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Wie Kinder den richtigen Umgang mit Geld lernen
09. Juli 2018

Wie Kinder den richtigen Umgang mit Geld lernen

Je früher Kinder und Jugendliche ein Gefühl für den richtigen Umgang mit Geld entwickeln, umso leichter fällt ihnen als Erwachsene die finanzielle Lebensplanung. Wie junge Menschen rechtzeitig und altersgerecht an Finanzthemen herangeführt werden, weiß die Familien- und Erziehungsexpertin Martina Leibovici-Mühlberger.


Die Zahlen sind alarmierend: Laut Daten der staatlich anerkannten Schuldenberatung ist jeder vierte Klient nicht älter als 30 Jahre. „Die Zunahme an Privatkonkursen und die steigende Überschuldung der Bevölkerung, auch schon in jungen Jahren, lassen leider darauf schließen, dass die betroffenen Erwachsenen während ihrer Kindheit nur wenig im Umgang mit Geld gelernt haben“, sagt Claudia Figl, Vorstandsmitglied Österreichischer Verband Financial Planners.

Geld als Tauschmittel für begehrte Güter

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die Funktion von Geld mit Kindern erstmals zu thematisieren, ist individuell verschieden. „Das Kind ist hier der Taktgeber. Es realisiert, etwa beim Einkaufen mit den Eltern, dass Geld ein Tauschmittel für begehrte Güter ist und entwickelt auch eigene Begehrlichkeiten“, erklärt Prof.Dr.med.univ. Martina Leibovici-Mühlberger, M.Sc. (Foto). Hier sollte man dem Kind spielerisch beibringen, dass hinter jedem Geldbetrag, den man ausgibt, eine Arbeitsleistung steckt.

Taschengeld – wie oft und wie viel?

Taschengeld ist entscheidend, um Selbstständigkeit zu entwickeln und eigene Erfahrungen im Umgang mit Geld zu sammeln. Volksschüler sollten ihr Taschengeld wöchentlich bekommen, älteren Kindern und Jugendlichen kann man es zweiwöchentlich oder monatlich auszahlen. „Taschengeld sollte regelmäßig und unaufgefordert ausbezahlt werden, den Kindern zur freien Verfügung stehen und bei Strafmaßnahmen keine Rolle spielen“, erklärt Figl. Zugleich brauche es aber auch klare Regeln für den Umgang mit Taschengeld.

Die Auszahlung sollte jedenfalls nicht daran gekoppelt sein, ob das Kind „brav“ war. Die Höhe des Taschengeldes richtet sich, neben den Empfehlungen in Ratgebern, nicht zuletzt nach den finanziellen Möglichkeiten einer Familie. „Wichtig ist aber, dass Kinder aus allen sozialen Schichten den Umgang mit Geld erlernen müssen. Auch Kinder aus wohlhabenden Familien müssen verstehen, dass das Geld nicht auf den Bäumen wächst“, betont Figl. Und Leibovici-Mühlberger ergänzt: „Im Hinblick auf das spätere Leben dient Taschengeld immer auch dazu, vorausschauende Geld- und Finanzplanung anzustoßen.“

Zusätzliche Leistungen honorieren

Doch auch abgesehen vom Taschengeld gibt es Wege und Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche auf das Thema Geld im späteren Leben vorzubereiten. „Eltern können sich in Alltagssituationen mit ihren Kindern dem Thema Geld widmen, beispielsweise beim Einkauf im Supermarkt oder während der Urlaubsreise in Restaurants“, sagt Figl. Zudem sollten Kinder und Jugendliche lernen, dass zusätzlicher Aufwand und Fleiß und somit Leistung gesondert honoriert wird. Mäht ein Kind in den Ferien etwa den Rasen im Familiengarten, sollte zusätzlich Geld von den Eltern fließen. So lernen Kinder, dass sich Mehraufwand und Leistung lohnen. Jugendliche können diese Erfahrung im Sommer auch im Rahmen freiwilliger Praktika machen.





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