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Was Finanzdienstleister von Fintechs lernen können
15. Juni 2018

Was Finanzdienstleister von Fintechs lernen können

Clownfische und Seeanemonen – wer hätte gedacht, dass sie ein perfektes Synonym für die Zusammenarbeit von Mittelstand und Startups abgeben? Denn auch sie bilden eine Win-win-Konstellation, von der beide profitieren. Wie eine Kooperation zum Erfolg wird und warum die Blockchain-Technologie ein gutes Beispiel dafür ist.


von Johannes Ellenberg

Clownfische versorgen Seeanemonen durch ihren Flossenschlag mit Sauerstoff. Im Gegenzug beschützen die Planzen sie mit ihren Tentakeln vor Fressfeinden. Ähnlich sind auch die Rollen bei der Zusammenarbeit von Mittelstand und Startups verteilt. Startups bringen den Schwung – den Sauerstoff – und arbeiten nach dem Prinzip „start small, fail fast, learn faster“. Sie entwickeln bahnbrechende Ideen und Innovationen. Vor allem aber verfügen sie über das Know-how neuer Technologien. Mittelständler verlassen sich auf ihre Erfahrung und Historie. Sie sind finanzkräftig und fest im Markt etabliert – sie kann so leicht nichts umhauen.

Blockchains mischen die Finanzdienstleistung auf

Das galt lange auch für Finanzdienstleister und Versicherungen. Bis jetzt: Start-ups sagen ihnen den Kampf an. Verkaufen Policen online, bauen Vergleichsportale und nutzen Daten intelligenter. Um hier nicht das Nachsehen zu haben, gilt es sich richtig zu positionieren und passende Allianzen zu schmieden. Wie das funktioniert, machen diverse „Big Player“ vor: Santander hat ein Innovationslabor zum Thema Blockchain ins Leben gerufen; die UBS ein Forschungslabor gegründet. Die Commerzbank hat eine Forschungskooperation zu „Financial Supply Chain Management 2025“ mit dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) gestartet und Aegon, Allianz, Munich Re, Swiss Re und Zurich die Blockchain Insurance Industry Initiative (B3i) gegründet. Im Fokus aller Unternehmungen: die Entwicklung neuer digitaler Geschäftsmodelle und die Verbindung mit Blockchain-Technologien. Denn Technologien wie Blockchains und Smart Contracts – Verträge, die nach dem Blogchain-Prinzip funktionieren, zum Beispiel bei Immobilien, Aktien oder Versicherungen – sind zukünftig zentrale Enabler für die Verknüpfung physischer und finanzieller Supply Chains.

Fakt ist: Der Mittelstand, speziell wenn es um Finanz- und Versicherungsdienstleister geht, steckt mitten in der digitalen Transformation. Es ist höchste Zeit, die Wertschöpfungskette auf den Kopf zu stellen und Innovationsökosysteme zu schaffen. Die neuen Geschäftsmodelle gelingen jedoch nur in Kooperation mit Fintechs. Nur mit deren disruptiven Ansätzen entsteht eine schlagkräftige Symbiose – wie die von Clownfischen und Seeanemonen.

Über den Autor

Johannes Ellenberg ist der Kopf von Accelerate Stuttgart, einem Digitalisierungs- und Startup-Hub für Baden-Württemberg. Er unterstützt Gründer und etablierte Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Als Coach und Redner begleitet er Kunden bei ihrer digitalen Transformation. Weitere Informationen: www.johannesellenberg.com und www.startup-code.de





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