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„Wir Makler laufen Gefahr, in Verwaltung zu ersticken“
03. Dezember 2018

„Wir Makler laufen Gefahr, in Verwaltung zu ersticken“

Sie will das Maklerbüro ihres Vaters „schneller in die digitale Welt führen als der Mitbewerb“. Angela Schrefl, Gewinnerin des AssCompact Jungmakler Awards 2018, hat ehrgeizige Pläne. Wie sie diese umsetzen will und welchen Hürden sie dabei begegnet, verrät sie im Interview mit AssCompact.


„Als sehr ehrgeiziger Mensch war ich natürlich sehr angespannt. Dann aber sehr stolz und glücklich über den Sieg“, sagt Angela Schrefl wenige Wochen nach der „Jungmakler“-Siegerehrung beim AssCompact Interview im Versicherungsmaklerbüro in Murau, das Vater Herbert Schrefl 1990 gegründet hat. Die Betriebsübernahme habe man in den letzten drei Jahren „intensiv vorbereitet“, so die Jungunternehmerin. „Umfassende Planung und offene, klare Kommunikation sind meines Erachtens die Grundsteine einer erfolgreichen Übergabe.“ Nachdem sie ihrem Vater einen vollständigen Businessplan präsentiert hat, gab dieser ihr freie Hand. „Es ist in meinen Augen ein Zeichen von extremer Stärke, dem Nachfolger so zu vertrauen. Immerhin hat sich unser Betrieb in den Abläufen grundlegend verändert.“

„3-Säulen-Modell“

Wie geht Angela Schrefl ihren Innovationsplan konkret an? „Mein Vater hat mir einen großen Kundenstock und ein sehr gut funktionierendes Büro anvertraut. Mein Ziel ist es, dieses Büro schneller in die digitale Welt zu führen als der Mitbewerb. Dadurch sichere ich nicht nur mein Geschäftsvolumen, sondern baue es bei gleichbleibendem Arbeitsaufwand aus.“ Dazu hat die Jungmaklerin ein „3-Säulen-Modell“ erarbeitet, bestehend aus Vertrieb, Honorar und IT. „Die nächsten Schritte sind Personalausbau, Bildung von Abteilungen, die Standorterweitung und Verbesserung der Mitarbeiterführung.“

„Sinn der Versicherung wird verwaschen“

Was braucht es, um als Beraterin erfolgreich zu sein?“ Spaß am Verkaufen und einfache, modular aufgebaute Versicherungslösungen!“ Kritisch sieht Schrefl hingegen die Dauerrabatt-Rückforderungen und die Entwicklung der Kfz-Versicherungen. „Wir Makler laufen außerdem Gefahr, in der Verwaltung zu ersticken. Aus einfachen Produkten wird durch die sinnlose Beimengung von nutzlosen Zusatzbausteinen der Sinn der Versicherung verwaschen. Beispiel: Kunden glauben heutzutage, der Sinn der privaten Unfallvorsorge liegt in der Knochenbruchpauschale.“

Entsprechend kurz und knapp daher auch ihre drei größten Wünsche an die Versicherer: „Abschaffung der Dauerrabatt-Thematik, österreichweite, flächendeckende, deutliche Erhöhung der Kfz-Prämien und direkte Anbindung zu Rechnerkernen und Vertragsdaten.“

Das Maklerporträt erscheint in der AssCompact Dezember-Ausgabe.





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