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FMA „Haben die Krise gut gemanagt“
17. Mai 2018

FMA „Haben die Krise gut gemanagt“

Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite seien Österreichs Finanzinstitute stabil und schockresistent aufgestellt. Auf der soliden Basis will die Finanzmarktaufsicht (FMA) weiterhin Prävention forcieren.


Die von der FMA beaufsichtigten Finanzdienstleister seien heute „viel stärker, viel stabiler und viel schockresistenter“ aufgestellt als vor der globalen Finanzkrise, so FMA-Vorstand, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. „Wir haben die Krise gut gemanagt, die richtigen Lehren gezogen, Regulierungslücken konsequent geschlossen und die Aufsicht sowohl in der Breite, als auch in der Tiefe intensiviert.“

So wurde die Kernkapitalquote der Banken seit der Lehman-Pleite 2008 von 7,0% auf 15,1% mehr als verdoppelt. Die Solvabilitätsquote der Versicherungen erreichte 2017 mit 279% einen Rekordwert. Die Banken haben ihre faulen Kredite vom Höhepunkt mit 8,7% auf 4,3% aller Kredite halbiert. Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse stieg von 18,5% auf 33,5% des Bruttoinlandsproduktes.

Mehr Prävention, weniger Strafen

In Regulierung und Aufsicht sei man heute „gut aufgestellt“, betonen Ettl und Kompfmüller. „Die Europäisierung ist in der grenzüberschreitenden Aufsicht ein riesiger Schritt vorwärts.“ Nachdem die Bereinigung der Altlasten aus der Krise im Wesentlichen abgeschlossen sei, wolle man nun den Fokus auf die Prävention weiter stärken. Die Aufsichtsstrategie der FMA, präventiv zu wirken, Verstöße aber unbeirrt zu ahnden, zeige auch Wirkung. So sei zwar die Zahl der Ermahnungen in den vergangenen Jahren auf 119 (Stand 2017) angestiegen, die Straferkenntnisse für schwere Verstöße aber auf 80 gesunken.

FMA beaufsichtigt knapp 900 Unternehmen

Im Jahr 2017 hat die FMA mit 380 Mitarbeitern und einem finanziellen Aufwand von 66,4 Mio. Euro 892 konzessionierte Unternehmen, die zusammen Vermögenswerte von 1.335 Mrd. Euro verwalten, beaufsichtigt. Zudem steht auch der Handel in börsennotierten Wertpapieren mit 34,4 Mio. Transaktionen im Jahr unter der Kontrolle der FMA. Allein im Inland beschäftigen diese Unternehmen fast 120.000 Mitarbeiter und erwirtschaften eine jährliche Wertschöpfung von 15,2 Mrd. Euro.

Mehr als die Hälfte finanzieren Banken

Finanziert wird die FMA zu rund 94 % von den Beaufsichtigten, 4,0 Mio. Euro bezahlt der Bund pauschal. 4,8 Mio. Euro werden durch Gebühren und sonstige Einnahmen gedeckt. 10,4 Mio. Euro hat die FMA als Durchlaufposten für die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) als Teilkostenersatz für deren Dienstleistungen einzuheben. Auf die Banken entfallen 55,5% der Kosten (36,8 Mio. Euro), auf Versicherungen 17,5% (11,6 Mio. Euro), auf Pensionskassen 1,9% (1,3 Mio. Euro) und auf die Wertpapieraufsicht 25,2% (16,7 Mio. Euro).

Der Jahresbericht 2017 ist auf der FMA-Website unter https://www.fma.gv.at/publikationen/fma-jahresberichte/ abrufbar.





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