereits erwirtschaftetes Vermögen zu verlieren und im schlimmsten Fall auf Dauer im Sozialsystem zu bleiben. Vor allem Frauen sind häufig armutsgefährdet. Parallel dazu steigen bei einer Berufsunfähigkeit oder Invalidität meist auch die Lebenserhaltungskosten durch Medikamente bzw. Therapien massiv an. Der Weg in die Armut ist damit häufig vorprogrammiert. Mit einer privaten Absicherung könnte man dieses Szenario weitestgehend verhindern oder wenigstens finanziell abfedern.

In Österreich sind nach wie vor nur rund 4% der Erwerbstätigen mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert und die durchschnittliche Versicherungssumme liegt zumeist deutlich unter dem erwarteten Einkommensverlust. Warum das in Österreich so ist, wird meistens mit einem überschüssigen Vertrauen in das staatliche System und fehlendem Wissen über Privatversicherungsprodukte argumentiert. Sätze wie „irgendwas bekomme ich schon“ sind in der Aufklärung und Beratung allgegenwärtig und gesellschaftlich fest verankert. Hier bedarf es noch jeder Menge Aufklärung und Sensibilisierung.

Grundsatz: Rehabilitation vor Pension.

Die Pensionsreform 2014 verfolgte den wirklich guten Grundsatz „Rehabilitation vor Pension“! Jedoch wurden bei dieser Reform lediglich organisatorische Themen wie zum Beispiel Zuständigkeiten neu geregelt bzw. neu geschaffen. Nicht berücksichtigt wurden hingegen die wichtigen Bereiche der medizinischen und beruflichen Rehabilitation. Hier fehlt es nach wie vor an qualitativen Angeboten, sodass man berufsunfähige/invalide Menschen wieder arbeitsfähig macht und ins Berufsleben integriert. Es wurden also nur politische Ziele verfolgt, nicht aber wirksame Maßnahmen zur Rehabilitation geschaffen. Derzeit werden österreichweit quer durch die PV-Träger mehr als 64% der jährlich rund 48.000 Anträge auf Berufsunfähigkeit vom staatlichen System abgelehnt.

Bereits im Sommer 2017 offenbarte der Rechnungshof in seinem Bericht zur Reform der Invaliditätspension die entstandenen Mehrkosten, die fehlenden Einsparungen und die Probleme der mangelnden Wiedereingliederung bzw. Rehabilitation. Politische Akteure versuchen seit vielen Jahren, das Thema „Frühpension durch Krankheit“ als Teil des Pensionssystems in Richtung Rehabilitation und Umschulung zu lenken – ein diesbezügliches Gelingen lässt jedoch seit Jahren auf sich warten – die Betroffenen sind die Leidtragenden und müssen im Durchschnitt sechs bis sieben Jahre im System verweilen, ohne jegliche Aussicht auf Erfolg. Die Einkommenseinbußen in dieser Zeitspanne belaufen sich zwischen 40–50% des vorab bezogenen Erwerbseinkommen.

Der Staat in der Plicht!

Es braucht beim Thema Berufsunfähigkeit und dem dazugehörigen Reha-Prozess dringend eine umfassende Reform. Die im Jahr 2014 in Kraft getretenen Änderungen haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Der Verein ChronischKrank Österreich setzt sich sowohl für Betroffene als auch für eine umfassende Reform ein.

HDI Leben liegt das Thema Berufsunfähigkeit besonders am Herzen

Mag. Jürgen E. Holzinger spricht am 06. Oktober bei den AssCompact Trendtagen 2022 in der Pyramide Wien Vösendorf zum Thema „Berufsunfähigkeit – Das staatliche System. Wiedereingliederung durch Reha, oder Armut durch Krankheit“. Dabei zeigt der Experte harte Fakten zum Thema sowie Lücken im System auf. Unterstützt wird der Vortrag von der HDI Lebensversicherung AG (HDI LEBEN). Warum das Thema Berufsunfähigkeit der HDI LEBEN besonders am Herzen liegt, erläutert Michael Miskarik, Niederlassungsleiter der HDI Lebensversicherung AG in Österreich: „Berufsunfähigkeit ist nach wie vor ein deutlich unterschätztes Risiko. Als HDI LEBEN engagieren wir uns für sachkundige Aufklärung und exzellente Lösungen. Darüber hinaus wertschätzen und unterstützen wir gerne die großartige Arbeit, die der Verein ChronischKrank Österreich leistet.“

Die aktuell größten Herausforderungen in der BU sieht Miskarik in der qualifizierten Beratung: „BU ist eine anspruchsvolle, beratungsintensive Verkaufssparte. Dabei gilt es aufzuzeigen, wo gesetzliche Vorsorge endet und private zu greifen beginnt, bzw. was passiert, wenn ich nicht frühzeitig vorgesorgt habe. Das erfordert Verantwortungsbewusstsein, sowohl bei Vermittlern als auch bei Verbrauchern und ist letztlich eine Frage der persönlichen Haltung.“

Laut Miskarik verfügt die HDI LEBEN in der Sparte BU nicht nur über vielfach ausgezeichnete Produktlösungen, sondern bedient die gesamte Wertschöpfungskette: „Diese reicht von hochwertiger Aus- und Weiterbildung, über Sensibilisierung zur Risikoprüfung, bis hin zur Begleitung im Leistungsfall. Das schätzen unsere selbstständigen Geschäftspartner sehr.“

Die AssCompact Trendtage 2022 – sichern Sie sich jetzt Ihre kostenlosen Tickets!

Die Anmeldung zu den AssCompact Trendtagen ist kostenfrei. Wählen Sie Ihren persönlichen Besuchstag bei den AssCompact Trendtagen! Wenn Sie gerne an beiden Tagen vor Ort sein möchten, ist dies bis zur Erreichung der maximalen Teilnehmerkapazität pro Tag möglich und durch das unterschiedliche Vortragsprogramm auf jeden Fall sinnvoll. Bitte melden Sie sich dazu an beiden Tagen gesondert an!

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der AssCompact Juli-Ausgabe!

Foto oben: Mag. Jürgen E. Holzinger, Gründer und Obmann des Verein ChronischKrank® Österreich
Titelbild: ©frittipix – stock.adobe.com

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