Das Regierungsübereinkommen verspricht viele Neuerungen in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Entscheidend ist nun die konsequente, faktenbasierte und generationengerechte Umsetzung. Doch diese lässt auf sich warten.
Viele der im aktuellen Regierungsprogramm enthaltenen Maßnahmen sind richtungsweisend. Entscheidend ist jetzt, dass die Politik die angekündigten Schritte auch tatsächlich umsetzt. Besonders relevant ist die geplante Weiterentwicklung der Alterssicherungskommission, die künftig alle drei Säulen der Altersvorsorge, also staatlich, betrieblich und privat, in ihre Arbeit einbeziehen soll. So kann ein vollständiges und sachliches Bild der österreichischen Pensionslandschaft entstehen.
Faktenbasiert heißt Datengetrieben
Eine sachliche Diskussion über die Zukunft der Pensionen braucht eine solide Datengrundlage. Die Vorsitzende der Kommission, Christine Mayrhuber, hat jüngst auf vermeintlich fehlende Daten zur 2. Säule hingewiesen. Dabei liegen für den Bereich der betrieblichen Altersvorsorge, wie auch auf der jährlich bei der bAV-Konferenz präsentiert, laufend aktuelle und aussagekräftige Zahlen vor. Hier ist die Bundesregierung gefordert, den Auftrag an die Kommission zu präzisieren und die verfügbaren Informationen für alle drei Säulen zu nutzen. Nur so entsteht ein realistisches, faktenbasiertes Bild für politische Entscheidungen.
Die bAV als kollektive Chance für die junge Generation
Die aktuelle Diskussion um die staatliche Pension rückt das Thema Vorsorge wieder stärker in den Fokus. Immer mehr ArbeitnehmerInnen, BetriebsrätInnen und UnternehmerInnen setzen sich aktiv mit dem Thema der Vorsorge auseinander und erkennen die betriebliche Altersvorsorge als sinnvolle Ergänzung. Sie ist ein kollektives Instrument, das auf Stabilität und Partnerschaft zwischen Arbeitgebern, Beschäftigten und Anbietern baut. Dieser kollektive Ansatz wird als wichtiges Element empfunden, besonders bei jüngeren Menschen. Innovative Modelle der Pensionskassen und Rückdeckungsansätze für Führungskräfte zeigen außerdem, dass die bAV dynamisch bleiben kann. Das ist auch wichtig, denn neben steigender Aufmerksamkeit benötigt die betriebliche Altersvorsorge vor allem eines: Die proaktive Weiterentwicklung von Services und Produkten, die auch für künftige Generationen attraktiv und sinnvoll sind.
Die kommenden Jahre entscheiden, ob die betriebliche Altersvorsorge ihren Platz als starke zweite Säule im österreichischen Pensionssystem wirklich einnehmen kann. Dafür braucht es politische Konsequenz, transparente Daten und die Einsicht aller Akteure, dass Vorsorge kein Zukunftsthema ist, sondern eine Gegenwartsaufgabe, die eine gemeinsamen Vision für eine stabile Pensionszukunft benötigt.
Foto oben: Mag. Thomas Wondrak, bAV-Experte, Leiter des Lehrganges Sozialkapital und Eigentümer der bAV-Akademie, www.konsequent-lernen.at
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