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Studie sieht baldiges Ende des persönlichen Vermittlers
24. Mai 2018

Studie sieht baldiges Ende des persönlichen Vermittlers

In zehn bis 15 Jahren werden Robo Advisor den Versicherungsvermittler weitgehend ersetzt haben – meint zumindest eine aktuelle Studie des Softwareherstellers Adcubum und der Versicherungsforen Leipzig. Persönliche Beratung müssen Kunden dann aktiv einfordern.


Noch finden 75% aller Neuabschlüsse über klassische Vermittler statt. Das werde sich gravierend ändern, prognostiziert die Studie. Diese stützt sich auf die Analyse relevanter Zukunftstrends, aktuelle technologische Best Practices sowie die Befragung von Versicherungsvorständen und Experten für die digitale Transformation der Branche hin zur Assekuranz 4.0.

Jeder Zweite könnte sich Online-Abschluss vorstellen

Die Prognose: In zehn bis 15 Jahren werden künstliche, intelligente Systeme den klassischen Versicherungsvermittler weitgehend ersetzt haben. „Die Förderung des Direktvertriebs wird von Anbietern mitunter bewusst vernachlässigt“, sagt Dr. Holger Rommel, COO der Adcubum AG. Doch bereits jetzt würden Umfragen zeigen, dass sich mehr als 50% der Deutschen vorstellen können, eine Versicherung komplett online – ohne persönliche Beratung – abzuschließen.

Amazon und Co. wissen früher Bescheid

Fast ebenso viele halten den persönlichen Kontakt jedoch weiterhin für wichtig. Deshalb werde der klassische Vermittler mindestens noch zehn Jahre gebraucht. „Er wird technisch stärker unterstützt werden, und zwar auf sämtlichen Stufen des Vertriebsprozesses, also von der Anbahnung des Kundenkontakts bis hin zum Abschluss“, sagt Vincent Wolff-Marting, Leiter Kompetenzteam Digitalisierung und Innovation bei den Versicherungsforen Leipzig. Zum Vergleich: Der klassische Vermittler weiß, wer im Ort gerade ein Haus baut oder ein Kind erwartet und nutzt dies zur Kundenansprache. Amazon und Co. wissen das auch, allerdings noch viel früher.

Virtuelle Assistenten

Bei der Beratung selber wird der Vermittler künftig durch virtuelle Assistenten unterstützt. Mit ihnen kommuniziert der Kunde etwa per Chat-Bot, Telefon oder Videoübertragung. Was Haushalts- oder Kfz-Versicherungen betrifft, werden Chatbots schon bald die dafür notwendige Komplexität beherrschen, so Rommel.

Nach dem Gespräch mit dem virtuellen Assistenten erhält der Kunde dann sofort ein Angebot. Auch bei Lebensversicherungen seien Sofortabschlüsse mittelfristig möglich, dennoch müsse das Underwriting ebenfalls auf Smart Analytics zurückgreifen können.

„Robo Advisor stellen jeden Experten in den Schatten“

Die Studienautoren erwarten, dass der klassische Vertrieb personell in den nächsten Jahren weiter ausgedünnt werden dürfte. Letztlich werden nur noch jene Kunden betreut, die persönliche Beratung aktiv einfordern. Die große Mehrheit schließe Verträge dagegen dann über Direkt-Versicherer ab oder lasse sich vom Robo Advisor beraten, so die Studie. Das senke die Transaktionskosten in bisher unbekanntem Ausmaß. „Was Wissen, Marktüberblick und fehlerfreies Arbeiten anbelangt, werden Robo Advisor in der Lage sein, jeden Experten in den Schatten zu stellen“, prognostiziert Wolff-Marting.





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