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KMU-Studie: Versicherungsbranche am stärksten digitalisiert
18. September 2018

KMU-Studie: Versicherungsbranche am stärksten digitalisiert

Österreichs Betriebe haben die Datenschutz-Grundverordnung nahezu bewältigt. Handlungsbedarf besteht vor allem bei digitalen Prozessen, zeigt eine aktuelle Studie.


Die Studie zum Status der digitalen Transformation österreichischer Klein- und mittelständischer Unternehmen (KMU) wurde vom Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) in der Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit Hutchison Drei Austria und der Wirtschaftsuniversität Wien zum zweiten Mal durchgeführt. „Die EU-Datenschutzgrundverordnung ist nahezu bewältigt“, sagt Fachverbandsobmann Alfred Harl. Datensicherheit und Digitalisierung aller betrieblichen Prozesse seien jetzt in Österreichs Unternehmen das wichtigste Ziel. „Die Diskrepanz zwischen dem digitalen Verhalten der Nutzer bzw. Kunden und der Digitalisierung von Unternehmen gehört geschlossen“.

„Bank und Versicherung“ am stärksten digitalisiert

In der Studie wurden fünf Themenfelder abgefragt, darunter etwa Treiber und Herausforderungen der Digitalisierung, die Rolle der Digitalisierung für Produkte, Services und betriebliche Prozesse sowie in der Kundenkommunikation. Ein „Digitalisierungsindex“ ordnet die Unternehmen den Kategorien „digitaler Neuling“, „digital bewusst“, „digital orientiert“ und „digitaler Champion“ zu. Die Branchen „Bank und Versicherung“ sowie „Information und Consulting“ sind demnach am stärksten digitalisiert. Der Großteil der befragten KMU in sieben Branchen befindet sich laut Studie in den ersten beiden Bereichen.

Datensicherung hat oberste Priorität

Die größte Herausforderung 2018 ist für 54% der befragten KMU die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Mit ihrer Einführung ist das Bewusstsein für verantwortungsbewussten Datenumgang und deren Sicherheit an die Spitze des unternehmerischen Bewusstseins gerückt. Datensicherung hat für 40% der Unternehmen Top-Priorität, gefolgt vom eigenen Web-Auftritt (39%) und Internet-Banking (34%). 53% der Unternehmen speichern die Daten in der eigenen Betriebsstätte, 21% legen Wert auf einen Datenspeicher in Österreich und 17% wollen einen Datenspeicher in Europa. Die Studie zeigt jedoch auch: Es besteht weiterhin große Unsicherheit in Bezug auf die DSGVO: 43% der Unternehmen brauchen Beratung und erwarten eine Verbesserung des rechtlichen Rahmens.

Know-how und Finanzen als größte Hürden

 Die Digitalisierung wird von 61% der Befragten als Chance zur Gewinnung von Neukunden gesehen; die Hälfte der Befragten hofft auf Kostenersparnis. Auffallend ist, dass eher jene Branchen mit einem niedrigen Digitalisierungsindex einen Beschäftigungsrückgang durch die Digitalisierung erwarten, während im vorderen Indexbereich angesiedelte Unternehmen häufiger einen Anstieg der Beschäftigung voraussehen.

 Als größte Hindernisse im Zuge der Digitalisierung gelten finanzielle Ressourcen (36%) sowie fehlendes Know-how und zu wenige Informationen (je 35%). Für die Zukunft werden vor allem bessere rechtliche Rahmenbedingungen gefordert (43%).





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