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Unmut im Fachverband: Merkur kündigt Courtagevereinbarungen
06. Dezember 2017

Unmut im Fachverband: Merkur kündigt Courtagevereinbarungen

Im Fachverband der Versicherungsmakler herrscht Ärgernis über Kündigungen von Courtagevereinbarungen, die derzeit von der Merkur Versicherung ausgeschickt werden. Die neuen Angebote würden jedoch Vermittlern in einigen Punkten sogar Vorteile bringen, heißt es seitens des Versicherers.


In einem Facebook-Posting übte der Fachverband heute Mittag Kritik an einem Vorgehen der Merkur. Diese kündige bestehende Courtagevereinbarungen zum 31.12.2017 auf und biete neue Vereinbarungen an. Als Begründung werde mit der Notwendigkeit argumentiert, die Vereinbarungen müssten IDD-konform gestaltet werden.

Änderungen wegen IDD-Umsetzung?

Grundsätzlich sei es der freien Parteienvereinbarung überlassen, Vereinbarungen abzuschließen und zu kündigen, hält der Fachverband fest. Ihm stehe daher kein Rechtsanspruch zu, „korrigierend bzw. für den VR bindend zugunsten der Versicherungsmakler einzugreifen“. Von dem Argument, die IDD – deren nationale Umsetzung noch aussteht – würde eine Änderung der Courtagevereinbarung „unbedingt notwendig machen“, sind die Standesvertreter allerdings „nicht überzeugt“.

„Entlohnungssysteme vereinheitlichen und vereinfachen“

Der Anlass für diese Vorgehensweise liege „vordringlich in einer strategischen Entscheidung des Unternehmens, die Entlohnungssysteme zu vereinheitlichen und zu vereinfachen“, heißt es bei der Merkur auf Anfrage von AssCompact. Die neuen Konditionen würden auch im Vergleich zu den bisherigen „in einigen Punkten klare Vorteile für den Vermittler“ bringen. „Im Zusammenhang mit diesen Änderungen wurden auch die IDD-relevanten Passagen in die Courtagebestimmungen aufgenommen.“

Gespräch in der nächsten Woche

Als „Falschmeldung“ weist der Fachverband das Gerücht zurück, er habe das Vorgehen der Merkur explizit gutgeheißen und den Änderungen ausdrücklich zugestimmt. Das bestätigt die Merkur gegenüber AssCompact – es sei keine Zustimmung seitens des Verbands abgegeben worden. Einen Gesprächstermin habe man für die kommende Woche vereinbart. Dann will der Fachverband auch „ganz grundsätzlich thematisieren, wie sich der Versicherer die künftige Zusammenarbeit mit uns Versicherungsmaklern vorstellt und wie man mit seinen ‚Partnern‘ umzugehen gedenkt“.



Kommentare

von Karl Seif am 06.12.2017 um 14:32 Uhr
Ichkann mmir nicht vorstellen, dass nur ein Versicherungsmakler dieser Courtage zustimmt. Wenn bei der Provisionszahlung eine derartige Umbenennung stattfindet, dass bei Verträgen über 10 Jahren eine Betreuungsprovisioin bezahlt wird, und vorher über den Wegfall der Provion bei "Gewerbeverlust" geschrieben wird. Wo nicht nur Pensionierungen sondern auch Gewerbeauflösung davon betroffen sind!
Mit der Bitte an die Standesvertretung! K. Seif



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