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KMU schlecht über betriebliche Altersvorsorge informiert
01. Dezember 2016

KMU schlecht über betriebliche Altersvorsorge informiert

Die betriebliche Altersvorsorge hat sich in österreichischen Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) kaum durchgesetzt. Grund dafür ist auch fehlendes Wissen, wie eine Umfrage der VPI Vermögensberatung GmbH unter 400 Betrieben in Österreich zeigt.


Knapp jeder Fünfte (19%) ist über die betriebliche Altersvorsorge informiert. Die Hälfte gibt an, nur „teilweise“ Bescheid zu wissen, 31% sind überhaupt nicht informiert. Nur 7% nutzen die steuerlichen Vorteile der BAV in ihrem Unternehmen tatsächlich. Meist ist es der Steuerberater (46%), der die bAV anspricht, gefolgt vom Versicherungsmakler (21%) und der Bank oder Versicherung (17%). Hier ist noch Luft nach oben: 58% der Befragten wünschen sich mehr Information über die BAV.

Gewinnfreibetrag selten für Altersvorsorge genützt 

Auch das Wissen über die Kostenbeiträge zur staatlichen Sozialversicherung lässt zu wünschen übrig. Kaum jemand kann den Abgabensatz für die Sozialversicherung angeben oder den Steuersatz für den Dienstgeberbeitrag einer GmbH richtig zuordnen.

Am häufigsten findet der Gewinnfreibetrag nach §10 EStG Anwendung, wenngleich er selten für die Altersvorsorge genützt wird. Auch die direkte Leistungszusage an die Geschäftsführung einer GmbH sowie die Mitarbeitervorsorge § 3 Ziff. 15 ist in größeren Betrieben hin und wieder vertreten. Eine Kollektivversicherung gibt es kaum.

Politik ignoriere Vorteile der zweiten und dritten Säule 

Warum fristet die bAV nach wie vor ein Schattendasein? Fehlende Information und verbesserungswürdige steuerliche Rahmenbedingungen sind die Hauptgründe für Helmut Stöckl, Geschäftsführer der VPI Vermögensberatung GmbH. „Anstatt die zweite und dritte Säule zu stärken und dadurch das öffentliche Sozialsystem zu entlasten, macht die Politik genau das Gegenteil: die Vorteile der betrieblichen und privaten Pensionsvorsorge werden einfach ignoriert bzw. totgeschwiegen“, kritisiert Stöckl. Er fordert, die gesetzlichen Vorgaben müssten an das aktuelle Niedrigzinsumfeld angepasst werden.





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