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JKU: Experten stellten IDD auf den Prüfstand
25. Oktober 2019

JKU: Experten stellten IDD auf den Prüfstand

Eine „erste Standortbestimmung“ nach einem Jahr IDD gaben Experten am Mittwoch auf Einladung des Instituts für Versicherungswirtschaft an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz.


„IDD ist trotz der vielen Herausforderungen eine Chance, mehr Qualität und Transparenz in den Verkaufsprozess zu bringen. Klarheit und eine nachvollziehbare Dokumentation schaffen auch Vertrauen beim Kunden und mehr Sicherheit bei den Versicherungsunternehmen“, sagte Generaldirektor Dr. Josef Stockinger, Vorsitzender des Instituts, in seiner Eröffnung der Herbstveranstaltung. „An dieser Baustelle wird auch in Zukunft weiterzuarbeiten sein. Versicherungsbedingungen sollen künftig in verständlicherer Sprache formuliert werden.“

Der Leiter der zuständigen FMA-Abteilung, Stephan Korinek, berichtete von den ersten Erfahrungen der Finanzmarktaufsicht (FMA) bei der Überprüfung der IDD-Umsetzung in den Unternehmen. Schwerpunkte der Stichproben bei den Versicherern sei die Sicherstellung des durch die IDD vorgegebenen Verkaufsprozesses durch entsprechende organisatorische Vorkehrungen der Versicherungsunternehmen gewesen. Der Fokus der Aufsichtsbehörde liege auf der Gewährleistung korrekter Wettbewerbsbedingungen, einer fairen Kundenbehandlung und der Reduktion von Risiken durch eine nachvollziehbare, passende Produktauswahl.

„Illusion von Informiertheit“

Fragen nach Moral und Ethik widmete sich der Grazer Universitätsprofessor Leopold Neuhold. Diese seien die Basis für den Ausgleich von Interessen im Versicherungsgeschäft. Neuhold warnte dabei vor falschen Erwartungshaltungen. Hatte die Versicherungswirtschaft immer vor einer Überforderung des Kunden durch zu viel Information gewarnt, sieht auch Neuhold die Gefahr einer „Illusion von Informiertheit, ohne wirklich informiert zu sein“. Dadurch würden Prinzipien wie „ehrlich, redlich und professionell“ geschwächt.

Foto (v.l.): Leopold Neuhold, Josef Stockinger, Stephan Korinek





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